Unter teils erheblichem Mehraufwand müssen Hygienekonzepte umgesetzt werden, aber die Lust auf den lange vermissten Fußball ist deutlich spürbar. HFV-Präsident Stefan Reuß zieht ein erstes Fazit und blickt auf Kreisfußballtage sowie auf den Verbandstag in Grünberg.

Herr Reuß, seit Anfang September läuft der Spielbetrieb in Hessen wieder. Welches vorläufige Fazit ziehen Sie zum Saisonstart?
Stefan Reuß: „Wir freuen uns sehr, dass der Ball in Hessen wieder rollt und wir nach einer langen fußballarmen Zeit nun mit der aktuellen Saison starten konnten. Ich habe viele Rückmeldungen - besonders von unseren Kreisfußballwarten - von den ersten Partien erhalten. Diese waren überwiegend positiv. Die meisten Vereine geben sich größte Mühe und setzen die Hygienekonzepte sowie die Empfehlungen des HFV sehr gut um. Das zeigt, dass sich die Mitglieder unseres Hessischen Fußball-Verbandes mehrheitlich der Verantwortung für sich und ihre Mitmenschen bewusst sind und danach handeln.“

Doch manche Vereine reklamieren die gestiegenen Anforderungen.
Stefan Reuß: „Das können wir natürlich sehr gut nachvollziehen. Wir wissen, dass ehrenamtliche Helfer ohnehin in vielen Vereinen schon rar sind und dass es sehr aufwändig ist, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen. Hierbei bitte ich um Verständnis, da es erstens um unserer aller Gesundheit geht und wir dafür lediglich die behördlichen Vorgaben in die fußballerische Praxis umsetzen.“

Ist es dann überhaupt sinnvoll zu spielen?
Stefan Reuß: „Die überwiegende Mehrheit unserer Vereine möchte, dass wieder gespielt wird und nimmt dafür den Zusatzaufwand gerne in Kauf. Durch Einhaltung der Maßnahmen halten wir das Risiko einer Infektion sehr gering. Wir sind aber dazu aufgerufen, an allen Stellen auf und besonders außerhalb des Platzes auf die Abstands- und Hygienevorschriften zu achten.“

Gibt es denn Fälle von Missachtung?
Stefan Reuß: „Natürlich ist die Umsetzung nicht in allen Fällen vorbildlich. In einer Kreisoberliga musste sogar ein Spiel von der Polizei abgebrochen werden, weil zu viele Zuschauer auf dem Gelände waren. Solche Fälle sind natürlich Gift für die vorbildlichen Bemühungen zahlreicher Vereine. Natürlich gibt es auch mancherorts Nachlässigkeiten von Personen, die sich damit über das Hygienekonzept des jeweiligen Vereins hinwegsetzen und damit – bewusst oder unbewusst – den gastgebenden Verein in ein schlechtes Licht rücken.

Was kann man dagegen tun?
Stefan Reuß: „Wir sind alle dazu aufgerufen, die behördlichen Vorgaben zu beachten und gegebenenfalls auf Missstände hinzuweisen. So kann eventuell eine Nachlässigkeit schnell korrigiert werden. Denn ein Hygienebeauftragter kann auch nicht alles sehen, was rund um den Sportplatz passiert.“

Welche langfristigen Folgen wird das Corona-Virus für den Fußball haben?
Stefan Reuß: „Dafür bin ich zu wenig Fachmann, um das vorhersagen zu können. Aber wir können davon ausgehen, dass uns die Maßnahmen zur Eindämmung der Verbreitung des Virus noch einige Zeit begleiten werden. Wir alle sind erstmals in dieser Situation im Umgang mit dem Virus und müssen daher auch ständig die Maßnahmen und deren Umsetzung bewerten und gegebenenfalls modifizieren.

Welche Auswirkungen hat das auf die Kreisfußballtage?
Stefan Reuß: „Das hat die Auswirkungen, dass diese Veranstaltungen penibel nach einem Hygienekonzept geplant und durchgeführt werden müssen. Die nach Ausbruch der Corona-Pandemie verschobenen Kreisfußballtage sind bereits in vollem Gange. Wir dürfen viele neue engagierte Funktionäre in unseren Reihen begrüßen und haben uns von einigen teilweise jahrzehntelang tätigen Top-Kräften verabschiedet und sie dementsprechend geehrt. In diesen Momenten blickt man stets auf viele Jahre zurück und ist dankbar für die Menschen, die den Verband über lange Zeit mit Leben füllen.“

Wie steht es um die Planungen für den Verbandstag?
Stefan Reuß: „Der Verbandstag ist für den 28. November als Präsenzveranstaltung in Grünberg geplant. In der aktuellen Situation kann man keine Veranstaltung der Zukunft mit letzter Sicherheit versprechen. Aber wir bereiten uns akribisch darauf vor, dass wir an diesem Tag unter strengster Einhaltung der behördlichen Vorgaben die Zukunft unseres Verbandes in Angriff nehmen.“

Was wird beim Verbandstag auf der Agenda stehen?
Stefan Reuß: „Wir werden die Themen, die wir schon im Februar im Verbandsvorstand diskutiert und auf den Weg gebracht haben, zur Abstimmung stellen. Dazu gehören unter anderem die Themen der Wiedereinführung der Zeitstrafe im Seniorenbereich, der Grundsatzbeschluss für eine Spielklassenreform, Verstärkung der Masterplanaktivitäten und die Verschärfung der Strafen im Bereich Gewalt auf den Sportplätzen und gegen Schiedsrichter.“

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