Kommandanten- und Verbandsversammlung

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Am Freitag, 16.03.2018 fand um 19.30 Uhr in der Räuschberghalle in Alzenau-Hörstein die Kommandantenversammlung verbunden mit der Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbandes Aschaffenburg e.V. statt.

Kreisbrandrat Karl-Heinz Ostheimer konnte neben Landrat Dr. Ulrich Reuter rund 250 Feuerwehrführungskräfte, politische Mandatsträger und zahlreiche Bürgermeister begrüßen. Alzenaus 1. Bürgermeister Dr. Alexander Legler dankte in seinem Willkommensgruß den Feuerwehrleuten für ihr ehrenamtliches Engagement zum Wohl der Bürgerinnen und Bürger.

In seinem Bericht ging Kreisbrandrat Ostheimer zunächst auf die aktuellen Personalzahlen ein: 634 Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren, und damit 50 mehr als im Vorjahr, sind in den Jugendfeuerwehren der 61 Freiwilligen Feuerwehren engagiert. Der weibliche Anteil mit 170 Mädchen und jungen Frauen liegt bei 27 Prozent. In den mittlerweile 34 Kinderfeuerwehren sind derzeit 468 Kinder zwischen 6 und 11 Jahren organisiert. Mit der Fusion der Feuerwehren Feldkahl und Rottenberg zur Freiwilligen Feuerwehr Feldkahl-Rottenberg reduzierte sich die Anzahl der Freiwilligen Feuerwehren von 62 auf 61. Zusammen mit den 3 Werkfeuerwehren gibt es somit aktuell 64 Feuerwehren im Landkreis Aschaffenburg.

Mit 2588 Aktiven leisten 30 Aktive mehr als im Vorjahr aktiven Feuerwehrdienst. Der Frauenanteil beträgt mit 352 Frauen rund 13 Prozent. Dennoch dürfe der leichte Aufwärtstrend nicht darüber hinwegtäuschen, dass die ständige Verfügbarkeit, gerade während der üblichen Kernarbeitszeiten, deutlich zurückgehe. Das große Thema ist die Tagesalarmsicherheit, so Ostheimer. Die Anzahl der Atemschutzgeräteträger ist um 15 Personen auf aktuell 957 Atemschutzgeräteträger angestiegen. Der Landkreis Aschaffenburg leiste einen wesentlichen Beitrag für die Aus- und Fortbildung der Atemschutzgeräteträger. Die Streckendurchgänge durch die Atemschutzstrecke sowie Übungen im Übungshof, im gasbefeuerten Brandübungscontainer und in den Übungsanlagen sind ab dem 01.04.2018 für die Feuerwehren des Landkreises kostenlos.

Im vergangenen Jahr gab es insgesamt 4.580 Einsätze. Neben 476 Brandmeldungen wurden 3.077 technische Hilfeleistungen abgewickelt. Hinzu kamen 339 Fehlalarmierungen, 145 Sicherheitswachen und 543 sonstige freiwillige Tätigkeiten. Den größten Anteil an den technischen Hilfeleistungen hat der Verkehr. Rund 1.100 Einsätze waren bei Verkehrsunfällen, Ölspuren, auslaufender Treibstoff usw. erforderlich. 900 wetterbedingte Einsätze wie Hochwasser, Sturm- und Unwetterschäden stehen an zweiter Stelle, gefolgt von 499 First-Responder-Einsätzen. Bei den Bränden und Technischen Hilfen wurden 169 Personen, davon 46 über Feuerwehrleitern, gerettet. Für 36 Personen kam jede Hilfe zu spät, sie konnten nur noch tot geborgen werden. 321 Menschen wurden bei Feuerwehreinsätzen betreut und versorgt.

Bei den First-Responder-Einsätzen konnten 370 Personen geholfen werden, aber auch hier konnte bei 41 Menschen keine Hilfe mehr geleistet werden. Dass Feuerwehrdienst nicht ungefährlich ist, beweisen die 52 im Jahr 2017 verletzten Feuerwehrleute. Mit 9 Kameradinnen und Kameraden wurden nach belastenden Einsätzen von geschulten Kräften der Einsatznachsorge Gespräche geführt. Am 18.05.2017 stürzte der Bessenbacher Feuerwehrmann Günther Kowalski bei einem Feuerwehreinsatz aus dem fahrenden Feuerwehrfahrzeug und zog sich dabei schwerste Kopfverletzungen zu. Nach monatelangem Krankenhausaufenthalt liegt er nun seit einigen Wochen in einer Aschaffenburger Pflegeeinrichtung. Der Kreisfeuerwehrverband hat zur Unterstützung von Günther und seiner Familie ein Spendenkonto eingerichtet, das auf langfristige Hilfe ausgelegt ist.

