Bahnübergang Hailer/Meerholz: Sachliche Argumente statt Halbwahrheiten

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Zur geplanten Beseitigung des Bahnüberganges Hailer/Meerholz äußert sich VORSPRUNG-Leserin Lydia Naunheim (Bürgerinitiative zum Erhalt der K904) in einem Leserbrief.

"Die Bürgerinitiative „Erhalt der K904“ soll sachliche Argumente statt Halbwahrheiten liefern, fordert die neu gegründete „BI für eine Brücke der Vernunft“ bei ihrem 2. Treffen. Aber schon bei den ersten Zeilen des Artikels wird jedem klar, dass sie sich selbst nicht an die von ihnen geforderte Maxime hält. Die Gründungsmitglieder haben keine sachlichen Argumente für den Bau der Brücke parat. Es sieht so aus, als fehle es ihnen an Hintergrundwissen.

Oder ist es etwa ein sachliches Argument, wenn Herr Saß die Brücke fordert, weil sie seiner Meinung nach die beste Lösung ist? Sachliche und nachvollziehbare Gründe werden nicht benannt. Ebenso wird suggeriert, wir würden behaupten, durch die Brücke läge halb Hailer im Schatten, bzw. sie würde den Wert der Häuser in Meerholz beeinflussen. Trauen sie uns diese ebenso unsinnigen wie unsachlichen Äußerungen wirklich zu? Unser Ziel war es und ist es immer, die Bürger zu informieren, Ergebnisse der Umweltverträglichkeitsstudien offen darzulegen und formulierte Ziele aus den Planfestellungsunterlagen zu veröffentlichen. Weitere Informationen finden sie auf unserer website: www.bahn-uebergang.de

Herr Saß wirft uns weiterhin vor, wir würden mit Halbwahrheiten und hoch emotionalen Informationen arbeiten und es gehe uns nicht um den Erhalt der K904, sondern um eine Bahnbrücke. Es ist richtig, dass die Stadt Gelnhausen in 1999 nur den Bau einer Omega-Brücke beschlossen und verabschiedet hat und nicht den weiteren Ausbau der K904. Aber warum steht dann im Planfestellungsverfahrens-Entwurf von Hessen Mobil aus dem Jahre 2006, dass in einem zweiten Schritt, nach dem Bau der Brücke, der Ausbau der K904 käme. Wie ihnen hierzu alle verantwortlichen Politiker unisono versichern werden, ist dieser Ausbau momentan zwar nicht vorgesehen, aber (so Landrat Stolz) „wer weiß schon, was in 10 Jahren“ ist. Der Plan ist also noch nicht endgültig vom Tisch und beim Bau einer Omega Brücke wären alle Ausbauvarianten für die K904 sowie für „neue Trassen im Osten“ möglich. (Nachzulesen in den aktuellen Planfeststellungsunterlagen S. 9, S.13 Punkt 3)

Dazu würde auch passen, dass Hessen Mobil laut Planfestellungs-Entwurf eine Verkehrsumstrukturierung plant, mit einer 2,5 fachen Verkehrszunahme, davon 5% LKWs (126 LKWs/pro Tag). Darunter wären dann sicherlich auch schwere LKW, Herr Spillner. Ein weiteres Indiz dafür, dass Hessen Mobil mit einer Zunahme des Verkehrsaufkommens rechnet, ist die Antwort auf unsere Frage, auf welcher Seite der von der Stadt GN gewünschte Radweg über die Brücke verlaufen solle. Die Antwort von Hessen Mobil ist: dass die Entscheidung den Radweg "innen" entlang der Omega Überführung zu planen, den Vorteil habe, einen Zugang zum Bahnhof zu ermöglichen und die vielbefahrene Straße als Radfahrer nicht kreuzen zu müssen.

Hessen Mobil rechnet also mit einem höheren Verkehrsaufkommen. Allerdings müssen die Radfahrer die Straße auf jeden Fall auf der nördlichen Seite überqueren, da der Radweg ja dort westlich der Allee angelegt werden soll. Die weiteren sachlichen Argumente von Herrn Spillner für den Bau der Brücke betreffen das Grundwasser. Hierzu kann ich nur betonen, dass die Omega Brücke in den Umweltstudien in mehreren Bereichen schlechter abschnitt, als eine Unterführung. Dies wird sich aber in dem neuen hydrologischen Gutachten zeigen, das momentan erstellt wird. Zu dem leidigen Thema Feuerwehr hat Herr Spillner keine Argumente, die Feuerwehr wird nur erwähnt. Der Standpunkt der BI zum Erhalt der K904 zur Feuerwehr wurde vielfach diskutiert und dürfte bekannt sein.

Es ist richtig, dass der Kreis die Kosten für ein Drittel der Brücke nur dann übernimmt, wenn sie gemäß den Bestimmungen der RAL 2012 (das gilt auch für eine große Unterführung) gebaut wird. Der Bund und die Bahn übernehmen jeweils ein Drittel der Kosten. Der Kreis hat zur Finanzierung seines Anteils natürlich Gelder aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) beantragt und bewilligt bekommen. Für eine kleine Unterführung könnte, genauso wie der Kreis, auch die Stadt Gelnhausen Gelder aus dem GVFG beantragen. Die beiden anderen Drittel, würden dann, genau wie bei der Brücke, der Bund und die Bahn zahlen.

In diesem Zusammenhang wirft sich die Frage auf, wer denn die Wirtschaftsbrücke an der Bleichstraße bezahlt, da es sich ja um eine Gemeindestraße und keine Kreisstraße handelt, und wie hoch die Kosten hier sind. Zum Abschluss ruft Herr Saß dazu auf, die Argumente der Brückengegner zu entkräften. In den bisherigen öffentlichen Beiträgen der Brücken-BI kann ich allerdings nur persönliche Meinungen, Mutmaßungen und Unterstellungen sowie persönliche Angriffe erkennen, aber keine Fakten oder Sachkenntnisse. Glauben sie, durch Vorwürfe, Unterstellungen und Fehlinformationen, berechtigte Bedenken gegen das Brückenbauwerk entkräften und unterdrücken zu können?"

Lydia Naunheim
Sprecherin der Bürgerinitiative zum Erhalt der K904
Gelnhausen

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