"Nun also, wie der Bericht der AfD von ihrer Veranstaltung am 16. 10. in der Reinhardskirche (Quelle: Vorsprung) bezeugt, rechtzeitig zum Wahlkampfauftakt das nächste Thema bzw. die nächste Zielgruppe der Werbe- und Vereinnahmungsstrategie der Partei: die Christen.  'Christen in der AfD' sollen jetzt die mahnenden Worte der Bischöfe beider Konfessionen vor Spaltung der Gesellschaft, vor Hass, Gewalt und Menschenfeindlichkeit und ihre Warnung vor dem bedrohlichen Anstieg des Rechtsextremismus' vergessen machen, wegreden und konterkarieren ist die Ansage. Der Referent, ein Dr. Kaufmann, 'Mein Weg von der CDU zur AfD', so sein früherer Vortrag in der Reinhardskirche, er habe, so wörtlich, "seine christlichen Werte und Überzeugungen nur in der AfD leben können". Keine Frage aus dem Publikum, ob Dr. Kaufmann Inhalte der Bergpredigt z. B. in Programmatik und der politischen Praxis seiner Partei wiederfinde. Vielleicht hat er sich ja beruflich mit Nano-Forschung befasst.

Übrigens ein probates Agit-Prop-Mittel der AfD: gerade die Themen und Gruppen anzusprechen, die in Wahrheit besonders bedroht sind und bekämpft werden durch die Botschaften ihrer Politik. 'Juden in der AfD', gibt es tatsächlich, also Juden, die den offenen und/oder verhohlenen Antisemitismus und dien Holocaust- Geschichtsvergessenheit mitmachen, auch 'Migranten in der AfD', also die der unverhohlenen Ausländerfeindlichkeit applaudieren. Irrläufer und/oder oder  Selbstverletzer? Oder - so auch in dem Protokoll, in dem ein Arbeiter zitiert wird, 'Arbeiter in der AfD'. Da werden alle Gruppen ungeniert im Agit.Prop-Feld aufgeboten, deren ideologische und interessengeleitete Nähe zur Partei unterhalb der Nachweisgrenze liegt. Der Clou: Dieses Mitglied der AfD, Mehmet Baysöz, stellvertretender Ortssprecher, vereint gleich drei Alibi- und Vorzeigekomponenten: Den Mann mit Migrationshintergrund, mit islamischer Religion und den Arbeiter.

Was den 'Arbeiter' betrifft: Eigentlich klassisches Klientel der SPD, jetzt in einer Partei, die den marktradikalen, renditegetriebenen und reaktionärsten Flügel des Kapitals vertritt zu Lasten der Arbeiter und Angestellten und zum Wohl der Aktionäre. Er versteigt sich dabei zu Aussagen wie "mich als Arbeiter wurmt besonders, dass der DGB diese Auswüchse (gem. die Gegendemonstration) mit Hauptamtlichen und Ausstattung unterstützt. Immerhin ist es das Geld der Arbeiter, das hier verblasen wird." Die Stadt Hanau, so das Protokoll weiter, schweige zu den linksextremen Umtrieben (gem. v.a. die 'Nazis raus' Rufe auf Seite der Gegendemonstranten, das stört ja die Naziaffinen oder -verharmloser am meisten, wenn man sie nennt, was zumindest ihre radikalen Flügel sind). Das erklärt man in einer Stadt, die am 19.2. die schwerste Verwundung seit dem Ende des Weltkriegs ausgeführt von einem Rassisten und Rechtsextremisten erleben musste. Dessen ideologisches Waffenarsenal auch aus der demagogischen Rhetorikkammer der Partei stammt, die hier darüber klagt, dass die christlichen Werte und das Grundgesetz ausgehöhlt werden."

Jörg Sternberg
Hanau

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