Wo sind all' die Vögel geblieben? Wenig Besuch an Futterstellen

Großenhausen
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Der NABU Großenhausen erhält schon seit einiger Zeit viele besorgte Anfragen, dass typische Gartenvögel wie Finken, Meisen und Amseln kaum noch zu sehen sind.

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Woran mag das liegen? "Es ist richtig, dass zur Zeit wenige Vögel zu beobachten sind", sagt Norbert Möller, Vorsitzender des NABU Großenhausen. "Da die Einflüsse auf die Vogelbestände sehr komplex und vielfältig sind, findet sich hierfür auch keine einfache Erklärung." Mögliche Ursachen für den derzeitigen "Vogelmangel" sind: die Waldbäume tragen in diesem Jahr reichlich Samen, so dass die Tiere im Wald noch gut versorgt sind, die vergleichsweise milde Witterung, noch ausstehende Wintergäste und die Folgen des geringen Bruterfolges 2016; außerdem halten sich viele Vögel nicht stationär auf, somderm ziehen in Trupps umher. Langfristig wirken vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft und der damit verbundene gesteigerte Pestizideinsatz.

Viele Wintergäste,  wie z. B.  Erlenzeisige, Buch- und Bergfinken, nordische Kohlmeisen und Gimpel, sind bisher noch nicht eingetroffen. Die Hauptursache für die geringe Vogelanzahl ist jedoch in dem schlechten Brutergebnis zu sehen. "In der Tat gibt es weniger Nachkommen als in den Jahren zuvor", stellt Möller fest. Das haben auch die Kontrollen der Nisthöhlen ergeben, dass viele Arten, die unsere Futterstellen besuchen, weniger Nachwuchs durchbekommen haben. "Viele Bruten in den Nistkästen und Baumhöhlen sind nicht ausgeflogen - das bestätigen die vorgefundenen Totfunde", so Möller. Das nasskalte Frühjahr ist wohl die Ursache.

Aber auch die intensivierte Landwirtschaft und der Einsatz von Pestiziden wie Neonicotinoide beeinflussen die Lebensbedingungen unserer Wildvögel äußerst negativ. Fast alle Singvögel sind in der Fortpflanzungsphase ganz besonders auf ausreichendfe Mengen an Insekten angewiesen. Hier ist die Politik gefragt, für die Verbesserung der Biodiversität zu sorgen; die bisherigen Maßnahmen reichen bei weitem dazu nicht aus!

"Wir sind gespannt auf das Ergebnis der NABU-Mitmachaktion "Stunde der Wintervögel", die vom 6. bis 8. Januar 2017 stattfindet und rufen alle Naturfreunde dazu auf, teilzunehmen. Diese Langzeitstudie liefert wertvolle Hinweise zum Schutz der Artenvielfalt", erklärt Möller.


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