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Wie soll man nach diesem Schock wieder zurück in den Alltag finden, fragen sich viele Betroffene. Genau hier setzt die Maintaler Ortsgruppe der Frauenselbsthilfe nach Krebs mit ihrer Arbeit und insbesondere mit ihrer Ausstellung „Das bin ich! Starke Frauen nach, mit und trotz Krebs“ an. “Wir wollen mit unseren Fotos und Geschichten Mut machen und zeigen, dass die Diagnose in vielen Fällen nicht das Ende des Lebens bedeutet, in fast allen Fällen aber das Ende des Lebens, wie wir es bisher kannten. Das eröffnet immer auch neue Chancen“, sagt Nieves Schwierzeck, selbst Langzeitüberlebende von Brustkrebs und heute Leiterin der Maintaler Selbsthilfegruppe. Von Mai bis August waren 22 großformatige Portraitfotos bereits in einer Kunstausstellung am Klinikum Hanau zu sehen, in einer kleineren Ausführung sind sie jetzt zur Dauerausstellung in der gynäkologischen Ambulanz des Klinikums im 1. Untergeschoss geworden. Anstoß dazu gab Elke Baumann, Teamleitung der gynäkologisch-onkologischen Ambulanz: „Ich habe die Ausstellung bei uns im Haus gesehen und die Bilder haben mich nicht mehr losgelassen. So ist dann die Idee entstanden, die Fotos hier in der gynäkologischen Onkologie dauerhaft aufzuhängen, um den Betroffenen, die wir bei uns betreuen, Mut für ihren Weg zu machen. Und wer weiß, vielleicht lässt sich ja die eine oder andere noch inspirieren und auch fotografieren, das wollen wir dann auch hier aufhängen. Platz an den Wänden haben wir auf jeden Fall noch“, so Baumann.

14 Portraitfotos betroffener Frauen, fotografiert von Anne Schelhaas-Wöll und gepaart mit kurzen Texten, zeigen nicht nur, wie man eine Lebenskrise meistern, sondern diese sogar als Anlass für eine persönliche Weiterentwicklung nehmen kann. Die Motive sind sehr persönlich, sie geben Einblick in die unterschiedlichsten Lebensläufe und Bewältigungsstrategien. In der Maintaler Ortsgruppe treffen sich ca. 60 Betroffene zwei Mal im Monat zum gegenseitigen Austausch und zur Unterstützung. Finanziell wurde das Fotoprojekt von der AOK gefördert, mittlerweile sind auch ein Buch und eine Website dazu entstanden. Die Bilder sollen zeigen, dass auch ein Leben mit Krebs lebenswert ist und gut bewältigt werden kann. „Wir haben viel Lob geerntet für unseren Mut, mit unseren Geschichten so offen umzugehen und bekommen immer wieder gesagt, wie berührt die Menschen auch von den Begleittexten sind“ erklärt Projektleiterin Susanne Hoffmann, die selbst an Gebärmutterkrebs erkrankt war, stolz. „Wir wollen mit unseren regelmäßigen Kunstausstellungen immer wieder Akzente setzen. Das aus einer davon jetzt so ein dauerhaftes Projekt entsteht, das auch unseren Patientinnen neue Kraft geben kann, freut mich umso mehr“; ergänzt Professor Dr. med. Thomas Müller, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe am Klinikum.

Im zertifizierten gynäkologischen Krebszentrum, das eine GynOnko-Studienzentrale und –Ambulanz einschließt, werden die Betroffenen am Klinikum Hanau rundum betreut und finden alle Ansprechpartner unter einem Dach. Zusätzlich sorgen drei speziell weitergebildete Experten mit Schwerpunkt gynäkologische Onkologie sowie zwei weitere Kollegen in operativer Ausbildung und spezialisiertes Pflegepersonal dafür, dass sich die Patientinnen bestens aufgehoben fühlen. Zwei Studynurses, betreuen und sorgen für eine prüfgerechte Durchführung nationaler und internationaler klinischer Studien, so dass Betroffene schon heute von den Therapiemöglichkeiten von morgen profitieren können. Im wöchentlichen interdisziplinären Tumorboard werden die einzelnen Fälle von den Experten der betroffenen Fachbereiche besprochen und so die individuell beste Therapie für jede Patientin erarbeitet.

Foto (von links): Sitzend Elke Baumann, Teamleitung der gynäkologisch-onkologischen Ambulanz, Nieves Schwierzeck und Karin Daferner, Vorstandsmitglieder Ortsgruppe Maintal, Frauenselbsthilfe nach Krebs; stehend Projektinitiatorin Susanne Hoffmann, Fotografin Anne Schelhaas-Wöll und Prof. Dr. med. Thomas Müller, Chefarzt der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe. Quelle: Klinikum Hanau

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