„Menschen brauchen Halt und den Austausch mit anderen“

Von links: Marianne Becker, Dr. Raluca Rossi, Srita Heide und Carola Gärtner.

Bad Orb
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Virus, Infektion, Beatmung, Impfstoff – die mit am meisten verwendeten Begriffe im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

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Ihnen ist gemeinsam: Man kann sie am Menschen physisch bestimmen, sprich: messen. Das ist mit der Psyche anders. Niemand kann einem Menschen in die Seele schauen. Aber manchmal kann man am äußerlichen Verhalten erkennen, dass innerlich etwas aus den Fugen geraten ist. „Das gilt auch in der jetzigen Pandemie – zum einen für die Menschen, für die die Kontaktbeschränkungen eine große psychische Belastung darstellen, zum anderen für das medizinischen Hilfs- und Pflegepersonal, die medizinisch-technischen Assistenten und Assistentinnen sowie die Ärzte und Ärztinnen, die längst an ihrer Belastungsgrenze im Einsatz sind“, erklärt Dr. Raluca Rossi, in den Gelnhäuser MKK-Kliniken Oberärztin der Klinik für Neurologie und Schlaganfallmedizin sowie in der Notaufnahme und Mitglied der klinischen Ethikkommission.

In Bad Orb unterhält sie zudem eine neurologische Praxis, in der die Frauen Union (FU) Main-Kinzig sie jüngst besucht hat, um sich bei ihr über die psychologischen Folgen der Pandemie in der Gesellschaft zu informieren. „Ein Großteil der Diskussionen dreht sich um die rein physischen Aspekte von Corona. Doch immer mehr Menschen fühlen sich überfordert, besonders nach dem zweiten Lockdown“, so Rossi. „Sie brauchen Halt und den Austausch mit anderen, um Lösungen für sich und ihre Familie zu finden. Auch das hat etwas mit Gesundheit zu tun.“

Von hier aus ist es thematisch nicht mehr weit zum viel beklagten Fachkräftemangel in der Pflege. „Auch die hier eingesetzten Kräfte brauchen psychische Entlastung und Unterstützung in der Alltagsorganisation, etwa durch umfassendere Möglichkeiten der Kinderbetreuung“, positioniert sich die Vorsitzende der FU Main-Kinzig, Srita Heide. „Wir brauchen beispielsweise flexiblere Öffnungszeiten in den Kitas, die nicht mehr den Gegebenheiten arbeitender Eltern entsprechen. Denn in den Pflegeberufen oder auch im Einzelhandel sind frühe und lange Arbeitszeiten gang und gebe.“ Ein konkreter Vorschlag für die Praxis: Einrichtung eines betriebseigenen Kindergartens in den Kliniken – ein Attraktivitätsplus, das Frauen im Umkreis ermuntern könnte, sich in einem Pflegeberuf ausbilden zu lassen. Auch beim geplanten Neubau der Gesundheitsakademie müsse von Anfang an eine Kita mit eingeplant werden.

Ein anderer Aspekt, der Srita Heide wichtig ist: „Bevor wir Fachkräfte aus dem Ausland zu uns holen, müssen wir sicher sein, dass wir unsere hiesigen Fachkräfte richtig einsetzen.“ Mangelnde Sprachkenntnisse und fehlende Anerkennung von Ausbildungsqualifikationen machten die Sache nicht leichter. Und Neurologin Rossi, ergänzt: „Wir müssen darüber hinaus hiesigen Quereinsteigern die Gelegenheit geben, sich in diesem Beruf neu zu orientieren, bevor wir Fachkräfte von unseren EU-Nachbarn oder von weiter her abwerben.“ Srita Heide mahnt: „Wir dürfen die psychischen Belastungen der Menschen in der Pandemie nicht unter den Tisch fallen lassen. Der Frauen Union ist es ein besonderes Anliegen, hier aktiv Unterstützung zu leisten, indem wir auf politische Entscheidungsträger einwirken.“

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