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"In der derzeitig noch vorhandenen Pandemie-Krisenzeit wird vielerorts von Solidarität und von Spaltung geschrieben und gesprochen. Die Frage steht aber im Raum, wer wem die Solidarität schuldet: den Jungen den Alten, den Geimpften den Nichtgeimpften, den Reichen den Armen, Europa dem Rest der Welt usw. oder jeweils umgekehrt? Wer den Begriff bemüht wird nicht umhinkommen ihn zu definieren und von der Bereitschaft, füreinander einzustehen, sprechen und das Engagement für die Gemeinschaft, der man angehört, in den Vordergrund stellen.

Selbstlosigkeit, Eigeninteresse, Altruismus, Aufopferung, Uneigennützigkeit, Humanismus, Religiosität, Edelmut, Großherzigkeit, Noblesse und Brüderlichkeit sind die Leitmotive, die zu einer Verbundenheit führen. In Krisenzeiten unterliegt die Solidarität einer Belastungsprobe und die Bereitschaft Opfer zu bringen, ist im Vergleich zum normalen Alltag nicht leicht. Die Frage, welche Gruppe wird mehr belastet und verdient ein größeres Maß an Mitgefühl und Empathie und wie ist ein Ausgleich zu schaffen für eine Beeinträchtigung, lässt sich nicht unbedingt angemessen beantworten.

Die Diskussionen darüber müssen in einem demokratischen Rechts- und Sozialstaat geführt und die Gründe herausgearbeitet werden. Der Schutz des Menschen bzw. seine Gesundheit hat oberste Priorität und nicht wie eine Diktatur am besten gestützt werden kann. Mit wem und wieso Solidarität zu üben ist, ergibt sich nicht aus einer Selbstverständlichkeit, aus der Natur der Sache, aus einer Gottesfügung oder aus sonstigem, sondern aus der konkreten Handlungsweise und Übung. Genau aber an diesem Punkt besteht die Gefahr ein Innen und ein Außen zu schaffen, mit der Neigung sich abzuschotten, näher zusammenzurücken und einen Egoismus gegenüber anderen entwickeln und einen Vorrang für die eigene Familie, für die eigene Nation und für Europa einräumt und die Nöte anderer Länder ignoriert und die Gefahr am liebsten im Fremden verkörpert sieht („China-Virus“, „britische“ oder „indische“ Mutante).

Die Kehrseite der Solidarität wäre die Nichtbeachtung der Situation der Schlechtergestellten und ihre Not. Die Produktion und Verteilung von Impfstoffen ist eine Prüfung nach welchen Grundsätzen gehandelt werden kann. Hier kommt das Kriterium der Gerechtigkeit ins Spiel und nicht das gegeneinander ausspielen nationaler und transnationaler Solidarität. Dabei besteht in Zeiten einer Krise wie in der derzeit noch herrschenden Covid-19-Pandemie immer das Risiko des Rückfalls in autoritäres, nationalistisches oder gar sozialdarwinistisches Denken. Daher ist höchste Vorsicht geboten."

Dr. Hans Katzer
Hanau

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