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So auch in diesem Jahr. Ganze neun Zuhörer fanden den Weg ins Mautner Schlössl (Floridsdorf bei Wien), um den musikalischen Ergüssen des Q3-Musikleistungskurses unter der Leitung von Stefan Glück zu lauschen. Zugegebener Maßen müssen sich die jungen KRS-Musiker zumindest in Wien die Bühne mit der Creme de la Cremeder Musikbranche teilen, geben sich die Musik-Größen in der österreichischen Hauptstadt die Klinken in die Hand. Sei es drum - hier kann das Motto nur „dabei sein ist alles“ lauten.

Dabei entging den Wienern ein durchaus niveauvolles und abwechslungsreiches Konzert wie der nun jüngst erfolgte Auftritt der sechs jungen Musiker mit gleichem Programm in der voll besetzten Hanauer Marienkirche unter Beweis stelle konnte. In einer doch sehr ungewöhnlichen Besetzung – drei Posaunen, ein Horn, ein Saxophon, Klavier und Gesang - zeigten die sechs KRS-Solisten, dass sie sich nicht vor den „Großen“ verstecken müssen und durchaus ein paar mehr Zuhörer in Wien verdient gehabt hätten. Dafür sorgte auch das sehr bunt gemischte Programm, ein charmanter Streifzug quer durch die Musikgeschichte von der ernsten „Wiener Klassik“ bis hin zum heiteren „easy listening“ eines Bert Kaempfert.

Beethovens „Equal Nr.1“ für vier Posaunen – er ahnte nicht, dass man diese Equale eines Tages zu seiner Beerdigung spielen würde – stellt die feierliche Eröffnung des Konzertreigens dar. Das Programm richtete sich auch nach den Besetzungsmöglichkeiten und damit auch den solistischen Fähigkeiten der Leistungsmusiker. So gab es unter anderem Werke von Haydn, Brahms, Silcher, Schubert Wolf und Strauß zu genießen, immer sehr einfühlsam und in bemerkenswerter Intonation dargeboten. Annabelle Müller war so eher für das Liedgut und die Klavierbegleitung zuständig, Eva Walther interpretierte zwei Horn-Werke, Moritz Pfau machte an der Posaune, dem Flügel und am Gesang eine gute Figur, souverän auch Joshua Bender und Lorenz Pick, beide Posaune und Gesang sowie Levin Wagner am Saxophon und Gesang.

Aber auch die heitere Muse kam nicht zu kurz, die die Leistungskurs-Musiker auch mit einer großen Prise Humor versüßten. So etwa die sehr kurzweilige Zahnarzt-Parodie aus dem Musical „Der kleine Horrorladen“, stimmlich ausgewogen dargeboten in weißen Kitteln mit allerlei Folterwerkzeug bis hin zum elektrischen Bohrer. Wiener Schmäh und Heurigen-Atmosphäre bot Kursleiter Stefan Glück in „Heut‘ hab i schon mei‘ Fah’ni“, op. 432, begleitet von Annabelle Müller, der Moritz Pfau ab und an ergänzend in die Tasten griff. Dass das berühmte „A whiter shade of pale“ vermutlich seinen Ursprung in Bachs berühmter Air aus der Orchestersuite Nummer 3 in D-Dur hat, konnten die Zuhörer in einer Fassung für Blech und Klavierbegleitung sehr transparent nachvollziehen. Daneben ließ die Stückauswahl auch Platz für die eine oder andere Improvisation.

Ein dahin schmelzendes „Strangers in the night“ setzte den Schlusspunkt unter ein 90-minütiges Konzert, das einmal mehr neben der großen Leistungsbereitschaft auch die große Freude der KRS-Musiker am reinen Musizieren unterzeichnen konnte. Der lang anhaltende Schlussapplaus des am Ende begeisterten Publikums war der verdiente Lohn für die jungen Solisten.

Foto: Rauschender Beifall für am Ende glückliche Musiker: Mit einem rund 90-minütigen Streifzug quer durch die Musikgeschichte begeisterten der Musik-Leistungskurs Q 3 der Karl-Rehbein-Schule Hanau unter der Leitung von Stefan Glück (links) das sehr zahlreich erschienene Publikum in der Hanauer Marienkirche. Fotos: KRS

Foto: Singen, bis der Zahnarzt kommt: Mit einer gelungenen Persiflage aus „der klein Horrorladen“ versetzten die jungen Dentisten ihr Publikum in Entzücken.


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