Der Ausbildungsmarkt ist robust

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Zahlen und Tendenzen rund um das Thema Ausbildung präsentierten die Agentur für Arbeit, die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, die Kreishandwerkerschaften Hanau und Gelnhausen-Schlüchtern sowie der Main-Kinzig-Kreis mit dem Kommunalen Center für Arbeit (KCA) auf ihrer gemeinsamen Pressekonferenz.

Die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber hat im Bezirk der Agentur für Arbeit Hanau im Ausbildungsjahr 2017/18 etwas zugenommen. Bei den offenen Ausbildungsstellen, die der Arbeitsagentur gemeldet wurde, ist dagegen ein Rückgang zu verzeichnen. 3.276 Jugendliche meldeten sich im Berichtsjahr bei der Berufsberatung der Agentur für Arbeit ausbildungssuchend, 18 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. 2.299 offene Ausbildungsstellen meldeten Betriebe zur Vermittlung bei der Arbeitsagentur, 47 weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. 13 Jugendliche waren am Stichtag 30. September noch ohne einen Ausbildungsplatz; demgegenüber konnten 185 Ausbildungsstellen nicht besetzt werden.

„Trotz einiger unbesetzter Ausbildungsstellen ist der Ausbildungsmarkt in unserer Region stabil. Jugendliche, die eine Ausbildung machen wollen, haben bessere Chancen als je zuvor. Eigentlich sollten und könnten noch viel mehr junge Frauen und Männer in Ausbildung gehen. Aber die Berufswahl folgt nicht immer der Logik. Den Trend zum möglichst langen Besuch der Schule und hin zum höchstmöglichen Abschluss beklagen Experten seit mehreren Jahren, ohne dass sich daran etwas geändert hätte. Dabei ist es aus arbeitsmarktpolitischer Sicht, aus Sicht der Betriebe und auch aus der der jungen Leute kontraproduktiv, stur auf den höchsten Schulabschluss zu setzen. Auch die Eltern, die immer das Beste für ihren Nachwuchs wollen, unterschätzen, dass die klassische duale Ausbildung den Weg in eine Berufskarriere mindestens ebenso gut ebnen kann wie Abitur und Studium. Oft ist sogar die Ausbildung eher empfehlenswert, nämlich dann, wenn die Schulabschlüsse immer schlechter und die Schüler immer lustloser und frustrierter werden. Eine Ausbildung ist auch keine Sackgasse – im Gegenteil: Wer heute eine Lehre macht, kann sich prima weiterentwickeln, bis hin zur Selbständigkeit oder zum Studium“, so Heike Hengster, Vorsitzende der Geschäftsführung der Hanauer Arbeitsagentur.

„Einer aktuellen Studie des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zufolge wird bei der Berufswahl für Jugendliche immer wichtiger, welches Image mit einem Beruf verbunden ist und wie sie damit in ihrem Umfeld punkten können. Dagegen wissen nur wenige, welche Tätigkeiten beispielsweise mit einem Handwerksberuf verbunden sind und welche Talente sie darin entfalten können.  Alle Arbeitsmarktpartner müssen daran arbeiten, zu informieren und vor allem veraltete Klischees zu entstauben.

Bei einigen Ausbildungsbetrieben findet langsam ein Umdenken statt“, lobt die Arbeitsmarktexpertin. „Es profitieren Unternehmen, die bereit sind, auch den Jugendlichen Möglichkeiten anzubieten, die nicht die Idealbewerber sind. Da gibt es Betriebe, die Flüchtlinge ausbilden, und es gibt andere, die sich auf Jugendliche einlassen, die etwas mehr Unterstützung benötigen. Die Arbeitsagentur kann mit ihrem Förderinstrumentarium unterstützen: von der Einstiegsqualifizierung (EQ) über den Ausbildungszuschuss und die Assistierte Ausbildung (AsA) bis zu ausbildungsbegleitenden Hilfen (abH).“

„Wir freuen uns, dass die Unternehmen im Main-Kinzig-Kreis unverändert viel ausbilden. Mit 1.410 neuen Ausbildungsverhältnissen bleibt die Ausbildungssituation im Bereich der Industrie- und Handelskammer auf gleichbleibend sehr gutem Niveau. Das unterstreicht auch das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage: Die Unternehmen im Main-Kinzig-Kreis schauen optimistisch in die Zukunft und setzen auf die duale Berufsausbildung“, so Miriam Fuchs, Leiterin Berufliche Bildung der Industrie- und Handelskammer Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern. „In diesem Zusammenhang erleben wir, dass vermehrt Menschen eine Chance erhalten, die vielleicht auf den ersten Blick nicht so glänzen“.

Axel Hilfenhaus, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hanau, zeigt sich zufrieden mit den Ausbildungszahlen: „Das Handwerk konnte die Zahl der abgeschlossenen Ausbildungsverträge gegenüber dem Vorjahr erneut steigern. Nach wie vor zeigt sich, dass unsere Handwerksbetriebe eine hohe Ausbildungsbereitschaft an den Tag legen“. Dem schließt sich Klaus Zeller, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern, an: „Unsere Zahlen können sich sehen lassen. Mehr geht immer, das ist klar. Aber insgesamt freuen wir uns über die Entwicklung unserer Betriebe im Bereich Ausbildung. Bei höherer Ausbildungsbereitschaft unter den Jugendlichen könnten auch noch mehr zu dringend benötigten Fachkräften ausgebildet werden. Hier müsste noch viel mehr Überzeugungsarbeit geleistet werden, auch bei Eltern und an den Schulen.“

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