„Es treten immer wieder Infektionsherde auf, die zeigen, dass das Virus weiterhin aktiv und gefährlich ist. Ich appelliere deshalb an alle Bürgerinnen und Bürger, die Infektionsgefahr weiterhin ernst zu nehmen und sich und alle anderen vor Ansteckung zu schützen.“ Klose verwies auf den Mindestabstand von 1,5 Metern und Hygieneempfehlungen wie häufiges Händewaschen und die Nies-Husten-Etikette. „Tragen Sie bitte einen Mund-Nasen-Schutz überall dort, wo er vorgeschrieben ist oder die Möglichkeit besteht, dass der Mindestabstand nicht gewahrt werden kann. Setzen Sie sich telefonisch mit Ihrer Arztpraxis in Verbindung, wenn Sie unter Beschwerden wie zum Beispiel Husten, Schnupfen, Halsschmerzen oder Geschmacksstörungen leiden. Damit leisten Sie einen aktiven Beitrag im Kampf gegen das Virus“, betonte der Minister.

Hessen übernimmt Verdienstausfall für Beschäftigte
Für Eltern, die wegen geschlossener Schulen und Kitas zu Hause bleiben und deshalb Einkommenseinbußen hinnehmen mussten, ersetzt das Land Hessen diesen Verdienstausfall, der bislang von Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern vorgeleistet wurde. Die Zahlungen werden den Arbeitgebern vom Land ersetzt, Selbständige erhalten eine Direktzahlung. Aufwendungen zur sozialen Absicherung werden ebenfalls übernommen. Ende Mai hat der Deutsche Bundestag die Bezugszeit für einen Verdienstausfall wegen der Schließung von sechs auf zehn, bei Alleinerziehenden sogar auf zwanzig Wochen verlängert. Für die Zeit der Schließung von Schulen und Kitas erhält das Elternteil, das zu Hause geblieben ist oder bleibt, aufgrund der bundesgesetzlichen Entscheidung für Zeiträume ab dem 30. März eine Entschädigung. In den ersten sechs Wochen beträgt sie 67 Prozent des entgehenden Netto-Entgelts. Außerdem werden in beiden Fällen Aufwendungen für die fortbestehende soziale Absicherung in der Kranken- und Rentenversicherung übernommen. Der Anspruch kann eingeschränkt werden, wenn Überstunden oder Urlaub für die Kindererziehung genommen wurde oder hätte genommen werden können. Für die Anträge ist hessenweit das Regierungspräsidium Darmstadt zuständig. Anträge auf Ersatz des Verdienstausfalls können unter ifsg-online.de gestellt werden.

SAFE-KiDS Studie
Im Rahmen des Pressebriefings stellte Klose außerdem eine bevorstehende Studie zum Coronavirus vor: „Die Erforschung von SARS-CoV-2 ist grundlegend für den künftigen Umgang mit dem Virus. Hessen kooperiert deshalb mit Forscherinnen und Forschern des Universitätsklinikums Frankfurt, um mehr darüber zu erfahren, wie sich das Virus ausbreitet und Infektionen verlaufen – insbesondere bei Kindern.“ Es ist derzeit noch ungewiss, welchen Anteil Kinder an der Verbreitung des Virus haben. Infektionen verlaufen bei ihnen meist mild oder asymptomatisch. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration startet deshalb gemeinsam mit dem Institut für medizinische Virologie der Goethe Universität Frankfurt die „SAFE-KiDS Studie“. Für die Studie sind aktuell Landeszuwendungen in Höhe von mehr als 270.000 Euro veranschlagt.

„SAFE-KiDS erhebt Daten zum Auftreten von SARS-CoV-2 in Kindertageseinrichtungen und vergleicht sie mit der Ausbreitung des Virus in der entsprechenden Region, um mehr über die Beteiligung kleiner Kinder an der Infektionsausbreitung zu erfahren. Professor Dr. med. Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, erklärte zum Studiendesign: „Die SAFE-KIDS Studie soll ab Mitte Juni starten. Es wurden hierfür 60 Kitas in ganz Hessen ausgewählt und die Kita-Träger zur Teilnahme eingeladen. Den Kindern und ihren Betreuern werden wöchentliche Testungen auf SARS-CoV-2, den Erreger der Krankheit COVID-19, angeboten. Die Studienteilnahme ist natürlich freiwillig. Wir wollen untersuchen, ob es in den KiTa-Gruppen zu Infektionen mit dem Virus kommt und ob wir mit dieser Methode eventuelle Ausbrüche schneller erkennen können. Wir würden uns sehr freuen, wenn möglichst viele der angesprochenen Kitas an der Studie teilnähmen.“

Überblick der Belegungszahl COVID-19 in Krankenhäusern
Mit Stand vom 2. Juni, 11 Uhr, sind in den hessischen Krankenhäusern 10.852 Betten frei (stationäre Betten inklusive der Beatmungs- und Intensiv-Überwachungsbetten). Dies sind 89 Betten weniger als beim letzten Briefing (Stand: 26. Mai, 11 Uhr: 10.941). Die Gesamtzahl der COVID-19-Patientinnen und -Patienten in den hessischen Krankenhäusern liegt bei 417, davon sind 72 Personen beatmungs- und intensivüberwachungspflichtig. Derzeit gibt es 851 freie Beatmungsbetten in hessischen Krankenhäusern.

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