SPD Großkrotzenburg würdigt ihren verstorbenen Bürgermeister

Großkrotzenburg
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Bürger Großkrotzenburgs, die die damalige Zeit nicht miterlebt haben, weil sie entweder zu jung sind, später erst zuzogen oder beides, können sich nur schwer vorstellen, welche Veränderungen Martin Woythal in Großkrotzenburg erreicht hat.

Als Martin Woythal 1958 mit den Stimmen der SPD der Freien Wählerschaft und des BHE zum jüngsten Bürgermeister in Hessen gewählt wurde, fand er eine finanzschwache Gemeinde vor, in der es keine Kanalisation gab, katastrophale Straßenzustände herrschten und es nur unzureichende Schulverhältnisse gab, erinnert sich Karlheinz Reisert, der die damalige Zeit als junger SPD- Kommunalpolitiker miterlebte.

Bereits nach zwei Jahren seiner Amtsführung konnte der junge Sozialdemokrat bei der Kommunalwahl 1960 darauf verweisen, dass in seiner kurzen Amtszeit in Großkrotzenburg mehr geschehen war als in 50 Jahren zuvor. 17.000 qm Straßen waren gebaut, auf „freiem Feld“ baute die Gemeinde die Geschwister Scholl Schule, wurde der Ausbau des Strandbades Spessartblick begonnen, wurden drei Kilometer moderne Straßenbeleuchtung installiert, 51 Wohnungen gebaut, zwei Drittel des gesamten Ortsbereichs in einem Zuge kanalisiert und die Wasserversorgung durch bessere Verträge abgesichert.

Seine größte Leistung war jedoch der Abschluss eines Vertrages mit der Preußen-Elektra zum Bau eines Großkraftwerkes. Damit wurde der Grundstock für die weitere, stetige Aufwärtsentwicklung der Gemeinde gelegt. Die Leistungen Martin Woythals wurden vom Großkrotzenburger Wähler honoriert und er konnte als Spitzenkandidat der SPD deren Stimmen im Gemeindeparlament verdoppeln.

1964 wurde Martin Woythal bei vier Gegenstimmen und einer Enthaltung für weitere zwölf Jahre zum Bürgermeister gewählt. Der Stimmenanteil der SPD kletterte auf 64,3 %. Großkrotzenburg war inzwischen komplett kanalisiert und verfügte über eine moderne Kläranlage. Im Straßenbau stand Großkrotzenburg an der Spitze, dies galt auch für vorbildliche Bushaltestellen und Fahrradwege.

In dem gleichen Zeitraum wurden 200 Bauplätze erschlossen und 400 neue Wohnungen gebaut, erinnert Karlheinz Reisert für die SPD. Mit der Fertigstellung der Geschwister-Scholl-Schule, die seit 1966 über einen Realschulzweig verfügte, wurden die alten Schulgebäude in der Breite Straße in ein Museum und in eine Sozialstation mit Altentagesstätte (die heutige Bücherei im Theodor Pörtner Haus) umgewandelt. Auch die Übersiedlung des Franziskaner Gymnasiums nach Großkrotzenburg wurde, von Martin Woythal tatkräftig unterstützt, realisiert.

In den Jahren 1967 und 1968 leitete er auch die Geschicke des SPD- Ortsvereins als dessen Vorsitzender erinnert Walter Bergmann, der heutige Vorsitzende. Die Großkrotzenburger SPD unterstützte seinerzeit ausdrücklich die Bewerbung Martin Woythals für die freigewordene Stelle des Landrats des Kreises Hanau. Trotz eines vorangegangenen Prozesses ging der ehrgeizige Kommunalpolitiker aus der Wahl als Landrat des Kreises hervor. Als Landrat des Kreises Hanau kämpfte er in den Jahren der Gebietsreform zusammen mit Bürgermeister Rodewald für die Selbständigkeit Großkrotzenburgs. Die Selbständigkeit der Gemeinde wäre ohne Martin Woythal nicht geblieben, so Walter Bergmann. Die Schilder "Hanau 10" waren für Großkrotzenburg schon gedruckt.

Seinen letzten großen Auftritt bei den Großkrotzenburger Genossinnen und Genossen hatte Martin Woythal 1999, als der SPD- Ortsverein sein 90- jähriges Bestehen in der ehemaligen Synagoge feierte. In einer Gesprächsrunde mit Weggefährten, wurden alte Erinnerungen wieder lebendig.

Martin Woythal hat sich wie kaum ein anderer um Großkrotzenburg verdient gemacht, würdigt der Ortsvereinsvorsitzende Walter Bergmann seine Leistungen, die Großkrotzenburg heute noch prägen. Sein ehrendes Andenken wird nicht nur bei den Sozialdemokraten bewahrt werden, ist sich Walter Bergmann sicher.

Foto (von links): Martin Woythal, Hans Herzog, Walter Pörtner und Uwe Bretthauer als Moderator.

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