Selbstbestimmter Wohn- und Lebensraum für Autisten

Erlensee
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Am Donnerstagabend (27.06.2013) veranstaltete die private Elterninitiative "Autismus MKK" in den Räumen der SHK in Erlensee einen rege besuchten Vortragsabend.

In regelmäßigen Abständen organisieren Tanja Salamon aus Bad Orb und Martina Tornow aus Rodenbach abwechselnd interne Elterntreffs für Angehörige und Betroffene Menschen einer Autismus-Spektrum-Störung und öffentliche Informationsveranstaltungen für Jedermann; immer zum Thema Autismus. Seit sich die Elterninitiative im Mai 2011 gegründet hat, war der gestrige Vortrag die 8. öffentliche Infoveranstaltung. 

Eingeladen war Prof. Reiner Böhm aus Dieburg, 1. Vorsitzender und Mitbegründer des Vereins "AUTIGRA e.V." Er referierte zum Thema: „Selbstbestimmtes Wohnen“ durch nachhaltige Planung und Umsetzung über das Pilotprojekt einer Wohngemeinschaft in Dieburg für drei erwachsene Menschen aus dem Autismusspektrum durch den Verein AUTIGRA e.V.

Böhm schilderte mit sachlicher Leidenschaft und emotionalem Sachverstand den steinigen Weg der Planung und Umsetzung einer Wohngemeinschaft in Dieburg. Die Besonderheit dieser WG liegt in Ihren Bewohnern.  Die WG bietet 2-4 Menschen aus dem Autismus-Spektrum einen möglichst selbstbestimmten Wohn- und Lebensraum. Eine Hauswirtschaftlerin und zahlreiche Individual-Betreuer sorgen weitmöglich für die persönlichen, lebensnotwendigen Unterstützungen der Bewohner. Ganz ohne Eltern geht es aber längst noch nicht, dafür sind noch zu viele Fragen unbeantwortet und zu wenige Netze zwischen den öffentlichen Stellen, die letztendlich auch die benötigten Gelder günstig oder ungünstig einsetzen können, gewoben. Immer wieder wird deutlich, das unter den großen Verbänden, der öffentlichen Hand und den erfahrungsreichen Eltern zu wenig Austausch von sinnvollen Kenntnissen stattfindet und somit solche Projekte wie eine individuelle, heimatnahe Wohngemeinschaft für behinderte Menschen eine Mammut-Aufgabe für alle Beteiligten darstellt.

Da Prof. Böhm sehr frei und anschaulich erzählte und Fragen jederzeit mit in den Abend einfließen konnten, entstand ein reger Austausch und bei allen aufgezeigten Schwierigkeiten auch eine hoffnungsvolle Stimmung, die allen Besuchern des Abends Mut machen sollte, sich weiter zu engagieren - auch im Main-Kinzig-Kreis.  Autismus ist für die meisten Menschen immer noch eine Behinderung, die schwierig verstanden wird, da sie nicht offensichtlich zu erkennen ist und doch für die Betroffenen ein Hindernis in vielen, oft einfachsten Lebensbereichen darstellt.

Foto: Martina Tornow (Autismus-MKK), Prof. Reiner Böhm (Gastredner des Abends, AUTIGRA e.V.), Tanja Salamon (Autismus-MKK).

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