Gründau: Alte Buchen sollen leben

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In einem Leserbrief spricht sich VORSPRUNG-Leserin Ingrid Engelbart aus Gründau für den Erhalten von alten Buchen im Ronneburger Wald aus.

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"In der letzten Woche fand in Mittel-Gründau eine außergewöhnlich Ortsbeiratssitzung statt. Viele Bürgerinnen und Bürger wollten verhindern, dass über 200-jährige Buchen im Ronneburger Wald gefällt werden. Mit Recht, denn alte Bäume haben eine besondere Bedeutung für die Artenvielfalt im Wald. Einige der Bäume sollen sogar nur fallen, damit die großen Erntemaschinen leichter in den Wald gelangen. Die Gemeinde Gründau hat Hessenforst beauftragt, den Wald zu bearbeiten.

Alte Bäume kommen in unseren Wäldern und auch im Gründauer Wald kaum noch vor. Buchen werden schon in jungen Jahren von ca. 140 gefällt, da sie in diesem Alter am besten zu verkaufen sind. Das Durchschnittsalter der hessischen Buchen wird sogar nur auf 77 Jahre geschätzt. Sie können aber über 300 bis 400 Jahre erreichen, wenn man sie lässt. Berücksichtigt wird dabei nicht, dass der Wald auch eine nicht zu unterschätzende ökologische Bedeutung hat. In Zeiten von Klimawandel und Artensterben ist der Wald außerordentlich wichtig.

Selbst in den Naturschutzleitlinien von Hessenforst wird gefordert die Biodiversität bzw. die Artenvielfalt zu erhöhen, leider wird dies bisher viel zu wenig berücksichtigt. Altholzinseln müssen erhalten werden, damit Arten, die alte Bäume zum Überleben brauchen, noch eine Chance in unserem Wald haben. Die Höhlen und Spalten, die in diesen Bäumen entstehen, sind lebenswichtig für Käfer, Vögel, Fledermäuse etc. Die große Mehrzahl der Waldvögel sind Höhlenbrüter, für sie hat der Schwarzspecht eine Schlüsselrolle. Er bevorzugt alte, hohe Bäume, meistens Buchen, um immer neue Höhlen zu bauen; oft mehrere in einem Baum. Die alten Buchen sind dicker und lassen sich leichter bearbeiten.

Neue Forschungen haben ergeben, dass schon eine halbe Stunde, nachdem die jungen Spechte ihre Bruthöhle verlassen haben, neue Mieter einziehen, z.B. die Hohltaube, eine bedrohte, höhlenbrütende Taubenart, deren typischen Ruf man in unseren Wäldern nur noch selten hört. Danach folgen als Bewohner z.B. Eulen, Käuze, Kleiber, Waldbaumläufer, verschiedene Fledermausarten und auch Säugetiere.

In unserem Wald herrscht Wohnungsnot! Auch der Rotmilan ist auf hohe, alte Buchen oder Eichen angewiesen, wenn er seine großen, schweren Nester auf den Bäumen sicher verankern will. Der Rotmilan ist eine geschützte Greifvogelart, deren Hauptverbreitungsgebiet sich weltweit in den Mittelgebirgen Deutschlands befindet. Insofern hat Hessen gegenüber dieser Vogelart eine besondere Verantwortung. Die Fällaktion wurde bisher nur vorläufig gestoppt und die Forderung nach Schutz der alten Buchen wurde bisher noch nicht erfüllt. Auch im Gründauer Wald wollen wir einen naturnahen Wald und keine Holzfabrik. Wir, Bürgerinnen und Bürger aus Mittel-Gründau, fordern, dass alte Bäume stehen bleiben, damit die Gemeinde Gründau ihr Motto:“ Gemeinde im Grünen“ auch wirklich verdient."

Ingrid Engelbart
Gründau

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