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Eine ganze Menge, folgt man jedenfalls dem Vortrag der beiden Professoren Theo Dingermann und Dieter Steinhilber der Goethe-Universität Frankfurt. „Amy Winehouse – wenn Alkohol zum tödlichen Problem wird“, so der Titel der Eröffnungsveranstaltung des nun stattgefundenen 1. Wissenschaftstages an der Karl-Rehbein-Schule Hanau (KRS), zeigt sehr eindrucksvoll, wie man hochwissenschaftliche Themen sehr anschaulich und griffig an die Schüler bringen kann. „Schüler sind die Kunden von Morgen“, stellt KRS-Direktor Jürgen Scheuermann während seiner Begrüßung des Professorenteams der Goethe-Uni fest und fordert die Schülerinnen und Schüler der Oberstufe zugleich auf, die seltene Gelegenheit zu nutzen, sich Einblicke in wissenschaftliche Themen aus profundem Munde zu verschaffen.

Ermöglicht wird dieser Wissenschaftstag durch die Unterstützung der gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Verbindung mit dem Projekt „Brückenschlagen“ der Goethe-Universität Frankfurt. Das Projekt soll das naturwissenschaftliche Interesse der Schüler wecken und fördern. Dazu hatte die KRS schon im vergangenen Jahr eine Kooperation mit der Goethe-Uni abgeschlossen. Am 1. Wissenschaftstag gibt es also neben dem Eröffnungsvortrag für die KRS-Schüler insgesamt vier weitere Vorträge zur Wahl aus den Bereichen Hirnforschung, Physik, Friedens- und Konfliktforschung und der Virologie. Ein Workshop zu dem jeweils besuchten Vortragsthema rundet den Wissenschaftstag ab.

Die beiden Professoren Theo Dingermann und Dieter Steinhilber fackeln auch nicht lange und gehen gleich in die Vollen: Das kurze Leben von Amy Winehouse, eine der am Rock-Pop-Himmel vielversprechendsten Gesangskoryphäen der letzten Jahre, war geprägt von Alkoholexzessen und Drogenkonsum. Das Alkoholproblem sollte im Juli 2011 zu ihrem Tod führen – ein tragisches Ende für die erst 27-Jährige Britin, deren Wunsch es immer war, eine „berühmte Sängerin“ zu werden.

Was das alles mit Gehirnforschung zu tun hat, darüber klären Theo Dingermann und Dieter Steinhilber die interessiert lauschenden KRS-Schüler auf. „Unser Gehirn hat keine Löschtaste“. Dieser Kernsatz beschreibt das Problem, was übermäßiger Alkohol- und Drogenkonsum mit dem menschlichen Gehirn anstellt. Dingermann gelingt es sehr anschaulich, den Rehbeinern das bio-chemische Spiel zwischen Synapsen, Neuronen und Dopamin und somit das „chemische Paradigma der Lust“ zu erläutern. „Alkohol beruhigt, er fährt uns runter und sorgt für kurzfristiges Wohlempfinden. Unser Gehirn verbindet das dann mit dem Weinglas, der Flasche – den Reizen, die für das Wohlempfinden verantwortlich sind“, so der Professor. Unser Gehirn gewöhnt sich rasch an das daraus resultierende Belohnungssystem und will immer öfter und mehr davon. Der Weg in die Sucht ist damit bereitet, denn das Gehirn wird so dauerhaft umprogrammiert. „Die Sucht ist ein Lernprozess, begleitet mit Reizen von außen“. Somit ist Alkoholismus als eine schwere Erkrankung anzusehen. Das gleiche Schicksal erlitt wohl Amy Winehouse.

Der KRS-Wissenschaftstag hatte aber noch weitaus mehr zu bieten. So gab es aus vier weiteren Bereichen der Forschung spannende und informative Vorträge. In die sich die KRS-Schüler je nach Interessenslage einwählen konnten. Vera Rogova vom Leibniz-Institut Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung, hielt einen sehr lebendigen Vortrag mit dem Thema „Wieder Russland in den Nachrichten? Außenpolitik unter Putin und die Krise der russisch-westlichen Beziehungen", in dem sie den Verlauf eben dieser Beziehungen historisch herleitete und darstellte. Danach sollten die Schüler in Kleingruppen mögliche Lösungswege für die bestehenden internationalen Spannungen finden, welche dann kritisch von den Teilnehmern diskutiert wurden. Abschließend gab Rogova den Schülern noch einen Einblick in den Ablauf und die Zukunftschancen eines geisteswissenschaftlichen Studiums.

Der Virologe Professor Dr. Martin Stürmer, Privatdozent, Laborleiter des IMD Labors mit Sitz in Frankfurt gab einen umfassenden Einblick zum Thema HIV und AIDS und ging dabei den Fragen nach, ob es einen passenden Impfstoff geben kann und welche neue Therapiemöglichkeiten es gibt. In einem weiteren Vortrag schlug Prof. Dr. Schaffner-Bielich unter dem Titel „Neutronensterne und Quarks“ einen großen Bogen über unvorstellbare Größenverhältnisse hinweg, von den Neutronensternen aus den Tiefen des Weltalls zu den Quarks im Innersten der Atomkerne. Entstanden aus einer Supernova enthält ein solcher Neutronenstern Materie bis zum Achtfachen der Masse unserer Sonne, allerdings zusammengepresst auf eine Kugel von weniger als 20 Kilometer. Kein Wunder, dass dieses exotische Objekt höchst ungewöhnliche Eigenschaften besitzt. Den im Inneren des Neutronensterns vermuteten Quarkteilchen-Plasma versucht man auf der Erde in großen Beschleunigern wie dem CERN in Genf oder der GSI in Darmstadt durch hochenergetische Kollisionen von Teilchen auf die Spur zu kommen.

Der Hirnforscher Professor Dr. Leo Peichl führte die Schüler in die Tiefen der Augen, genauer der Netzhaut bei Säugetieren. Am Ende des Vortrags wurde deutlich, dass die allermeisten Säugetier nur zwei Zapfentypen in ihrer Netzhaut besitzen, die Wahrnehmung der Rottöne ist ihnen damit nicht möglich. Der Mensch, wie alle Primaten, hat jedoch in seiner phylogenetischen Entwicklung einen weiteren Zapfentyp entwickelt, der es ihm erlaubt rote Lichtqualitäten wahrzunehmen. So kann ein Stier die rote Farbe der Muleta überhaupt nicht wahrnehmen, ihn reizt lediglich die Bewegung und Jäger sollten während der Jagd rote Schutzkleidung tragen, der Schütze kann diese als Signalfarbe erkennen, das Wild hingegen nicht.

Foto: Forschung besucht Schule: Professoren - hier Theo Dingermann (Zweiter von links) und Dieter Steinhilber (Zweiter von rechts) - aus verschiedenen Wissenschaftsbereichen der Goethe-Universität verbrachten mit Oberstufenschülern der Karl-Rehbein-Schule Hanau einen ganzen Tag, um die Schüler mit Vorträgen und Workshops insbesondere für die Naturwissenschaften zu begeistern. André Leinweber (links) als Organisator war davon genauso begeistert wie der stellvertretende Schulleiter Robert Schnabel und Schulleiter Jürgen Scheuermann (rechts). Foto: KRS

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