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Um diese psychisch zu verarbeiten, kann eine Bestattungszeremonie hilfreich sein, aber auch die Klinikseelsorge, der psychosoziale Dienst der Klinik und Selbsthilfegruppen. So fand am Dienstag, den 1. Juni, nun schon zum 13. Mal die Übergabe von kleinen Holzsärgen und Standkreuzen für Fehl- und Totgeburten an die Seelsorge des Klinikums Hanau in der neuen, schuleigenen Holzwerkstatt der Ludwig-Geißler-Schule, LGS, statt. Angefertigt werden diese von einer Schülergruppe der Berufsfachschule zum Übergang in Ausbildung, BÜA, der Fachrichtung Holztechnik unter fachkundiger Begleitung von den Holztechnikfachlehrern Stefan Sachs, Frank Stahmer und Thomas Klusak.

Das Projekt und die Kooperation mit dem Klinikum Hanau, die mit der Entstehung des Kindergrabmals im Jahr 2001 entstand, jährt sich zum 20. Mal und ist für die jeweiligen Schülerinnen und Schüler immer wieder eine ganz besondere Heraus-forderung, insbesondere durch die Coronapandemie: „Vieles ist während der Projektphase dieses Mal so nicht möglich gewesen, wie beispielsweise der an sich übliche Besuch auf der Geburtenstation des Klinikums Hanau, der Besuch eines Kreißsaals“, hob Schulpfarrer und Projektleiter Wolfgang Bauer hervor. Aber auch das unbeschwerte und offene Arbeiten in der Holzwerkstatt sei weggefallen. Stattdessen hieß es: Masken tragen, Abstand halten, Wechselunterricht. Hinzu kam dann auch noch, mitten in der Projektphase, der Umzug in die neue Holzwerkstatt. So mussten die Schülerinnen und Schüler sich in kürzester Zeit auch mit neuen Werkzeugen und Maschinen vertraut machen, um an dem Projekt weiterarbeiten zu können.

Ein Höhepunkt des Projektes war der Besuch von Michelle Streck im Unterricht Anfang Dezember. Als Säuglings-und Kinderkrankenschwester berichtete sie eindrucksvoll von ihrer Arbeit auf der Frühchenstation des Klinikums Hanau, zeigte den Schülerinnen und Schülern Dinge aus der alltäglichen Arbeit und erklärte auch, warum es manchmal zu Fehl- und Totgeburten komme, wie gefährdet Leben zu Beginn sein kann und wie wichtig es dann für die betroffenen Eltern und Familien sei, dass sie Hilfe und Begleitung erfahren und dass es das Hanauer Kindergrabmal gibt. „Ich denke, der Besuch von Frau Streck hat uns nochmals sehr nahe gebracht, dass das Projekt `Bauen und Gestalten von Kindersärgen`, einen Sinn macht, Bedeutung für die Menschen hat, die so etwas erleben müssen“, betonte Schulpfarrer Bauer in seiner Rede bei der Übergabe der Kindersärge. Wenn betroffene Eltern erfahren, dass junge Menschen die kleinen Särge hergestellt haben und sich mit der Thematik von „unglücklichen“ Schwangerschaften“ auseinandergesetzt haben, seien viele gerührt und erlebten dies als ein Zeichen der Unterstützung, dass andere an sie denken. „Über all die Jahre hinweg ist zwischen allen Beteiligten, der Klinikseelsorge, dem Klinikum Hanau, der Geburtsabteilung des Klinikums, der Elternschule, der Ludwig-Geißler-Schule und den Verantwortlichen für das Kindergrabmal der Stadt Hanau eine enge und sehr gute Zusammenarbeit gewachsen“, so Pfarrer Bauer. Alle Beteiligten seien sich deshalb sicher, dass das Projekt auch in den nächsten Jahren weiter in guter Kooperation zwischen der LGS, dem Klinikum Hanau, der dortigen Klinikseelsorge und des muslimischen Besuchsdienstkreises fortgesetzt werde, betonte auch der Prokurist des Klinikums Hanau, Thorsten Wies.

Damit sei das sicherlich ungewöhnliche Projekt zu einem festen Bestandteil der sozial-diakonischen und caritativen Arbeit in Hanau geworden. Gerade, dass sich junge Menschen diesem Thema auf diese Art und Weise stellen, erfahre von vielen Seiten Anerkennung und Wertschätzung. „Für dieses Zeichen der Unterstützung danken wir euch heute, dass ihr euch vielleicht trotz anfänglicher Skepsis auf dieses Projekt eingelassen habt. Beeindruckend war die anschauliche Powerpointpräsentation der drei Schülerinnen und Schüler Obadah Almarashli, Anastasiia Klymenko und Abena Asare Sarpong, die die fachliche Seite des Projektes vorstellten, und worin deutliche wurde, dass vielfältige Arbeitsschritte notwendig sind und ein sorgfältiges Arbeiten“, so Schulleiter Christof Glaser. „Mit Sorgfalt, Engagement und Ernsthaftigkeit habt ihr an der Planung, dem Bau und der Gestaltung der kleinen Kindersärge und der Herstellung der Holzkreuze gearbeitet, was eben weit mehr ist als `einfach nur eine Kiste´ zusammenzunageln.“

Foto: Feierliche Übergabe der Kindersärge: In Anwesenheit von Brigitte Burbach und Pfarrer Hans-Joachim Roth von der Christlichen Klinikseelsorge, sowie Aynur Cinar und Behlül Yilmaz vom Muslimischen Seelsorge- und Besuchsdienst, Martina Wichels vom Eltern-Kind-Zentrum Klinikum Hanau, Thorsten Wies vom Klinikum Hanau sowie den Lehrerinnen und Lehrern Mirjam Franke, Thomas Klusak, Stefan Sachs, Frank Stahmer, Schulseelsorger Wolfgang Bauer, Schulleiter der LGS, Christof Glaser sowie dem Koordinator der BÜA, Benjamin Schlögel, übergaben die Schülerinnen und Schüler der Klasse 11 BÜA H, Obadah Almarashli, Melih Can Basaran, Qualid El Kandri, Colin Hofmann, Anastasiia Klymenko, Jannis Krumpfert, Abena Asare Sarpong, Selim Yavuz und Ali Berk Yigit, die Kindersärge an die Seelsorge des Klinikums Hanau.

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