"An Debatten in unserer Gesellschaft lässt sich erkennen, dass Frauen* und Männer* immer noch nicht gleichberechtigt sind, denn sie nehmen nicht gleichberechtigt an ihnen teil – nicht an aktuellen gesellschaftlichen, nicht an politischen, nicht an wissenschaftlichen, also auch nicht gleichberechtigt an unserer Demokratie. Dies fällt an vielen Stellen auf, egal ob man sich in der Berufsschule, in der Universität oder auch im politischen Geschehen umschaut: Redeanteile liegen häufig überdurchschnittlich oft bei Männern* und beim Redeverhalten kommt es, wie ich bei Umfragen im Bekanntenkreis und durch Beobachten von verschiedenen Debatten herausgefunden habe, häufig dazu, dass Frauen* während dem Reden unterbrochen werden und die Stimmung im Raum plötzlich unruhiger und lauter wird.

Und noch ein Phänomen ist zu bemerken: Hat eine Frau* den Mut gefasst einen Redebeitrag zu halten, wird ihr nicht nur nicht richtig zugehört, sondern sie wird dann häufig eines Besseren belehrt. Dann heißt es, sie habe das, worauf sie sich beziehe, nicht richtig verstanden, könne es nicht richtig einordnen, sehe das Geschilderte aus einem falschen Blickwinkel. Das Phänomen von Männern*, die Frauen* die Welt erklären, ist nicht nur bereits unter dem Namen „Mansplaining“ bekannt, sondern kommt heutzutage immer noch viel zu häufig vor.

Auch in der SPD, die vergleichsweise zu anderen Parteien bereits erkannt hat, dass es wichtig ist Frauen* zu ermutigen und zu unterstützen, gibt es in Debatten, wie bei den aktuellen Diskussionsveranstaltungen um die Große Koalition, noch einiges zu verbessern. So viel auch hier auf, dass der Redeanteil von Frauen* nur bei ca. einem Viertel lag und Frauen*, die zu Wort kamen, unterbrochen und belehrt wurden.

Um Frauen* zu ermutigen, sich zu Wort zu melden und einen Raum zu schaffen, in dem sie gleichberechtigt teilhaben können, muss sich dringend etwas an unseren Debatten ändern. Es gibt bereits Lösungsansätze wie z.B. quotierte Redelisten und Moderator*innen, die die Diskussionen leiten. Doch auch die Teilnehmenden müssen auf das bestehende Ungleichgewicht achten und ein Auge darauf haben, Frauen* zu Wort kommen zu lassen. Dies richtet sich vor allem, aber nicht nur, an Männer* die in der heutigen Gesellschaft immer noch einen größeren Anteil an Debatten haben."

Annika Niemeyer
Hanau

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