Kreisbrandinspektor Frank Wissel ging auf die Entwicklung der Modularen Truppausbildung ein: Bei aktuell 600 Jugendlichen werden rund 100 Jugendliche pro Jahr den Lehrgang „Basismodul“ besuchen. Es müssen daher 4 Lehrgänge für jeweils 25 Teilnehmer angeboten werden, die jeweils an 6 Wochenenden stattfinden. Hinzu kommen noch 5 eintägige Zusatzmodule Brandbekämpfung Teil I und II, ABC-Gefahren, Retten und Technische Hilfeleistung. Diese Zusatzmodule müssen jeweils 5 Mal pro Jahr angeboten werden, um den Lehrgangsbedarf abzudecken. KBI Wissel appellierte an alle Kommandanten sich solidarisch zu erklären, mitzuhelfen und die Ausbildung personell und materiell zu unterstützen.

Kreisbrandinspektor Otto Hofmann erläuterte den Sachstand des Bahnprojektes zwischen Laufach und Heigenbrücken mit insgesamt 4 Bahntunneln. Obwohl die Neubaustrecke zwischenzeitlich in Betrieb gegangen sei, fehlen immer noch passende Feuerwehrpläne und die Brandmeldeanlage sei auch noch nicht abgenommen. Er konnte sich einen kleinen Seitenhieb auf die seiner Meinung nach mangelnde Unterstützung durch das Staatsministerium des Innern für Bau und Verkehr nicht verkneifen. „In Bayern existieren offensichtlich keine einheitlichen Forderungen und Vorgaben in Sachen Sicherheitskonzepte für Bahntunnel, obwohl es ständig Bahnprojekte im Freistaat gibt“, so Hofmann. Alles habe man sich selbstständig erarbeiten müssen. Das Ministerium habe allerdings, auch dank der Unterstützung unserer Abgeordneten, die Ausbildung von Multiplikatoren an der International Fire Academy in Balsthal/Schweiz, finanziert.

Landrat Dr. Ulrich Reuter erinnerte in seinem Grußwort daran, dass bereits kleine Kinder auf den Ton des Martinshorns erwartungsvoll und aufgeregt reagieren. „Machen Sie sich diese Faszination für die Nachwuchsgewinnung zunutze“, rief er den Führungskräften zu. Der Freistaat Bayern habe mit der Aufnahme der Kinderfeuerwehren in das Bayer. Feuerwehrgesetz ein wichtiges Zeichen gesetzt. Er dankte allen, die sich in den Kinder- und Jugendfeuerwehren um den Nachwuchs kümmern. Weil den Verantwortlichen die Ausbildung und Übung der Feuerwehrleute wichtig sei, übernehme der Landkreis neuerdings die Kosten für 2 Vollzeitstellen im Atemschutzzentrum. Außerdem sei eine Planstelle für die Brandschutzdienststelle im Landratsamt geschaffen worden, die zum 01.04.2018 mit einem Mitarbeiter mit hauptamtlicher feuerwehrtechnischer Ausbildung besetzt werde. Sein Hauptaufgabenbereich sei der vorbeugende abwehrende Brandschutz. Landrat Dr. Reuter dankte allen Anwesenden für ihren Einsatz und ihr Engagement und wünschte alles Gute.

Landtagsabgeordneter Peter Winter (CSU) brachte seinen Respekt vor der großartigen Leistung der ehrenamtlichen Feuerwehrleute zum Ausdruck. Er nahm auch Bezug auf einen Vorfall der jüngsten Vergangenheit, als Feuerwehrangehörige von einem Verkehrsteilnehmer bei einem Einsatz beschimpft worden sind. „Die Gesellschaft darf es sich nicht gefallen lassen, dass Ehrenamtliche, die für andere im Einsatz sind, auf unflätige Weise beschimpft werden.“ Hier müsse mit allen Mitteln dagegen vorgegangen werden.

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