Shantel & Bucovina Club Orkestar - SHANTOLOGY

Als der Frankfurter Freestyle- & Electronica-DJ Stefan Hantel vor Jahren begann, in seinem gewohnt eklektischen Mix Beats aus Brasilien und Nordafrika, Brass-Madness, Roma-Balladen und Tänze vom Balkan zu verwirbeln, fanden die Tanzfreudigen diese Herangehensweise nur logisch. Eine Reise in die Bucovina, die Heimat seiner Familie mütterlicherseits, und nach Rumänien brachte ein Erweckungserlebnis: Was vorher von Platten wie ein ferner Klang aufstieg, hier war es physisch erlebbar: wilde Blaskapellen, Sängerinnen mit Soul in der Stimme, Melancholie und Blues in gesungenen oder instrumentalen Balladen, Frenesie in den Tänzen Kolo, Hora oder Cocek (die Balkan-Variante des Bauchtanzes).

Der Balkan ist dank Shantel im Club angekommen, mit dem Bucovina Club wurde gar eine neue Pop-/Clubkulturwelle ausgelöst, die sich frei von Klischees, ethnologischem Ballast oder musealem Denken an den Klängen Osteuropas erfreut. Ein neuer Sound wurde so salonfähig gemacht. Dabei macht Shantel das beliebte wie beliebige Spiel des seelenlosen Plünderns der Quellen nicht mit, sondern erweist zunächst den Wurzeln seinen Respekt. Ziel ist die Weiterentwicklung und Überführung des Sounds in einen urbanen europäischen Kontext. Hier berühren sich Club- wie traditionelle Musik, denn beide sind im besten Sinne niemals statisch, sondern ständigen Veränderungen und Anpassungen an das aktuelle Lebensgefühl unterworfen. Shantel behandelt – auf Grundlage seines „alten“ Wissens als Produzent elektronischer Musik – diese Musikstile genauso wie eine HipHop- oder Dancemusic-Produktion. Nicht im sterilen Konzertsaal, sondern im Setting des Clubs oder der Party an einem ungewöhnlichen Ort entfaltet der Sound seine ganze Magie.

„Shantel, der vielleicht wichtigste Balkan-DJ Europas hat mit seinem Bucovina Club einen wichtigen Beitrag geleistet zur Propagierung balkanischer Musik in den Clubs des „Westens“. Mit Remixes, Samples oder aber unbearbeiteten Aufnahmen hat er einem tanz- und feierwütigen Clubbing-Publikum die Schönheiten auch traditioneller Musik erschlossen.

Foto: Harald H. Schröder


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