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Klageabweisung für Umwandlung der Tümpelgartenschule bedauerlich

Zu aktuellen Entwicklungen an der Tümpelgarten-Schule in Hanau erreichte uns dieser Leserbrief:

Evonik

Die Klageabweisung für die Umwandlung der Tümpelgarten-Schule zur Integrierten Gesamtschule ist bedauerlich und nicht nachvollziehbar. Ihren Antrag auf Umwandlung in eine integrierte Gesamtschule hatte die Tümpelgarten-Schule bereits im Jahr 2008 an den Schulträger, die Stadt Hanau gestellt. Er war das Ergebnis eines langen und intensiven Diskussionsprozesses der Schulgemeinde.

Vorausgegangen war die Verkürzung des gymnasialen Bildungsgangs um ein Jahr (G8), welche zu einer veränderten Wahlentscheidung der Eltern beim Übergang von Klasse 4 nach Klasse 5 führte. Verstärkt wurde der 9-jährige gymnasiale Bildungsgang (G9) an der integrierten Gesamtschule gewählt. Die Schülerzahlen sprachen seinerzeit eine eindeutige Sprache, konnten doch an der einzigen Hanauer integrierten Gesamtschule nicht alle Hanauer Schülerinnen und Schüler, die sich für ihre Kinder das G9 Angebot wünschten aufgenommen werden.

Als deutlich wurde, dass nicht alle Kinder gemäß dem Erstwunsch der Eltern die einzige IGS in Hanau besuchen konnten, konkretisierten sich die Weiterentwicklungspläne an der Tümpelgarten-Schule. Das hierzu gemeinsam von Lehrkräften, Eltern und Schulleitung entwickelte moderne pädagogische Teamschulkonzept war und ist aus Sicht des Schulelternbeirates für die beabsichtigte Weiterentwicklung der Schule, sowohl in der bestehenden Form als Haupt- und Realschule, als auch für eine integrierte Gesamtschule tragfähig konzipiert worden: Bereits seit vielen Jahren unterrichtet die Förderstufe der Tümpelgarten-Schule mit ihrem breit aufgestellten Angeboten der pädagogischen Mittagsbetreuung und den verschiedenen Schwerpunktklassen in den fünften und sechsten Jahrgängen nach den pädagogischen Prinzipien einer integrierten Gesamtschule. In der Realschule wird außer Französisch sogar Spanisch als zweite Fremdsprache angeboten. Auch Hauptschüler können bei Interesse und Eignung an diesem Fremdsprachenangebot teilhaben. Die Übergangszahlen von mehr als der Hälfte der Schülerschaft auf die Fachoberschule, das berufliche Gymnasium oder die gymnasiale Oberstufe im Anschluss an die 10. Klasse der Realschule zeigen, dass die Grundlagen für den gymnasialen Übertritt bereits heute schon aus der Realschule geschaffen werden.

Inzwischen, also rund vier Jahre später, hat sich das Schulangebot im Übergang von Klasse 4 nach Klasse 5 aufgrund der in Hanau neu bzw. wiedergeschaffenen G9-Plätze verändert. Obgleich noch immer viele Hanauer Schülerinnen und Schüler an integrierte Gesamtschulen in den Main-Kinzig-Kreis wechseln, ist die Zahl der G9 Plätze insgesamt offenbar ausreichend.

An der Tümpelgarten-Schule geben beim Übertritt in die Klasse 5 nahezu die Hälfte der Eltern die Förderstufe als weiterführende Schule an. Etwa die andere Hälfte entscheidet sich für das Gymnasium G8/ G9. Durch die Umwandlung der Tümpelgarten-Schule in eine integrierte Gesamtschule wäre es unter anderem möglich geworden, dass alle Kinder unserer Grundschule vom Beginn ihrer Schulzeit bis zum Ende des 10. Schuljahres in einer Schule bleiben und länger gemeinsam hätten lernen können. Diese Chance ist nunmehr mit der Klageabweisung durch das Frankfurter Verwaltungsgericht vertan. Ebenso wurde in keinster Weise dem Elternwillen und dem Willen des Schulträgers Rechnung getragen. Wiedermal wurde das Schulangebot der veränderten Elternwahl beim Übergang 4 nach 5 in den letzten Jahren nicht angepasst. In Hessen wählen immer weniger Eltern für ihre Kinder den Bildungsgang der Haupt-und Realschule! Die erfolgte Klageabweisung ist für die Elternschaft nicht nachvollziehbar, und im Interesse der Schülerinnen und Schüler in Hanau sehr bedauerlich.

Genauso nicht nachvollziehbar ist die Verschleppung des Verfahrens auf 2 Jahre.

Robert Schimanski
Vorsitzender des Schulelternbeirats der Tümpelgarten-Schule

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