Kopftuch und Liebe - Teil 2

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VORSPRUNG-Leser Dr. Gerhard Stehlik macht sich erneut Gedanken über das Thema "Kopftuch und Liebe".

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"Im Zusammenhang mit meinem Leserbrief „Kopftuch und Liebe“ macht eine Leserin auf folgende Möglichkeit aufmerksam: Wenn das Kopftuch ein Symbol für die Liebe der Frau zu ihrem Mann sei, dann könnte man nicht verlangen, dass sie gleichzeitig auch einen Mann auf dem Podium der Podiumsdiskussion liebe. Das ist selbstverständlich, wenn das Tragen des Kopftuchs tatsächlich die Liebe zwischen Mann und Frau zeigen soll. Die genauer Art der Liebe aber nicht wirklich ausdiskutiert.

Für mich ging es nicht um die Liebe zwischen Mann und Frau, sondern um eine Art religiöse Liebe, eine Art allgemeine Liebe, wie sie - für mich als religiös nicht umwundener Mensch - am ehesten zum Ausdruck kommt in folgendem Satz aus dem christlichen Katechismus: „Eines aber kommt diesem gleich. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.“

Als Naturwissenschaftler verstehe ich diese allgemeine zwischenmenschliche Liebe so, dass es dabei in letzter Konsequenz um die Erhaltung der menschlichen Art geht im natürlichen und biologischen Kampf der biologischen Arten, also beim „Fressen oder gefressen Werden". Der Zeugungsakt aus Liebe dauert ein paar Minuten. Er ist überlebensnotwendig, aber er ist bei weitem nicht hinreichend für die Arterhaltung des Menschen. Das Wichtigste dafür ist das Erwachsenwerden. Und dafür braucht es nicht nur die kurze Liebe der Eltern, sondern andauernde Liebe über Jahrzehnte, nicht nur der Eltern, sondern der ganzen Gesellschaft. Stichworte dazu sind Kindergarten, Grundschule, Ausbildung und dann vor allem die normale wirtschaftliche Existenz von Eltern, Nachbarschaft und allgemeiner Gesellschaft.

Diese Art von „liebevoller“ gesellschaftlicher Grundhaltung („Unsere Kinder sollen es einmal besser haben als wir“) sollte das wesentliche Element der Politik sein. Davon sind die parteipolitischen Debatten der Neuzeit (in „Talk Shows“ und Parteiversammlungen) meilenweit entfernt. Und je weiter oben, also in New York, Brüssel, Berlin „Politik“ stattfindet, umso unkontrollierbarer geht diese Art von Politik immer seltsamere Wege. Über die wichtigen politischen Grundwerte sollte ortsnah und nicht ortsfern debattiert und entschieden werden. Deshalb habe ich an dieser interessanten Podiumsdiskussion teilgenommen. Ich wünsche mir, dass auch christliche Gemeinden und soziale Vereine öfter solche Podiumsdiskussionen über allgemeine politische Themen und Grundfragen für ein gedeihliches Zusammenleben vor Ort veranstalteten, möglichst mit Livestream-Übertragung im Internet und mit Video-Konserve bei Youtube."

Dr. Gerhard Stehlik
Hanau

Hinweis der Redaktion: Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen oder nicht zu publizieren. Online eingesandte Leserbriefe werden nicht direkt veröffentlicht, sondern zuerst von der Redaktion geprüft. Leserbriefe sind immer mit dem Namen und der Anschrift des Autors zu versehen und spiegeln die Meinung des oder der Autoren wider. Die E-Mail-Adresse zur Einsendung von Leserbriefen lautet Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

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