Flüchtlingshilfe: "Befremdendes Demokratieverständnis in Gründau"

Gründau
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"Seitdem der Gemeindevorstand der Gemeinde Gründau Anfang Februar eine weitreichende Änderung in der Flüchtlingspolitik, auch gegen die Meinung der Gemeindeverwaltung, beschlossen hat, steht die Flüchtlingshilfe Gründau vor ungewissen Zeiten", heißt es in einer Pressemitteilung der Flüchtlingshilfe Gründau „Pro Integration“. Noch im letzten Jahr sei eine halbe Stelle für die Integration vorgesehen gewesen, die weiterhin die Koordinierung und Unterstützung von Neuzugewanderten und Helfenden übernehmen sollte.

"Doch daraus wurde nichts, der Gemeindevorstand hat sich kurzerhand für eine externe Vergabe entschieden, die mobile Soziale Arbeit wurde noch im gleichen Monat beendet, die Flüchtlingskoordinationsstelle wird Ende Juni ausgelagert. Die Entscheidung des Gemeindevorstandes auf einen externen Träger zurückzugreifen und die Bewertung des bisherigen Stelleninhabers wurden von jeder Partei anschließend in der Presse veröffentlicht. Doch die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, die maßgeblich zum Erfolg der Integration in Gründau beitragen, wurden als Hauptakteure in den Entscheidungsprozess nicht miteinbezogen", heißt es weiter.

„Wir können nicht nachvollziehen, warum eine solche Entscheidung getroffen wurde, obwohl die Flüchtlingsarbeit in Gründau gut lief, wir als Ehrenamtliche einen festen Ansprechpartner hatten, der auch von den Flüchtlingen anerkannt ist.“, so Bärbel Häfner, eine der Sprecherinnen des Helferkreises. Denn die Integration in Gründau seitens der Gemeindeverwaltung und den Ehrenamtlichen habe schon frühzeitig in der Flüchtlingskrise 2015 eine konzeptionelle Planung verfolgt. Mit Sprachkursen durch Ehrenamtliche, später einem umfangreichen Kursangebot, sei die deutsche Sprache vermittelt worden; sonstige Angebote, wie Begegnungscafé-, Sport- und Freizeitangebote hätten zu Dialogen mit Einheimischen geführt und das kulturelle und freizeitliche Angebot für alle Gründauer Bürgerinnen und Bürger ausgebaut.

"Mit Maßnahmen und Unterstützung zur Berufsintegration, insbesondere durch das Ehrenamt, wird auf eine nachhaltige Hilfe gesetzt, um schnellstmöglich selbst für einen Lebensunterhalt sorgen zu können. So konnten dieses Jahr bereits mehr als 15 Praktikums-/Ausbildungs- und Arbeitsplätze vermittelt werden. Gleichzeitig unterstützte die Gemeindeverwaltung in Form ihres Flüchtlingskoordinators die 50 ehrenamtlich aktiven Personen in Gründau, bei Patenschaften oder Fragen und Problemen. Aus diesem Grund suchte der Helferkreis den Dialog mit dem Gemeindevorstand, um die Hintergründe, unabhängig von der Personalentscheidung, zu erfragen. Zunächst wurde diese Anfrage aufgeschoben, kurz vor der nächsten Sitzung wurde den Sprechern des Helferkreises seitens eines Gemeindevorstandsmitglieds ein Gespräch zugesagt. Letztendlich hat der Gemeindevorstand aber das Dialogangebot endgültig abgelehnt, unter Berufung auf der Nichtöffentlichkeit der Sitzungen" so "Pro Integration" weiter.

„Wir sind sehr enttäuscht, dass der Gemeindevorstand nicht in der Lage ist, auf eine vernünftige Weise mit uns in den Dialog treten zu können. Das ein Gremium keine Rechenschaft über solch eine Entscheidung geben kann, ist für viele unverständlich und für die Demokratie nicht förderlich“, so Thorsten Retzlaff, Sprecher des Helferkreises. Zwei Parteien hätten in unabhängig für Gesprächsangeboten ihre Dialogbereitschaft signalisiert, die aber somit nicht für den Gemeindevorstand sprechen. Auch die Kirchengemeinde „Auf dem Berg“ habe ein Gesprächsangebot dem Gemeindevorstand zu der Problematik unterbreitet, welches ebenfalls abgelehnt worden sei.

"Das favorisierte Modell, das der Gemeindevorstand mit einem externen Träger verfolgt, dessen Kosten für den Gründauer Steuerzahler derzeit nicht bekannt ist, wurde in einigen Städten als zusätzliche Unterstützung für städtische Flüchtlingsarbeit angewendet. Dieses Konzept ist jedoch kein Ersatz für eine kommunale Flüchtlingspolitik wie es in Gründau bisher erfolgreich betrieben wird. Die Ehrenamtlichen, die essentiell wichtig für die Gesellschaft sind, fühlen sich nicht beachtet und wollen deshalb geschlossen ihre Arbeit niederlegen. Mit der jetzigen Entscheidung werden so die Angebote zum 30.06.2018 auslaufen und die wertvolle Arbeit der Ehrenamtlichen beendet. Gerade in Zeiten, in denen die Integration erst richtig beginnt und weitere Flüchtlinge in den Main-Kinzig-Kreis kommen, ist dies eine fatale Entscheidung, Helfer so vor den Kopf zu stoßen, dass sie ihre Arbeit einstellen", so "Pro Integration" in Gründau abschließend.


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