Speedmarathon: Hier wird im MKK geblitzt

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Mit dem europaweiten Verkehrsaktionstag „Speedmarathon“ am Mittwoch, 21. April 2021, rufen die hessische Polizei und teilnehmende Kommunen die Gefahren und Folgen zu schnellen Fahrens ins Bewusstsein. Zwischen 06.00 Uhr und 22.00 Uhr geraten Raser verstärkt ins Visier der Geschwindigkeitsmesser.

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In Hessen kommen an mehr als 200 Messstellen über 500 Polizisten und Mitarbeiter der teilnehmenden Kommunen zum Einsatz. Sämtliche Messstellen werden über die Medien bekannt gegeben. Geschwindigkeit entscheidet bei Unfällen über Leben und Tod Die Polizei registrierte 2020 insgesamt 122.786 (-17,5% zu 2019) Verkehrsunfälle auf Hessens Straßen. Bei 17.439 (-15,7%) Unfällen verunglückten 22.614 (-17,9%) Personen. Hiervon erlitten 18.578 (-4.171 / -18,3%) leichte Verletzungen, 3.831 (-728 / -16%) Personen trugen schwere Verletzungen davon und 205 Menschen starben im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall (-19 / -8,5%).

Speedmarathon-Stationen im MKK:

- Altenhaßlau, Eidengesäßer Straße
- B 276 Biebergemünd zwischen Bieber und Flörsbachtal
- Eidengesäß, Karl-Glöckner Straße
- Freigericht-Somborn, Karlstraße
- Hammersbach, L3195 nach der Brücke A 45
- Hanau, Aschaffenburger Straße
- Hanau, Maintaler Straße
- L 3178 zwischen Bad Soden-Salmünster und Mernes
- L 3195 Maintal-Hochstadt
- L 3268 zwischen Nieder- und Oberrodenbach
- Niederdorffelden, L 3205 Höhe Parkplatz
- Ronneburg, L 3193, Bushaltestelle

Der Gesamtanteil der Verkehrsunfälle mit der Hauptunfallursache Geschwindigkeit liegt mit ca. 7% vergleichsweise niedrig. Bei Kollisionen mit Personenschäden erhöht sich dieser Anteil jedoch auf knapp 16%. Betrachtet man die Unfälle in Hinblick auf die Schwere der Folgen, nimmt die Hauptunfallursache Geschwindigkeit deutlich zu: Bei über einem Viertel der Schwerverletzten hat nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit zur Unfallentstehung beigetragen, bei Getöteten war dies bei knapp der Hälfte der Fall. Damit ist Geschwindigkeit mit deutlichem Vorsprung die Hauptunfallursache bei Verkehrsunfällen mit Getöteten und Schwerverletzten.

Während innerorts das Gros der Zusammenstöße lediglich Sachschäden zur Folge haben, nehmen auf Autobahnen und der Landstraße die schweren Unfallfolgen wegen der deutlich höheren Geschwindigkeiten zu. Machten Verkehrsunfälle auf Landstraßen im vergangenen Jahr zwar etwa nur ein Viertel am Gesamtunfallaufkommen in Hessen aus, so verloren 130 Menschen dabei ihr Leben, das entspricht einem Anteil von 63% aller 2020 im Straßenverkehr verstorbenen Menschen. Innerorts kehrt sich das Verhältnis um: Etwa 65% der Unfälle geschehen innerhalb geschlossener Ortschafen, dabei starben im zurückliegendem Jahr 43 Menschen (= 21%).

Geschwindigkeitsverstoß ist kein Kavaliersdelikt

Mit dem Druck auf das Gaspedal beeinflusst jeder Verkehrsteilnehmer die Sicherheit im Straßenverkehr und damit die Lebensqualität aller! Geschwindigkeitsverstöße sind keine Kavaliersdelikte, sie werden von den Betroffenen überwiegend bewusst und kalkuliert begangen. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass die Reduzierung des Geschwindigkeitsniveaus innerorts um 2 km/h die Zahl der Verunglückten um 15% senkt. Dies wird insbesondere deutlich, wenn man bedenkt, dass bei 65 km/h acht von zehn zu Fuß Gehende bei der Kollision mit einem Pkw sterben, während bei 50 km/h acht von zehn zu Fuß Gehende überleben.

Geschwindigkeit ist ein Killer

Ob Verletzte oder gar Getötete nach einem Verkehrsunfall zu beklagen sind, liegt an vielen Faktoren: Wie viele Insassen befinden sich im Wagen? Prallt ein kleines Fahrzeug mit geringer Knautschzone frontal gegen eine Oberklasse oder stößt es seitlich und damit weniger geschützt gegen ein Hindernis? In allen Fällen ist die Geschwindigkeit zum Zeitpunkt des Aufpralls der entscheidende Faktor, ob die Insassen verletzt überleben oder sterben. Jeder Verkehrsteilnehmer hat Einfluss auf die Geschwindigkeit und damit auf seine eigene Lebensqualität und die der anderen.

Social-Media-Kanäle im Einsatz für Menschenleben

Die Hessischen Polizistinnen und Polizisten begleiten den Speedmarathon 2021 über ihre Social-Media-Kanäle und machen Verkehrsteilnehmer auf den „Killer Nr. 1“ im Straßenverkehr aufmerksam.

Hintergrundinformationen zu ROADPOL (European Roads Policing Network)

„Grenzen überschreiten, um Leben zu retten!“ ROADPOL ist ein europaweites Polizeinetzwerk, das die Zahl der Verkehrsunfallopfer senken will. ROADPOL steht
für „European Roads Policing Network“. Hervorgegangen aus einem Zusammenschluss von Verkehrspolizeien der Mitgliedsländer der Europäischen
Union, handelt es sich um eine Nicht-Regierungsorganisation mit Hauptsitz in
London. Dieses Polizei-Netzwerk hat die Aufgabe, europaweit nationale Aktionen zur
Durchsetzung der Vorschriften im Verkehrssektor zu koordinieren. Hauptziel ist die
Reduzierung der auf Europas Straßen Getöteten und Schwerverletzten.
ROADPOL geht davon aus, dass die Verkehrsüberwachung und –prävention wo
immer zweckdienlich einen bedeutenden Beitrag zur Verminderung der Zahl von
Verkehrsunfallopfern leisten wird.

Ziele:
- Reduzierung von Verkehrsopfern auf europäischen Straßen
- Zusammenführung, Zusammenarbeit und Austausch praktischer Erfahrungen der Straßenverkehrsbehörden und Verkehrspolizeien in Europa
- Organisation und Koordination europaweiter Einsätze und Kampagnen
- Unterstützung und Förderung von Forschungen im Bereich der Verkehrssicherheit

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