Gemeinsam Verantwortung übernehmen – „Werdenfelser Weg“

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Am Donnerstag, 11. Oktober,  findet im Brockenhaus in Hanau der 7. Betreuertag statt. Im Mittelpunkt stehen Themen wie das Betreuungsrecht, Pflege und Vorsorgemöglichkeiten, wie Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht. Die Organisatoren von der Betreuungsstelle des Gesundheitsamtes und vom Betreuungsverein des Main-Kinzig-Kreises erwarten ein großes Interesse.

So gelang es, Josef Wassermann aus Garmisch-Patenkirchen als Referenten für den Betreuertag zu gewinnen. Er wird den „Werdenfelser Weg“ vorstellen. Dabei handelt es sich um ein Projekt, das freiheitsentziehende Maßnahmen in der Betreuung auf ein Minimum reduziert. Bettgitter oder Fixierungen sowie weitere freiheitsentziehende Maßnahmen stellen für Pflegekräfte und  Betreuer oft eine Konfliktsituation dar. Im Sinne der Patienten gelte es, gesundheitliche Schäden, beispielsweise Folgen von Stürzen, von ihnen abzuwenden, andererseits aber auch deren Freiheitsrechte zu schützen. Dem 3. Pflege-Qualitätsbericht, den der Medizinische Dienst im April veröffentlichte, ist zu entnehmen, dass etwa 20 Prozent der Heimbewohner in Deutschland, also etwa 140.000 Pflegebedürftige, in ihrer Freiheit eingeschränkt werden.

Josef Wassermann ist einer der Initiatoren des „Werdenfelser Weges“, dem die gängige Praxis der Fixierungen einige „Bauchschmerzen“ bereitete. Gemeinsam mit Dr. Sebastian Kirsch, Amtsrichter in Garmisch –Patenkirchen, beschloss er, diese Situation zu verändern. So wird bereits im Kreis Garmisch-Patenkirchen nur noch fixiert, wenn es unbedingt nötig ist. Anstelle von Gurten reicht oftmals auch eine Matratze auf dem Boden oder ein niedriges Bett, um gebrechliche und geistig verwirrte Menschen vor Stürzen zu schützen. Geschulte Verfahrenspfleger sowie die Mitarbeiter der Betreuungsstellen beurteilen die Situation neutral vor Ort und begleiten die Umsetzung der  vereinbarten Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den Pflegeheimen. Dabei besteht die Schwierigkeit  dem Pflegebedürftigen mehr Freiheit und Selbstbestimmung zu gewähren, ohne zusätzliche Haftungsrisiken einzugehen. „Weg vom starren Sicherheitsdenken hin zur qualitätsvollen Abwägung“, heißt es in einer Darstellung von Dr. Sebastian Kirsch.

Die Initiative  aus Garmisch Partenkirchen wirkt beispielgebend, so wird der „Werdenfelser Weg“ zunehmend von anderen Amtsgerichten aufgegriffen. Vor einigen Wochen sprach Karin Lang, Amtsrichterin in Gelnhausen,  zu diesem Thema im Main-Kinzig-Forum beim Betreuertreffen, einer Veranstaltung des Gesundheitsamtes. „Der Vortrag am Betreuertag soll die Öffentlichkeit im Main-Kinzig-Kreis, Betreuer, Bevollmächtigte und Pflegekräfte informieren und einen weiteren Anstoß für die Umsetzung in unserer Region geben“, sagt Angelika Ullrich, vom Betreuungsverein.

 


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