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Raphael Racks Arbeiten wurzeln in der internationalen tachistischen Malerei (eine Form der abstrakten Malerei) nach 1945, die von Karl Otto Götz übernommen wurde und unter anderem von Gerhard Richter weitergeführt wurde. An diesem hat sich Raphael Rack zunächst orientiert, aber längst zu einer selbständigen Position weiterentwickelt. Ab kommendem Mittwoch (20. November) sind die Werke von Raphael Rack in der Galerie im Kreishaus am Friedberger Europaplatz zu sehen.

Groß sind die Bilder, 2,20 Meter auf 1,70 Meter, Farbschicht auf Farbschicht übereinandergelegt und dann mechanisch bearbeitet mit einer Rakel und anderen Werkzeugen, mit denen Raphael Rack wunderbare Bilder voller Kraft und Farbe schafft, dicht und komplex in der Darstellung, Bilder die wie ein Teppich des Lebens erscheinen. Erinnerung und Assoziation der Betrachterinnen und Betrachter sind vielfältig. Tatsächlich sind die Werke von Raphael Rack absolut abstrakt

„Ich denke an nichts Bestimmtes beim Malen. Ich will einen bestimmten Punkt beim Auftragen der Farben erreichen. Ich frage mich, wie ich den Weg dorthin finde. Das ist eine permanente Auseinandersetzung während der Malaktion, die keine anderen Gedanken oder Störungen, wie etwa Musik oder Gäste im Atelier, zulässt“, sagt Raphael Rack über seine Herangehensweise an die Arbeit. „Das Bild ist dann fertig, wenn es in meinen Augen perfekt ist. Dabei stelle ich nichts dar, auch wenn viele Menschen etwas in den Bildern sehen.“

In der Malerei ist Raphael Rack ein Getriebener, obwohl er schon merklich zurückgeschaltet hat. „Früher habe ich bis zu 150 Bilder im Jahr gemalt, jetzt sind es 50 bis 60. Ich will mir mehr Zeit nehmen für die Bilder, sie verdichten. Und dafür male ich manchmal zwölf Stunden und mehr am Tag, um dann auch einmal einen Tag gar nichts zu machen.“ Die Bilder selbst bezeichnet er als lebensbejahend. „Es macht mich glücklich, wenn Menschen Spaß an meiner Kunst haben.“

Raphael Rack ist ein sehr erfolgreicher Künstler. Bei der letzten Art Karlsruhe, einer der renommiertesten Kunstmessen überhaupt in Deutschland, verkaufte er sieben von den elf ausgestellten Werken. „Damit gewinne ich Unabhängigkeit und damit auch die Möglichkeit zur künstlerischen Weiterentwicklung.“

Diese kann man auch im Vergleich zu der letzten Ausstellung sehen, die Raphael Rack vor rund drei Jahren im Friedberger Kreishaus gezeigt hat. Die Bilder sind aufwändiger, komplexer. Raphael Rack entwickelt seinen eigenen Stil. Damit hat der Künstler ein beachtliches Renommee geschaffen und stellt in namhaften Galerien aus, „aber Friedberg ist weiterhin für mich wichtig. Hier bin ich aufgewachsen, hier bin ich zur Schule gegangen, hier lebe ich. Die Ausstellung im Friedberger Kreishaus hat einen familiären Touch und macht mir große Freude. Auch hier treffe ich Menschen, die sich für meine Arbeit interessieren.“

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen drei Bilder aus der Serie „Deep Blue Sea“. Die großformatigen Bilder werden erstmals in der Öffentlichkeit gezeigt. Darüber hinaus zeigt die Ausstellung einen Querschnitt der Arbeiten von Raphael Rack aus den letzten zwei Jahren. Die Ausstellung ist noch bis zum 20. Dezember 2019 in der „Galerie im Kreishaus“ (Gebäude A, 1. OG) und im Foyer (Gebäude B) am Friedberger Europaplatz zu sehen. Öffnungszeiten: montags bis mittwochs, von 7:30 Uhr bis 16 Uhr, donnerstags bis 18 Uhr und freitags bis 12:30 Uhr.

Foto: Raphael Rack mit dem farbkräftigsten Bild aus der Serie „Deep Blue Sea“ in seinem Atelier in der Friedberger Burg.

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