Auf den Spuren der Europäischen Wildkatze

Gelnhausen
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Am 03. und 05. April 2019 fanden zwei Projekttage zum Thema „Biotop- und Artenschutz am Beispiel der Europäischen Wildkatze“ statt, zu deren Umsetzung Susanne Schneider, Naturschutzmanagerin des BUND Hessen, zum wissenschaftlichen Austausch am Grimmels war.

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In ihrem Vortrag ging es zunächst um die Biologie der Wildkatze.

So erfuhren die Schülerinnen und Schüler mehr über arttypische Verhaltensweisen, Abstammung, Habitatansprüche, Vorkommen und Schutzstatus der Wildkatze. Dass die Wildkatze als „besonders geschützte Art“ auf der roten Liste erscheint, ist primär auf anthropogene Einflüsse zurückzuführen. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde sie stark bejagt, was zur Ausrottung in vielen Teilen Deutschlands führte. Heute erschweren Straßennetze, Ballungsräume, Bahntrassen und somit die sukzessive Zerschneidung von Lebensräumen den Artbestand. Im Expertengespräch ging es deshalb auch um das vor 15 Jahren vom BUND initiierte Schutzprogramm „Rettungsnetz Wildkatze“, das u.a. durch Etablierung von „Grünbrücken“ Populationen über für die Wildkatze eigentlich unüberwindbare (Acker-)Flächen verbindet. Dass das Thema „Biotop- und Artenschutz“ am Beispiel der Stellvertreterart Wildkatze zahlreiche Fragen der Schülerinnen und Schüler aufwirft, ließ sich im lebhaft gestalteten Expertengespräch mit Frau Schneider bestätigen.

Neben dieser zunächst theoretischen Einbettung bestand die Möglichkeit, freiwillig an einem jahrgangsübergreifenden Praxismodul teilzunehmen, bei dem interessierte Schülerinnen und Schüler über 2 Monate hinweg Waldareale analysieren, selbst Biodiversitätsforschung betreiben und so einen möglichst authentischen Bezug zum Projekt herstellen können. Ob und inwiefern sich die Wildkatze ihren Lebensraum in und um Gelnhausen zurückerobert, wird hierbei mittels Umweltmonitoring überprüft. Die so heimliche und scheue Wildkatze kann mit Hilfe der sogenannten „Lockstock-Methode“ und Wildtierkameras nachgewiesen werden. Aufgabe der Schülerinnen und Schüler wird es sein, im Gelnhäuser Stadtwald bzw. im Kasselgrund aufgestellte Lockstöcke ca. einmal wöchentlich mit Baldrian zu präparieren (Wildkatzen reagieren auf diesen Duftstoff) und die Lockstöcke auf Fellproben zu kontrollieren. Bei der Auswahl der vorgegebenen Waldareale arbeitet die Fachschaft Biologie mit Förstern und Naturschutzbeauftragten der Region zusammen.

Insgesamt haben sich über 35 Schülerinnen und Schüler als „Lockstock-Paten“ angemeldet, denen an dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön für ihr herausragendes Engagement für den Biotop- und Artenschutz gilt. Darüber hinaus dokumentieren die Schülerinnen und Schüler -wie „echte“ Wissenschaftler- ihre Proben und führen zudem ein „Forschertagebuch“, in dem sie besondere Beobachtungen festhalten und später auswerten. Bei der Entnahme möglicher Fellproben wird dabei ein hohes Maß an Präzision abverlangt, um die Proben für die DNA-Analysen zu konservieren.

Die anschließende genetische Analyse der Fellproben wird in Kooperation mit dem Senckenberg Institut Gelnhausen in der Arbeitsgruppe Naturschutzgenetik von Dr. Carsten Nowak durchgeführt. Dieser im MINT-Bereich etablierte Praxisbaustein zielt damit auch auf die Heranführung an naturwissenschaftliche Arbeitsweisen des Faches Biologie ab. Der Leistungskurs Biologie wird am ebenso zum wissenschaftlichen Austausch am Senckenberg Institut sein und kann somit die Ergebnisse der Proben mitverfolgen.

Dass die von den Schülerinnen und Schülern des Grimmels angewandte Methode des Umweltmonitorings auch im Regenwald in Costa Rica Verwendung findet, zeigt sich anhand des seit Januar 2019 bestehenden wissenschaftlichen Austauschs mit der Veragua Forschungsstation in Puerto Limón. Im Rahmen eines bilingualen Emailprojekts - die Klasse 7.2 ist eine reine Spanischklasse - haben bereits Interviews mit den Biologen vor Ort stattgefunden. Spanisch-SchülerInnen des Biologie-Leistungskurses Q4.3 unterstützen dabei die SchülerInnen bei den fachsprachlichen Übersetzungen. Hinweis: Die hier veröffentlichten Bilder der Raubkatzen stammen nicht aus dem Gelnhäuser Stadtwald.

Ein Dankeschön gilt den Kooperationspartnern, die u.a. mit Fachvorträgen, Begleitung der Praxistage, Bereitstellung von Materialien usw. dieses Projektvorhaben unterstützen: Frau Susanne Schneider (BUND Hessen), Herr Dr. Carsten Nowak (Senckenberginstitut Gelnhausen), Herr Jürgen Koch (Stadt Gelnhausen), Herr Matthias Schilling (Förster Jossgrund), Herr Lukas Rippl (Förster Gelnhausen). Ebenso gilt ein Dankeschön den Fachlehrern der Biologie, die im Rahmen ihres Unterrichts und der Projektnachmittage die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 und Q2 beraten und betreuen.

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