"Der Wahlkampf um das Amt des Landrates im Main-Kinzig-Kreis strebt seinem Höhepunkt zu - und wird jetzt auch von Stellungnahmen geprägt, deren Ziel wie so oft die Herabsetzung eines Bewerbers ist. Leider fehlt es bei 'Leserbriefen' oft an Substanz. Anstatt Vorteile des eigenen Favoriten zu präsentieren, wird auf - wie ich meine - schäbige Art und Weise eine miesepetrige Stimmung verbreitet.

Ohne Zweifel ist der Amtsinhaber ein 'Landrat von Format'. Man mag seine Politik mögen oder auch nicht. Aber: er hat dem Amt seinen ganz persönlichen Stempel aufgedrückt. Wie sein Nachfolger agiert, steht bei jedem der Bewerber noch in den Sternen. Jeder Anwärter steht ohnehin solange im Schatten des 'Amtierenden', bis er oder sie in das neue Amt eingeführt worden ist.

Es gibt jedoch bei allen Kandidaten einige Kriterien, die Aufschluss geben, wie er oder sie die Amtsführung gestalten werden. Wer als Wahlbeamter eine Kommunalverwaltung verantwortlich geleitet hat, verfügt über entsprechende Erfahrungen, die er in seine neue Aufgabe einbringen kann. Dazu zählen auch Erkenntnisse im Umgang mit Investoren. Wer Geschichte und Situation des ehemaligen Gelnhäuser Kaufhauses JOH kennt, der weiß auch, dass Neukonzeptionen Zeit brauchen. Hier geht es nicht darum, einer Industrierepräsentanz den schnellen Euro verdienen zu lassen, sondern um eine langfristige Attraktivitätssteigerung in einer der schönsten Innenstädte der Region.

Ein Landrat sollte deshalb in erster Linie kein Lobbyist für wirtschaftliche Unternehmungen sein, sondern Sachwalter aller Menschen im Main-Kinzig-Kreis. Unter diesem Aspekt haben solche Kandidaten die besten Karten, die Familienpolitik aus eigenem Erleben kennen. Nach dem Grundsatz: 'Familie ist dort, wo Kinder sind', ist für mich ein entscheidendes Kriterium bei der Wahlentscheidung, dass der künftige Landrat aus eigenem Erleben weiß, welche Herausforderungen Kinder darstellen. Kinder sind unsere Zukunft und nur wer im Alltag seine Aufgabe bei der Kindererziehung in der Familie kennen gelernt hat, wird bei seinen Vorstellungen für staatliche Kinderbetreuung realistische Ideen entwickeln und umsetzen.

Was spricht unter diesem Aspekt gegen ein 'Familienfest' auf Kreisebene? In Hessen gibt es den Hessentag, in Gelnhausen den Barbarossamarkt, in Schlüchtern den Kalten Markt und in Hanau das Bürgerfest. Alles Veranstaltungen, die zum sprichwörtlichen Kitt einer auseinandertriftenden Gesellschaft einen wesentlichen Beitrag leisten und auch in Zukunft leisten können. Mir persönlich ist jedenfalls ein solcher durchaus pragmatischer Vorschlag sympathischer, als nebelhafte Konzepte zur Entwicklung der Wirtschaftsbeziehungen des Kreises.

Ein guter Bewerber sollte zudem im Main-Kinzig-Kreis gut verwurzelt und vernetzt sein. Zur Wahl steht schließlich kein 'Wirtschaftsminister', sondern eine Persönlichkeit, die aus eigenem Erleben die unterschiedlichen Regionen zwischen Frankfurt und Fulda einerseits und zwischen Spessart und Vogelsberg andererseits seit Jahrzehnten gut kennt. Es waren genau diese Eigenschaften, die die bisherigen Landräte von Hans Rüger über Karl Eyerkaufer bis hin zu Erich Pipa ausgezeichnet haben. Dies hat dem Landkreis sehr gut getan. Alle drei sind lokal verwurzelt, leben hier seit Jahrzehnten mit ihren Familien und Kindern. Überdies kennen sie die lokale Arbeitswelt aus eigenem Erleben. Auf dieser Basis wurden überwiegend gute Entscheidungen getroffen - zum Wohl der Menschen und im Interesse der lokalen Unternehmen. Mir persönlich ist daran gelegen, dass dies im Wesentlichen so bleibt."

Hans-Jörg Vogler
Zum Rosengärtchen 16
63599 Biebergemünd

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