Förster sauer: Geocacher erobern Freigerichter Wald

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Nachdem zuletzt in Wächtersbach intensiv über ein von einem Geocacher als Nistkasten getarntes Versteck diskutiert wurde, hat nun Revierförster Markus Betz im Freigerichter Gemeindewald noch deutlich spektakulärere Entdeckungen gemacht. Hier scheint ein ganz anderes Kaliber an Geocachern unterwegs zu sein, die zudem zu sportlichen Höchstleistungen bereit und fähig sein müssen.

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Für das so genannte „Baum-Caching“ wurden nämlich Verstecke in bis zu 30 Metern Höhe ausgewählt.

Der vermeintliche Nistkasten im Wald hinter Hof Trages in Richtung Rodenbach fällt eigentlich gar nicht auf, erst beim zweiten Blick ist zu sehen, dass er mit einem Vorhängeschluss gesichert und das Einflugloch mit einem Netz verschlossen wurde. Mittels einer Latte wurde der Kasten am Baum festgenagelt. "Eindeutig Sachbeschädigung, außerdem wird der Baum dadurch entwertet", hat Revierförster Markus Betz dafür allerdings kein Verständnis und wird den Holzkasten entfernen. Sollten sich nach der Öffnung Hinweise auf den Urheber ergeben, behält er sich zudem vor, Anzeige zu erstatten. Was Betz aber dann präsentiert, lässt zumindest den Nicht-Geocacher erstaunen: An einem Baum unweit der Dicken Tanne hängt in zirka 20 Meter Höhe eine Straßenwarnleuchte, im Parallelfeldweg ist in noch größerer Höhe ein Kochtopf zwischen Ästen eingespannt. "Die ziehen sich mit Seilen hoch", vermutet Betz, einmal hat er eine Gruppe von Geocachern bislang im Wald – allerdings am Boden - angetroffen und angesprochen. "Die haben sich dann noch auf ihre Rechte als Waldbesucher berufen", seien derartige Aktionen allerdings durch kein Gesetz gedeckt.

Was ihn besonders ärgert: Die beiden so genannten „Baum-Caches“ wurden an Habitat-Bäumen angebracht, die extra stehen gelassen und der Natur überlassen wurden. „Das sind Bäume, die laut Aussage so mancher angeblicher Naturschützer nur in ursprünglichen, naturnahen Wäldern zu finden sind“, hätten diesen Buchen aber auch im Freigerichter Gemeindewald perfekte Bedingungen, um sich zu entwickeln. Dass jetzt Geoacher diese Bäume in Beschlag nehmen, gefällt dem Revierförster gar nicht. Seine Beobachtungen gehen aber noch weiter: Immer öfter sieht er Papier oder Klebestreifen an Bäumen und Sträuchern hängen, die in der Dunkelheit das Licht, beispielsweise von Taschenlampen, reflektieren. „So etwas wird für Nacht-Caching eingesetzt“, hat sich Betz bereits im Internet informiert und nach Hinweisen von anderen Waldbesuchern erfahren, dass es im Gebiet zwischen Horbach und Neuses enorm viele Verstecke für Geocacher geben soll.

„Ich vermute, dass dies aber auch für die restlichen Flächen gilt und der Freigerichter Gemeindewald besonders beliebt bei Geocachern ist“, erklärt der Revierförster und schaltet jetzt auf stur: „Wenn vorher mit mir oder Gemeinde gesprochen worden wäre, hätten man sicherlich eine Lösung finden können. Aber jetzt geht erst einmal gar nichts mehr“, seien derartige Maßnahmen nicht mit dem Waldbetretungsgesetz zu rechtfertigen, wonach sich jeder Waldbesucher so verhalten müsse, dass das Ökosystem nicht beeinträchtigt werde. Gegen Verstecke entlang der Wege oder unter abgestorbenen Wurzeln wäre nach Absprache sicherlich nichts einzuwenden gewesen, nun will Betz aber erst einmal alle Verstecke auflösen, die er noch finden sollte. Nur die Baum-Caches bleiben vorerst hängen, an die kommt selbst der Förster nicht dran.


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