Heike Jeschonneck: Wie wir leben wollen

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Im September öffnet sich die Remisengalerie des Hanauer Kulturvereins (rechtes Torgebäude des Schlosses Philippsruhe in Hanau, Philippsruher Allee 45) für die Ausstellung mit Heike Jeschonneck "Wie wir leben wollen", Zeichnungen in Wachs.

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Ausstellungsdauer vom 12. 09. bis 27.09. 2020. Die Galerie ist samstags und sonntags von 14.00 bis 17.00 Uhr bei freiem Eintritt geöffnet. Eine Vernissage findet voraussichtlich nicht statt. Die üblichen Hygienemaßnahmen sind zu beachten.

Die Künstlerin über ihre Arbeit: "Meine Arbeiten sind Landschaften, Figuren und Architekturen in Wachs hinein geritzt. Wie eine Alltagsethnologin kratzte, schabe und setzte ich frei, gehe  Fragen nach Wahrheit, Identität und politischer Relevanz nach. Meine Technik, von geschichtetem und gefärbtem Wachs auf Papier, Holz oder Nessel, entwickelte ich in einem jahrelangen Prozess, in der Auseinandersetzung mit dem Material Wachs (Paraffin). Die Arbeiten die ich vorstelle, beziehen sich auf das Havelland. Meine Faszination für das Havelland ist eine neue. Ich habe viele beeindruckende Länder bereist, bin auf hohe Berge gestiegen, durch faszinierende Täler gewandert, und über weite Meere gesegelt. Das unspektakuläre am Havelland hat meinen Blick für das Unscheinbare, das Leise in der Landschaft und in mir geschärft. In meinen Bildern verbinde ich diese sichtbare Landschaft, mit meinem inneren Blick, so dass ein Drittes entsteht. Landschaften, Orte, markiert durch Architektur, durch Innen- und Außenräume, spielen schon immer eine große Rolle in meinen Arbeiten, ebenso ornamentelle Motive. Für mich entspricht dies der Weise, wie der Mensch durch Architektur die Welt gestaltet. Architektur ist dabei weit mehr als nur Gebäude, es sind Lebenswelten. Es sind oftmals scheinbar alltägliche Erfahrungen oder Beobachtungen, die ich zu grundsätzlichen Fragekomplexen formuliere. „Wie wir leben wollen“ lautet der Titel einer aktuellen Serie, in der exemplarisch das Thema der Stadt, der Stadtlandschaft und des Verhältnisses zur Natur wiederkehrt und die Vorstellung, wie weit sich die gebaute Zivilisation von der Natur entfernen will, in verschiedenen Facetten ausgeleuchtet wird. Das Thema erscheint in Visionen einer Natur, die sich die überbauten Flächen allmählich zurückholt und die Stätten der Zivilisation eines Tages zurückerobern und überdecken wird. Die Figuren in meinen Bildern fungieren als Fragezeichen: Lieben wir die funktionierende Stadt, oder haben wir Sehnsucht nach dem Ausstieg aus dem sogenannten Fortschritt? Zurück zur Natur? Gespräche mit meinen heranwachsenden Töchtern waren genauso Inspiration wie meine Wahlheimat Berlin, oder mein Zweitwohnsitz. Im Havelland."

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