Momentaufnahmen: Wunder des Banalen

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Es sind kurze, unwiederbringliche Momente, die Maria Dorn mit ihrer Kamera festhält und spannungsreich in Szene setzt.

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Die Kunst der Schnappschussfotografie, auch Lomographie genannt, fasziniert die Hanauer Kulturpreisträgerin seit vielen Jahren. Nun zeigt sie ihre Arbeiten unter dem Titel „Out Of The Box“ in der Reihe „Kulturpreisträger stellen aus“ im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen. Seit 2013 präsentieren Kulturpreisträger des Main-Kinzig-Kreises ihre Arbeiten im Bürgerportal und haben dort Gelegenheit, sie einer breiteren Öffentlichkeit zu zeigen.

„Die Kunst von Maria Dorn wird geschätzt und weckt Interesse“, sagte Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler während der Vernissage, zu der zahlreiche Interessierte gekommen waren. Susanne Simmler gab den Gästen einen Einblick in die Arbeit der Hanauerin, die viele Jahre mit ihrer Familie in New York lebte, und dort den Reiz der Digitalfotografie für sich entdeckte. Maria Dorn verwische durch ihre fotografische Sicht die Grenzen zwischen Welt, Atelier, Fotostudio und Galerie und setze ihre abwechslungsreichen Motive in einen neuen Kontext. „Wir freuen uns auf diesen besonderen Blick auf die Welt“, sagte Susanne Simmler und griff ein Zitat von Maria Dorn auf. Diese habe ihre eigene Arbeit mit den Worten beschrieben: „Wunder finden sich auch im Banalen.“ Denn es sind alltägliche Szenen, die sich durch eine neue Betonung und Umdeutung in etwas Neues verwandeln. Die Erste Kreisbeigeordnete lobte Maria Dorn für deren künstlerisches Engagement auch in der Region, wo sie sich im Hanauer Kulturverein einbringt. Die Arbeiten der Kulturschaffenden waren bereits Teil von Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen, Illustrationsprojekten und Fotoreportagen. Zudem war die Fotografin bei Wettbewerben erfolgreich. Susanne Simmler dankte der Kulturbeauftragten Andrea Sandow für die Vorbereitung der Bilderausstellung.

Bei der Wahl ihrer Motive beschränkt sich Maria Dorn keineswegs: „Wenn etwas mein Auge kratzt, dann fotografiere ich spontan“, sagte die Künstlerin. Fotografie-Einsteigern gibt sie folgenden Rat: „Niemals vorschnell die Löschtaste betätigen.“ Denn viele Schnappschüsse bekämen erst mit der Zeit und durch einen anderen Kontext eine ganz besondere Bedeutung, die sich nicht immer schon im ersten Augenblick offenbare. Maria Dorn arbeitet gern mit Paarungen. Etwa, wenn sie auf einem Bild aufgeschichtete Baumstämme zeigt, die mit grüner Signalfarbe markiert sind - gleich daneben eine Nahaufnahme von einem großen Packen hölzerner Buntstifte. So wandert der Blick des Betrachtenden hin und her, bis sich schließlich der Gedankengang der Künstlerin offenbart und dabei auch eigene Deutungen entstehen. Sie fotografiert Häuser, Menschen, Landschaften und Stadtansichten. Ihre Aufnahmen erzählen Geschichten und vermitteln Stimmungen. „Maria Dorns Arbeiten regen die Menschen zur Kommunikation an“, erklärte Susanne Simmler. Die Gäste nutzten im Anschluss die Gelegenheit, sich angeregt über die Fotografien auszutauschen und mit Maria Dorn ins Gespräch zu kommen. Der Jazzmusiker und ebenfalls Kulturpreisträger Peter Back erfreute mit seinem Saxophon-Spiel.

Die Hanauer Kulturpreisträgerin Maria Dorn stellt ihre fotografischen Arbeiten unter dem Titel  „Out Of The Box“ bis zum 22. Januar im Main-Kinzig-Forum zu folgenden Öffnungszeiten  aus: Montags bis donnerstags von 8 bis 18 Uhr und freitags von 8 bis 14 Uhr.

Foto: Bei der Vernissage zu „Out Of The Box“ im Main-Kinzig-Forum in Gelnhausen (von links): Erste Kreisbeigeordnete Susanne Simmler, die Kulturpreisträgerin Maria Dorn, Jazzmusiker Peter Back, Kulturbeauftragte Andrea Sandow und Uta Böckel (Kulturausschuss).

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