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In der Lesereihe "Textrausch" kommen bekannte Namen wie die Satirikerin Susanne Hasenstab, aber auch lokale Schreibende wie die Hanauer Autorengruppe ZwanzigZehn.

Organisator der Reihe ist der in Hanau geborene Autor Hans-Jürgen Lenhart, der bereits zum dritten Mal eine Lesebühne ins Leben ruft. "Textrausch" hat ein offenes Konzept. Los geht es am 26.1.2020 mit "Die Lesebühne Ihres Vertrauens”. Bei dieser sind einige bekannte aufstrebende Kabarettpreisträger wie Tilman Birr, Severin Groebner und Elis C. Bihn, die schon vor Jahren Frankfurts erste Lesebühne gegründet haben. Die Lesebühnenszene steht für eine Autorenszene, die sich wohltuend abgrenzt von Pennäler-Comedy, altbackenem Politkabarett oder trockenen Literaturrezitationen. Sie streift zwar derartige Grundgenres, aber mit völlig eigenem Gestus. In diesem Sinn will Lenhart auch die Lesereihe verstanden wissen. Abseits vom Mainstream der Bestsellerlisten will er von Satire bis Unkonventionellem, von Mottolesungen bis zu lokalen Autoren, von Sprachspielern bis zu Künstlern, die Literatur mit anderen Genres verbinden, präsentieren. "Die Berliner Lesebühnenszene hat z. B. viele tolle Autorinnen und Autoren hervorgebracht und das ist nicht unbedingt gleichzusetzen mit der Poetry Slam-Szene, wenngleich es auch Überschneidungen gibt. So etwas gibt es in Rhein-Main eigentlich noch zu wenig, aber in den Lesebühnen entdecke ich noch am ehesten neue Ideen", sagt Lenhart. Das man dabei mit einem bekannten Beispiel anfängt, ist nur logisch. Die Drei von der "Lesebühne Ihres Vertrauens” sind vor allem begnadete Moderatoren ihrer eigenen Werke und höchst witzige Liedermacher. Birr und Elis bilden zudem das erfolgreiche Duo "Welthits auf Hessisch". Und Lenhart meint: "Mit einem Typ, der Elis heißt, im Ellis zu beginnen, passt doch irgendwie."

Nächster Gast ist am 9.2. Susanne Hasenstab. Die mit dem Duo "Hohler Chaussee" bekannt gewordene Mundartautorin stellt ihren neuen Roman "Irgendwo zwischen Liebe und Musterhaus" vor, eine bissige Persiflage auf die Akteure des Kunst- und Kulturbetriebs und zeitgeistgetriebener Jungfamilien. Stimmkunst, Komik, Poesie, Musik und Jonglage präsentiert das weibliche Duo "Die Qsinen" am 4.3. Auch das ein Beispiel für die kulturelle Wundertüte, die Lenhart präsentieren will, in der sich das Poetische mit anderen Disziplinen vermischt. Wer Peter P. Peters heißt, dem ist das Sprachspiel wohl in die Wiege gelegt worden. Der Meister der fonetischen Dichtung, in der es vor endlosen Alliterationen und Ähnlichem nur so herum "jandlt", kommt am 8.4. Das ist Sprachakrobatik der höheren Art. In Seligenstadt gibt es einen sehr erfolgreichen literarischen Salon namens "Skriptorium", der immer wieder mit Gemeinschaftslesungen aufmerksam macht, dem aber Autoren von Frankfurt bis Aschaffenburg angehören. Die Gruppe hat sich eine Lesung um geheimnisvolle Gegenstände vorgenommen, was gut in das einfallsreiche Programm der Reihe passt. Sie liest am 25.4. Aber auch die Hanauer Autorengruppe ZwanzigZehn präsentiert sich am 15.5. und nähert sich Hanau selbst mit unterschiedlichen Herangehensweisen und biografischen Erinnerungen. Lenhart selbst wird am 3.5. auch ganz Hanauer bzw. Hesse sein. Zusammen mit seinem Bühnenpartner Matì verwandeln sich die beiden in "Zwaa Babbelschnute", die die Absurditäten hessischer Volleulen und Klugscheißer beleuchten. Das klingt nach hessischem Monty-Python-Zirkus. Unterstützt wird die Textrausch-Reihe von der Sparkasse Hanau, zumindest eine gute finanzielle Absicherung, um bei Erfolg weitermachen zu können.

Lenhart ist waschechter Hanauer und sagt: "Ich lebe zwar inzwischen in Frankfurt, aber es freut ich mich besonders, auf diese Weise immer wieder in meine Heimatstadt zurückzukehren. In der Johanniskirche, in deren Bau sich ja das Ellis befindet, habe ich vor gut 45 Jahren schon einmal als Filmvorführer für Kinderfilme für die Stadt Hanau gearbeitet." Mit "Textrausch" setzt er teilweise an das Konzept seiner "Panischen Lesebühne" im Hanauer Brückenkopf an, die er dort von 2014-16 betrieb. "Im Brückenkopf lief es eigentlich immer recht gut. Insbesondere entwickelte ich dort meine Vortragsreihe zur Hanauer Stadtgeschichte, die dann in der sehr Ton-Bild-Schau "Hanau – eine Zeitreise" im Comoedienhaus endete. Die hätte ich noch mehrfach aufführen können. Mit dem Thema der Hanauer Schreibgruppe ZwanzigZehn wird aber darauf zurückgekommen. Die Idee einer Lesebühne hat mich danach nicht mehr losgelassen. Ich bin jetzt froh, erneut versuchen zu können, im Ellis für Hanau ein Kulturangebot zu etablieren, das in seiner Art hier noch fehlt und bislang eher in der Metropole Frankfurt zu finden ist."

Lesereihe TEXTRAUSCH
Bistro & Café Ellis, Johanneskirchplatz 1, 63450 Hanau 06181 9911299 Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Start am Sonntag, 26.1.2020, 18 Uhr
"Die Lesebühne Ihres Vertrauens" mit Tilman Birr, Elis (= Welthits auf Hessisch) und Severin Groebner
Eintritt 10 €

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