Kampf gegen Rattenplage: Hanau legt 4.500 Giftköder aus

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Vor kurzem machte eine Medienmeldung die Runde, wonach andere Städte und Gemeinden in Hessen aus Kostengründen das Bekämpfen von Ratten zurückführen. "Für Hanau gilt das nicht – im Gegenteil", betont Stadtrat Thomas Morlock. "Im Wissen, dass Fachleuten zufolge regelmäßiges Beködern die Zahl der Ratten mindert, geben wir dafür eine ganze Menge Geld aus", so Morlock weiter. 60.000 Euro veranschlagt der städtische Eigenbetrieb Hanau Infrastruktur Service (HIS) dafür auch in diesem Jahr wieder.

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Von insgesamt 8600 Kanalschächten lässt HIS seit einigen Wochen schon 4500 mit Giftködern versehen – im Schnitt 120 Deckel im Asphalt pro Arbeitstag. Jeden zweiten zu wählen, hat sich nach den Erfahrungen von HIS bewährt. "Zumal im nächsten Jahr die gleiche Anzahl wieder auf dem Programm steht", erläutert HIS-Betriebsleiter Markus Henrich.

Übernahm der städtische Bauhof diese Arbeiten bis vor wenigen Jahren noch, ist das durch den erfolgten Personalabbau heute nicht mehr möglich. HIS schrieb das Beködern der Kanalschächte daher aus. Zum Zug kam eine Schädlingsbekämpfungsfirma, die auch für andere städtische Einheiten und Kommunen im Umkreis schon seit Jahr und Tag Dienstleisterin ist: Kraft & Menge aus Bruchköbel.

Geschäftsführer Maximilian Menge und der Technische Leiter Thomas Norris erläutern an einem Einsatzort, wie sie im Detail vorgehen: Eine Woche vor dem Einsatz von Giftködern bringen sie in den betreffenden Kanalschächten ungiftige Köder aus, das schreibt der Gesetzgeber vor. Ziel dabei ist, durch das Anfressen dieser Köder den Befall gezielter bestimmen und den Gifteinsatz schmälern zu können. – Bis vor wenigen Jahren wurden gleich toxische Köder eingesetzt, die bewirken, dass die Ratten innerlich verbluten. – Stellt sich heraus, dass trotz Gift die nagenden Schädlinge an der beköderten Stelle weiter anzutreffen sind, meldet HIS das aufgrund eigener Beobachtung oder Bürgerbeobachtung an Kraft & Menge, die dann das Procedere wiederholen. Das alles gilt auch für Fluss- und Bachläufe.

Auf seinem Pritschenwagen hat Norris nicht nur die Köder geladen, die an einer langen Schnur hängen, welche einige Zentimeter über dem Boden des Abwasserkanals aufgehängt und am Schmutzfänger unter dem äußerlich sichtbaren Kanaldeckel doppelt befestigt werden. Auf der Ladefläche befinden sich auch neue Schmutzfänger und Antiklapperringe in Reserve für den Fall, dass diese Teile sich als defekt herausstellen. Denn zum Auftrag der Firma gehört, die Abdeckung des Kanalschachts zu reinigen und diesen Schmutz zu HIS zu bringen. "Insbesondere an Hauptverkehrsstraßen sammelt sich in den Schmutzfängern mehr, als äußerlich erkennbar ist", weiß HIS-Baukontrolleur Thomas Scheich aus Erfahrung.

Bevor die entsprechenden Kanaldeckel geöffnet werden, sichert Norris die Straße an der jeweiligen Straßenstelle mit Pylonen ab und setzt das Warnlicht auf dem Lkw-Dach in Betrieb. An stark befahrenen Straßen sei das Absichern schon mal schwieriger als an kaum frequentierten, aber er hat seinen Sohn Tim zur Unterstützung mit an Bord. Was Rattenbefall begünstigt, beantwortet HIS-Betriebsleiter Henrich: "Das Wegkippen von Essenresten über die Toilette in die Kanalisation schafft für die Nager hervorragende Nahrungsbedingungen." Das gelte auch für Bereiche um Abfallbehälter draußen, wenn weggeworfene Essensreste neben diesen landeten.

Schließlich führten auch schadhafte Kanalschächte und -rohre dazu, dass Ratten durch solche Stellen schlüpfen und sich nebenan im Erdreich in erbauten Nestern schnell vermehren können. Das gelte vor allem für alte Kanalleitungen. Insofern sei es wichtig, diese zu erneuern. Ein entsprechendes Programm der HIS-Abteilung Abwasserbeseitigung und Hochwasserschutz sieht vor diese Bereiche je nach Schädigungsgrad sukzessive zu sanieren oder Rohre auszutauschen.

Foto: Pylonen zur Absicherung sind gestellt, der Eimer mit den Giftködern steht bereit. Nun öffnet Tim Norris den Kanaldeckel samt Schmutzfänger, damit sein Vater Thomas einen Köder anbringen kann.

Foto: Giftige Köder wie dieser sollen die Ratten auch durch ihre Signalfarbe anlocken.

Foto: Der Giftköder wird am Rand des Kanalschachtes am daran befestigten Seil nach unten geführt.


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