Stärker als üblich: Norovirus im Kreisgebiet ausgebrochen

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Im gesamten Bundesgebiet treten zurzeit vermehrt durch Noroviren ausgelöste Magen-Darm-Erkrankungen in Kindertagesstätten, Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern auf. Auch der Main-Kinzig-Kreis ist davon betroffen. Die Zahl der Norovirus-Infektionen ist im Kreisgebiet derzeit ungewöhnlich hoch. „Die Norovirus-Saison hat bei uns heftig begonnen. Im Vergleich zu den vergangenen Jahren früher und stärker“, informiert Kreisbeigeordneter und Gesundheitsdezernent Matthias Zach.

Dem Gesundheitsamt wurden im vierten Quartal 2016 bereits 324 Erkrankungsfälle durch Labore gemeldet. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es gerade einmal 121 Fälle. Hierbei handelt es sich aber nur um die Spitze des Eisberges, da nur Fälle erfasst werden, die im Labor bestätigt wurden. Aufgrund der typischen Symptomatik kontaktieren nur wenige Betroffene einen Arzt. Nur in einem Bruchteil der Fälle wird eine Laboruntersuchung veranlasst. Aufgrund dessen ist die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher.

Noroviren sind unbehüllte Viren, die bereits wenige Stunden nach ihrer Aufnahme zu einer Magen-Darm-Erkrankung (Gastroenteritis) führen. Sie sind weltweit verbreitet und zählen zu den häufigsten Durchfallerregern. Infektionen mit Noroviren können ganzjährig auftreten, im Winter nimmt die Zahl deutlich zu. Anstecken kann sich jeder. Erkrankungen von Kindern und älteren Personen werden besonders häufig gemeldet. So ergibt sich, dass Norovirus-Infektionen die überwiegende Ursache von akuten Gastroenteritis-Ausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Krankenhäusern und Altenheimen sind. Die Norovirus-Infektion ist durch das plötzliche Auftreten von starker Übelkeit, heftigem Erbrechen, Bauchschmerzen und wässrigen Durchfällen gekennzeichnet. Weiterhin können Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme, in seltenen Fällen auch Fieber auftreten.

Die Ansteckung erfolgt über eine direkte oder indirekte Übertragung von Mensch zu Mensch und ist in erster Linie die Ursache für die hohe Zahl an Norovirus-Infektionen. Daneben spielen auch kontaminierte Lebensmittel eine Rolle. Eine Übertragung ist auch darüber möglich. Das Virus wird von dem Erkrankten in großen Mengen mit dem Stuhl, aber auch mit dem Erbrochenen ausgeschieden. Wichtig zu wissen: Viruspartikel werden auch in Form eines feinen Aerosols während des Erbrechens versprüht und dadurch können Oberflächen von Nachttischen, Toiletten, Fußböden und Gebrauchsgegenständen unsichtbar mit infektiösen Viren benetzt werden. Die Viren können dort einige Zeit infektiös bleiben, weshalb eine konsequente Hygiene im Umfeld eines Erkrankten nötig ist, um sich nicht anzustecken.

Etwa zehn Stunden bis zwei Tage nach Aufnahme von Viruspartikeln über den Mund treten die ersten Symptome auf. Die Erkrankung dauert etwa ein bis vier Tage an. Viruspartikel werden während der gesamten Dauer der Erkrankung und in jedem Fall auch noch bis zu 48 Stunden nach Abklingen der Symptome ausgeschieden. Eine längere Ausscheidung über mehrere Wochen wird gelegentlich auch beobachtet. Es gibt zurzeit keinen Impfstoff gegen Norovirus-Infektionen und keine Medikamente, mit denen man die Viren bekämpfen kann. Im Vordergrund der Therapie steht der Ausgleich des zum Teil erheblichen Flüssigkeits- und Salzverlustes. Die Erkrankten sollen also viel trinken. Gegen starkes Erbrechen kann der Arzt ein Medikament verschreiben.

Insbesondere bei betroffenen Kleinkindern und älteren Menschen besteht die Gefahr des „Austrocknens“ durch den hohen Flüssigkeits- und Salzverlust. Daher kann bei diesen Personen ein kurzzeitiger Krankenhausaufenthalt notwendig sein. Auf jeden Fall sollte bei diesem Personenkreis der Krankheitsverlauf besonders aufmerksam beobachtet werden. Neben der sorgfältigen Beachtung der allgemein üblichen Händehygiene sollten in einem Haushalt mit einem oder mehreren Erkrankten die Hygienemaßnahmen insbesondere während der Zeit, in der Symptome auftreten, ausgeweitet werden: Erkrankte sollten nach Möglichkeit in einem eigenen Zimmer untergebracht sein und  wenn möglich eine eigene Toilette benutzen. Wichtig ist eine häufige Desinfektion und der patientennahen Gegenstände. Leib- und Bettwäsche der Erkrankten soll im Vollwaschprogramm bei mindestens 60 Grad gewaschen werden.

Gemäß des Infektionsschutzgesetzes dürfen unter Sechsjährige Einrichtungen wie Kindergärten nicht besuchen, wenn sie Magen-Darm-Infekte haben. „Wir appellieren an die Eltern, nach dem Ende der Symptome ihre Kinder frühestens nach 48 Stunden erst wieder in die Einrichtung zu schicken. Besser ist es, noch einen Tag länger zu warten“, erklärt Gesundheitsdezernent Zach. Das Norovirus wird noch rund zwei Wochen nach dem Abklingen der Symptome ausgeschieden. Deshalb ist es nicht ausgeschlossen, dass es auch nach der Genesung noch übertragen wird.

Zusätzliche Informationen, auch für Gemeinschaftseinrichtungen, findet man auf der Website des Robert-Koch-Institutes unter www.rki.de. Weitere Auskünfte erteilen auch die niedergelassenen Ärzte im Main-Kinzig-Kreis sowie dasKreisgesundheitsamt.


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