40 neue Auszubildende im Elektronikerhandwerk

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Er habe Tränen des Glücks in den Augen gehabt, erzählt Lucas Budzynski von dem Augenblick, als er seinen Lehrvertrag in die Hand bekommen habe. Der 18-Jährige ist einer von rund 40 Azubis, die jetzt im Beritt der Kreishandwerkerschaft Hanau ihre Lehre als Elektriker begonnen haben. An diesem Tag sind die Neuen allesamt zum Sitz der Kreishandwerkerschaft an die Martin-Luther-King-Straße in Hanau gekommen, wo erstmals ein Einführungstag für die Auszubildenden im Elektronikerhandwerk veranstaltet wird.

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Das sei ein ganz neues Format, mit dem man die Betriebe ein wenig entlasten wolle, sagt der Obermeister der Innung für Elektro- und Informationstechnik im Main-Kinzig Kreis, Walter Ebert. Die Neuen bekommen die wichtigsten Sicherheitsregeln in ihrem Beruf an die Hand, sie lernen, wie man Kundengespräche führt und auch wie man sich beim Kunden benimmt. „Knigge für Elektriker“ heißt einer der Kurse vielsagend.

Doch über die praktischen Lerninhalte hinaus wolle man auch gleich ein Zusammengehörigkeitsgefühl schaffen. Die jungen Leute sollen sich und auch die Kreishandwerkerschaft Hanau kennenlernen, bei der sie in den kommenden Jahren einen Teil ihrer überbetrieblichen Ausbildung absolvieren werden. Das Modell habe man von der Innung in Wiesbaden übernommen berichtet Ebert. Und bei den Auszubildenden findet es ganz offensichtlich Anklang: „Jetzt hat man schon einmal einen Überblick über das, was einem im Berufsalltag erwartet“, zeigt sich der Lucas Budzynski zufrieden. Er lernt seit wenigen Tagen bei der Firma Knaak in Großauheim. Genauso wie sein Kollege Björn Reichart, der schon im dritten Lehrjahr ist. Als erfahrener Auszubildender soll Reichart den Neueinsteigern beim Einführungstag ein wenig von seinen Erlebnissen aus dem Elektrikeralltag erzählen, die durchweg spannend seien, wie der 19-Jährige zu berichten weiß. Es sei vor allem die Abwechslung, die den Beruf des Elektronikers ausmache. Immer mehr seien auch Fähigkeiten als Programmierer gefragt, sagt Reichart, beispielsweise bei der Einrichtung von Smart Homes. „Das macht Spaß, ist aber manchmal ganz schön kompliziert“, sagt er augenzwinkernd.

Walter Ebert weiß, dass seine Branche auf top-ausgebildete Leute angewiesen ist. Diese zu bekommen und dann später auch im Handwerk zu halten sei jedoch zunehmend schwieriger geworden, so der Obermeister. Man müsse fast darüber nachdenken, ähnlich wie im Fußball Ablösesummen zu verlangen, um zu verhindern, dass die Lehrlinge nach erfolgreicher Ausbildung in die Industrie gingen, sagt Ebert scherzhaft. Er freut sich dass , dass beim Einführungstag auch weibliche Lehrlinge dabei sind. „Für Frauen sei das Elektrikerhandwerk ein attraktiver und vielversprechender Berufszweig. Die Erfahrung habe gezeigt: „Bei uns ist der Aufstieg vom Lehrling zum Generaldirektor noch immer möglich“.

Für die Kreishandwerkerschaft ist der Einführungstag der Elektroniker so etwas wie ein Pilotprojekt. „Sollte sich das Modell bewähren, werden wir es auch für die anderen Gewerke anbieten“, sagt KH-Geschäftsführer Axel Hilfenhaus. Die jungen Auszubildenden nahmen im Übrigen nicht nur jede Menge neue Erfahrungen und neues Wissen mit nach Hause, sondern auch ein Sicherheitspaket, das Ihnen von der Berufsgenossenschaft geschnürt worden war und jede Menge nützliche Utensilien enthielt. „Die Lehre hat schon einmal vielversprechend begonnen“, freute sich Azubi Lucas Budzynski.

Foto: Gruppenbild der neuen Lehrlinge im Elektronikerhandwerk

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