Hanauer Literaturgeschichte erscheint im Januar

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"Gerne hätten wir das neue Buch von Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz noch vor Weihnachten herausgebracht, aber Corona hat leider auch dies verhindert", so Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) und Michael H. Sprenger, Vorsitzender des Hanauer Geschichtsverein 1844 e.V.

So werde das mehr als 400 Seiten zählende, reich illustrierte Werk der beiden Wissenschaftler und Erfolgsautoren leider erst Mitte Januar ausgeliefert und zu erwerben sein, teilen sie mit.

Stadt und Geschichtsverein sind gemeinsam Herausgeber der Publikation, die Hanau als Literaturstadt vorstellen wird. Dass die Grimms hier geboren wurden, dürfte jede und jeder wissen. Aber auch viele andere Geistesgrößen haben in Hanau gelebt, gearbeitet und vor allem auch literarische Zeugnisse über die Zeitläufte hinterlassen. Eine beeindruckende Bandbreite reicht von frühen Buchdrucken der Renaissancezeit über die Dichtkunst der Barockzeit, der Romantik bis ins späte 19. Jahrhundert und ins 20. Jahrhundert mit seinen vielen politischen und damit auch literarischen Umbrüchen und Verwerfungen. Schließlich ist Literatur, ob schöngeistige oder wissenschaftliche, immer auch ein Spiegelbild der Geschichte. Claus Kaminsky: "So war es längst überfällig, sich in einer breit angelegten Studie mit der Literaturgeschichte der Stadt und der ehemaligen Grafschaft Hanau zu beschäftigen."

Heiner Boehncke und Hans Sarkowicz erklärten sich sofort bereit, sich auf diese literarische Reise durch die vergangenen Jahrhunderte zu begeben und ihre Erkenntnisse in der ihnen eigenen gut verständlichen Sprache, aber wissenschaftlich fundiert, wiederzugeben. Im Rahmen ihrer Forschungen förderte das Autorenteam Neues zu den Hanauer Märchen zu Tage: Die lange vermutete Nähe der vier Hassenpflug-Schwestern zu den Günderrode-Schwestern, besonders Karoline, ist nun durch aufgefundene Dokumente gesichert. Auch haben die Autoren plausibel nachweisen können, dass der Mutter, Marie Madeleine Hassenpflug, eine viel größere Bedeutung als der Großmutter im französischen-deutschen Kulturtransfer und unter dem Einfluss des Pietismus zukommt. Wertvolle Beiträge zur Grimm-Forschung liefern sie durch bahnbrechende Erkenntnisse zur Vita von Ferdinand Grimm, der wie seine Brüder Sagen und Märchen sammelte. Oder wer wusste bisher, dass Johann Wolfgang Goethes Onkel, Johann Jakob Göthe, eine kaufmännische Lehre bei einem Tuchhändler in Hanau gemacht hat, "Die Briefe eines Schweizers" nicht von Knigge stammen und Hanau dank Moscherosch auch eine Stadt der Barockliteratur ist? Zudem war Hanau nach Basel der bedeutendste Druckort hebräischer Literatur im deutschsprachigen Raum. Auch wird die einmalige Zensurpraxis im Vormärz mit der Tendenz eines weltoffenen, liberalen Hanau thematisiert.

Das Studienprojekt und die Herausgabe des Buches konnte durch Eigenmittel der Stadt Hanau, des Hanauer Geschichtsvereins und eine Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Hanau verwirklicht werden. Martin Hoppe, Fachbereichsleiter Kultur, übernahm Lektorat und Korrektorat. Das Buch wird als Band 53 der Hanauer Geschichtsblätter erscheinen und für 39 Euro über den gut sortierten örtlichen Buchhandel zu erwerben sein, Mitglieder des Geschichtsvereins erhalten es für 25 Euro (ISBN 978-3-935395-36-6).

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