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Solche und weitere kritische Fragen zu Luthers Person und zu seiner historischen wie theologischen Bedeutung befruchteten den Vortragsabend an der Kopernikusschule Freigericht, mit dem die Fachschaft Religion die Aktionswoche zum Thema „500 Jahre Reformation“ eingeleitet hatte.

Mit großem Interesse folgten die etwa 100 Gäste, darunter ca. 70 Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs, den Vorträgen des akademischen Abends. Nach einer Begrüßung durch Schulleiter Ulrich Mayer, wiesen die Organisatoren, Charlotte Schröder und Günter Krause, beide evangelische Religionslehrer an der Kopernikusschule, auf die Bedeutung der akademischen Vortragsweise hin. Im Zentrum standen zwei Vorträge zur Reformation, gehalten von zwei Lehrern der Kopernikusschule: Dr. Siegfried Buchhaupt, Geschichts- und Physiklehrer, ordnete die Reformation historisch in den europäischen Kontext ein; Pfarrer Reinhard Dahlke, Schulseelsorger und Religionslehrer, widmete sich den theologischen Beweggründen für Luthers Anliegen. Ergänzt wurden die Vorträge musikalisch. Michael Schneider, Musiklehrer an der Kopernikusschule, führte mit einer Pavane von William Byrd das Publikum in die Atmosphäre der Zeit Luthers und ließ mit einem Präludium von Johann Sebastian Bach und einer Improvisation zu „Ein feste Burg ist unser Gott“ Beispiele der durch Luther angestoßenen Tradition der evangelischen Kirchenmusik erklingen.

Dr. Buchhaupt machte von Anfang an deutlich, dass die Reformation, die historisch den Übergang vom Mittelalter zur Neuzeit markiert, keineswegs das Werk Luthers allein war. Dass die Reformation zu einer für die europäische Geschichte bedeutenden Bewegung werden konnte, hing mit ihren politischen, kulturellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen zusammen. So wies Buchhaupt darauf hin, dass es vor allem die Erfindung des Buchdrucks war, der als neues Medium die massenhafte Verbreitung der reformatorischen Ideen ermöglichte. Zu den kulturellen Voraussetzungen der Reformation zählte auch die humanistische Parole „ad fontes“ („Zu den Quellen!“). Sie wertete die originalsprachlichen Überlieferungen der antiken Texte auf und bereitete Luther den Boden für eine eigene Übersetzung der Bibel, aus der nun jeder selbst seine eigene Glaubensüberzeugung „erlesen“ konnte. Die Naturwissenschaften lösten sich vom traditionellen kirchlich sanktionierten Weltbild und gründeten sich verstärkt auf empirische Studien. Viele begannen, religiösen Ritualen mit Skepsis gegenüberzutreten und den Ablass in Frage zu stellen.

Genau hier setzte Pfarrer Dahlke mit seiner Darstellung der reformatorischen Ereignisse ein, die den Fokus auf Luthers Theologie legte. Dahlke stellte Luther bewusst als Menschen des Mittelalters dar, dessen Wahrnehmungshorizont ganz und gar christlich-biblisch geprägt war. Ohne diese Voraussetzung, ohne Luthers Rekurs auf den Apostel Paulus, ohne sein intensives Ringen um die göttliche Wahrheit und ohne seine Auffassung von Sünde und Gnade sei Luthers Rolle innerhalb des reformatorischen Prozesses nicht zu verstehen. Die chronologische Einteilung der heißen Phase der Reformation gipfelte in Luthers 95 Thesen, die einem Brief Luthers an den Erzbischof von Magdeburg und Mainz beigelegt waren, in dem er diesen auf die bestehenden Missstände der kirchlichen Ablasspraxis hinwies. Damit hatte Luther den Schritt in die akademische Öffentlichkeit gemacht. Bedeutsam wurde dieser souveräne freiheitliche Tenor seines Anliegens in der wohl wirkmächtigsten aller seiner Schriften, in der Abhandlung „Von der Freiheit eines Christenmenschen“, aus der Dahlke dann auch zentrale Aussagen zitierte.

Der zweite Teil des Vortragsabends widmete sich den Fragen des Publikums. Die Veranstaltung konnte den Anwesenden die Reformation als erinnerungskulturell gegenwärtiges, hoch wirksames und zugleich umstrittenes Thema mittels aufgeklärter Sachkenntnis und argumentativer Rede nahebringen. Geschichtsmächtig wirkt die Reformation mit ihren Fragestellungen und ihrem Problembewusstsein bis in unsere Zeit hinein; immer wieder Fragen zu stellen, nach Antworten zu suchen und argumentativ um Lösungen zu ringen gehört auch heute zu unseren zentralen Aufgaben. Der Abend hat dies eindrücklich vor Augen geführt.


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