Lesung mit Journalistin Sabine Bode

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Im Rahmen der Ausstellung "Leben im Krieg. Perspektiven auf Hanau im Zweiten Weltkrieg" findet am Donnerstag, 12. März um 19 Uhr eine Lesung mit Sabine Bode im Roten Saal von Schloss Philippsruhe statt.

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Die Journalistin und Buchautorin liest aus ihrem Buch "Die vergessene Generation – Die Kriegskinder brechen ihr Schweigen". Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht notwendig.

Die Menschen der Generation der Kriegskinder berichten erstmals über ihre Erlebnisse während des Krieges. Noch nie hat es in Deutschland eine Generation gegeben, der es so gut ging wie den heute 60 bis 75jährigen. Doch man weiß wenig über sie, man redet nicht über sie - eine unauffällige Generation. Jetzt beginnen sie zu reden, nach langen Jahren des Schweigens. Die Kriegskindergeneration ist im Ruhestand, die eigenen Kinder sind längst aus dem Haus. Bei vielen kommen jetzt die Erinnerungen allmählich hervor und mit ihnen auch Ängste, manchmal sogar die unverarbeiteten Kriegserlebnisse. Sie wollen nun über sich selbst nachdenken und sprechen. Der Psychoanalytiker Horst-Eberhard Richter spricht von einer »verschwiegenen, unentdeckten Welt«. Mit den Holocaust-Opfern habe man sich eingehend beschäftigt, mit der Kriegskindergeneration nie. Ihnen wurde gesagt: »Sei froh, daß du überhaupt überlebt hast. Vergiss alles und schau lieber nach vorne!« Sie haben den Bombenkrieg miterlebt oder die Vertreibung, ihre Väter waren im Feld, in Gefangenschaft oder sind gefallen. Diese Erinnerungen haben sie bislang in sich verschlossen gehalten, sie trösteten sich mit der Einstellung: »Andere haben es noch viel schlimmer gehabt als wir.« So wurde eine ganze Generation geprägt: Man funktionierte, baute auf, fragte wenig, jammerte nie, wollte vom Krieg nichts hören - und man konnte kein Brot wegwerfen.

Die Ausstellung "Leben im Krieg. Perspektiven auf Hanau im Zweiten Weltkrieg" nimmt den 75. Jahrestag der Zerstörung Hanaus am 19. März 1945 zum Anlass für eine interaktive Ausstellung. Dabei steht vor allem das Alltagsleben im Zweiten Weltkrieg im Mittelpunkt. Wer lebte unter welchen Bedingungen in Hanau? In einem Krieg, der intensiv vorbereitet wurde und immer umfassender in alle Bereiche des Lebens hineinwirkte. Durch einen bewussten erzählerischen Perspektivwechsel sollen die unterschiedlichen Aspekte des Lebens schlaglichtartig herausgearbeitet werden: Wie war die organisatorische Grundlage für einen Krieg in einer Stadt wie Hanau? Welche militärischen Ein- und Auswirkungen brachte der Krieg für die Stadt? Und wie konnte der Alltag von den Menschen in einem zunehmend allumfassenden Kriegsgeschehen gestaltet werden? Was sollten, wollten oder konnten die Menschen sehen, erleben oder wahrnehmen – wo ergeben sich gravierende Differenzen zwischen Propaganda und Lebenswirklichkeit? Erstmals werden auch die erinnerungskulturellen Entwicklungen nach 1945 betrachtet und bis an die Jetztzeit herangeführt.

Am Donnerstag, 26. März hält Politikwissenschaftlerin und Autorin Katrin Himmler um 19 Uhr einen Vortrag zum Thema "Die Brüder Himmler – Wie wurden Menschen im Dritten Reich zu Tätern?" im Roten Saal von Schloss Philippsruhe. Weitere Termine im Rahmen der Sonderausstellung finden sich unter www.museen-hanau.de

Historisches Museum Hanau Schloss Philippsruhe Philippsruher Allee 45 63454 Hanau www.museen-hanau.de  

Sonderausstellung
"Leben im Krieg. Perspektiven auf Hanau im Zweiten Weltkrieg"
Ein Kooperationsprojekt mit dem Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V.
1. März bis 28. Juni

Foto: Sabine Bode (Copyright: Marijan_Murat)

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