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Leif Tewes hat mit seinem neuesten Roman „Alternativen“ einen düsteren Titel vorgelegt, für den er zur  Hintergrundrecherche mit falschem Namen über ein Jahr Parteimitglied der AfD war und die Menschen und ihr Gedankengut hinter der Partei kennengelernt hat. Als Auftaktveranstaltung zu den Jubiläumsfeierlichkeiten zum 20jährigen Bestehen der Altstadt-Buchhandlung Dichtung & Wahrheit las der Frankfurter vier Tage vor der Bundestagswahl in den Räumen der Buchhandlung.

Tewes wurde gleich eingangs von Buchhändlerin Andrea Euler mit der Frage konfrontiert, warum er aus seinen Erfahrungen kein Sachbuch geschrieben habe. „Ich bin kein Journalist“, erwiderte Tewes. „Und Sachbücher über die AfD gibt es schon einige.“ Der Roman noir – in Frankreich entstanden und laut Wikipedia „ein ideales Terrain (…), um die soziale und politische Realität zu erhellen“ – biete ihm eine ideale Chance zu beschreiben, „was die Menschen antreibt, welche Motive die Personen haben.“ Die Entscheidung, quasi „undercover“ bei der AfD zu recherchieren, fiel, nachdem er eine Szene fertig geschrieben hatte – und sich bewusst wurde, dass „ich mir alles nur ausgedacht hatte.“ Für den Schriftsteller war klar: „Das geht so nicht. Ich muss diesen Leuten gegenüber sitzen, um das plausibel darstellen zu können.“ Ein geliehener Briefkasten, ein falsches Namensschildchen, ein halbstündiges „Aufnahme-Telefonat“ folgten. „Da werden tatsächlich rund zehn Prozent der Interessierten abgelehnt. Das sind zum Teil Leute, die auf dem Parteiticket Karriere machen wollen. Und dann sind auch keine ehemaligen NPDler gewünscht, wegen der öffentlichen Darstellung.“ Tewes hingegen „bestand“ die „Aufnahmeprüfung“, war ab diesem Zeitpunkt Teil des Geschehens. Und musste feststellen: „Das war relativ normaler Partei-Alltag.“ Hoch hergegangen sei es in den Arbeitskreisen, für die er sich auf Landesebene eingetragen habe: Islam, Familie… Bei den Treffen der AfD stellte Tewes fest: „Das war dort exakt so, wie ich es mir vorgestellt habe. Aus meinem Skript saßen da die Leute – das war gruselig. Und sie sprachen  auch genau so, wie ich mir das vorgestellt hatte.“

Drei Tage vor dem Erscheinen seines Romans teilte der Schriftsteller dem Vorsitzenden des Kreisverbandes Offenbach-Land mit, warum er in die Partei eingetreten sei – und nun wieder austrete. Dieser – „ein ganz nüchterner Mensch“ – habe seine Aussagen zur Kenntnis genommen – und dann weiter noch eine Stunde lang versucht, ihn von den Vorzügen der AfD zu überzeugen. Die ganze Zeit über saßen Arbeitskollegen von Tewes zwei Tische weiter im Lokal –„man weiß ja nie…“, wie der Autor schmunzelnd erläuterte. Dreimal sei es ihm bisher gelungen, Lesungen parallel zu Wahlkampfveranstaltungen zu halten – „aber leider kam von denen keiner.“ Auch bei der Wächtersbacher Lesung war – anders als im Internet vorab angekündigt – keiner der Anhänger der AfD vertreten.

Die AfD heisst im Übrigen in dem Roman „Die besseren Deutschen“, der Roman umfasst mehrere Handlungsstränge, die zum einen die politische Szene beschreiben, zum anderen die persönliche Entwicklung eines Protagonisten wiedergeben und zum dritten ganz klassisch eine polizeiliche Ermittlungsarbeit umfassen. Die ruhige, dunkle Stimme des Autors machte es den Zuhörenden leicht, den verschiedenen Erzählsträngen zu folgen – und so kam denn auch aus dem Publikum bei der angebotenen Fragerunde die Bitte, statt dieser lieber „noch ein Kapitel“ zu lesen. Ein Wunsch, dem Tewes – begeistert und beschwingt von dem selbstgekelterten „Räuberschoppen“ des Buchhändlerpaares - gerne nachkam.


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