Aus „Wohnen am Schloss“ wird „Leben am Schloss“

Bad Soden
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Wer in diesen Tagen mit offenen Augen in der Kurstadt unterwegs ist, dem fällt es gleich ins Auge: Auf dem früheren Gelände der Firma Conti-Elektra am Ortseingang von Bad Soden tut sich was.

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Nachdem das Areal jahrelang im Dornröschenschlaf lag, viele Pläne wieder zu den Akten gelegt werden mussten oder diese kurz vor der Realisierung aufgrund von Unstimmigkeiten zwischen den wechselnden Projektpartnern wie eine Seifenblase zerplatzten, sind nun Baumaschinen angerückt. Der Grund ist ein äußerst erfreulicher: Wie Bürgermeister Dominik Brasch mitteilt, wurde in der vergangenen Woche nach monatelangen Verhandlungen der Kaufvertrag zwischen den bisherigen Eigentümern aus Italien und dem neuen Investor notariell beurkundet. Und der ist in der Region wahrlich kein Unbekannter: Die KIZ Unternehmensgruppe ist seit vielen Jahrzehnten in Bad Soden-Salmünster ansässig. Mit 130 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von über 130 Millionen € stellt die Unternehmensgruppe eine feste Größe im Bereich schlüsselfertiges Bauen und Bauausführung – schwerpunktmäßig bei Einzelhandels- und Wohnungsbauimmobilien.

„Ein echtes Herzensprojekt und eine Visitenkarte für unser Unternehmen“, sei das geplante Vorhaben, betonen die beiden Geschäftsführer der KIZ Unternehmensgruppe, Norbert Kittler und André Muth, die bereits darauf brennen, ihre Pläne schnellstmöglich umzusetzen, und die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Bürgermeister hervorheben, die sie zu jedem Zeitpunkt in ihrer Kaufentscheidung bestärkt habe.

„Leben am Schloss“ ist das Projekt überschrieben, das in den kommenden Monaten Stück für Stück realisiert werden soll. Wie Brasch, Kittler und Muth berichten, soll auf dem Gelände keine klassische Reihenhaussiedlung entstehen wie ursprünglich angedacht, sondern eine durchmischte Bebauung die unterschiedlichen Bedürfnissen – vom Einfamilienhaus und hochklassigen Wohnungen in bester Lage, bis hin zum behindertengerechten und assistierten Wohnen im hohen Alter - gerecht wird. „Wohnen für Jedermann“ fasst der Rathauschef das Konzept dahinter zusammen. Wünschenswert sei zudem die Schaffung einer passenden Gewerbeinfrastruktur; aus diesem Grund sei man bereits auf der Suche nach möglichen Mietern, Partnern oder Gewerbetreibenden, die sich vorstellen können, hier eine neue Heimat zu finden. Die Innenstadt Bad Sodens werde aufgewertet und erhalte neue Impulse. Ziel sei es, dass die bereits erfolgte Belebung der Badestraße auch in dem neu entstehenden Quartier fortgesetzt werde, beispielsweise durch passende Einkaufsmöglichkeiten.

Die unmittelbare Nähe zum Huttenschloss, das aktuell seitens der Stadt im Innenbereich umfangreich saniert wird, verleiht dem geplanten Baugebiet ein besonderes Flair und auch das Schloss wird umgekehrt durch die neue Umgebung viel besser in Szene gesetzt. Im Erdgeschoss des altehrwürdigen Gemäuers sollen künftig Trauungen, aber auch Veranstaltungen wie Lesungen, Kleinkunst oder Kabarett stattfinden; auch die örtlichen Vereine können die neuen Räumlichkeiten für eigene Angebote nutzen. Zudem entstehen aktuell vier Wohnungen direkt im Schloss; auch eine gastronomische Nutzung ist möglich. Die Vermarktung soll zeitgleich zu der des geplanten Wohngebiets erfolgen.

Mit der Unterschrift beim Notar seien monatelange Verhandlungen zu Ende gegangen, die sich nicht immer einfach gestaltet hätten, so Brasch. Mit vereinten Kräften – und getragen durch die grundsätzliche Unterstützung durch die Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung, die für den Investor bei der Kaufentscheidung ebenfalls von großer Bedeutung gewesen sei - sei es schlussendlich aber gelungen, ein Ergebnis zu erzielen, das sich äußerst positiv auf das Stadtbild auswirken werde. Ebenso, wie das beispielsweise an der „Alten Ziegelei“ und der Spessartstraße in Salmünster bzw. Hausen der Fall gewesen sei. Einen Dank richtet Dominik Brasch an Ulrich Becker von der Projektentwicklungsgesellschaft PEG, der als Bindeglied zu den bisherigen Eigentümern in Italien gewirkt habe. Die Einigung zwischen den Vertragspartnern sei auch seinem persönlichen Einsatz zu verdanken.

Nichtsdestotrotz sei die Konversion einer Industriebrache mitten im Herzen der Stadt eine besondere Herausforderung gewesen; seit 2015 ist das Gelände als altlastenfrei eingetragen, erinnert der Rathauschef. Eine Verdichtung der Wohnbebauung an so zentraler Stelle sei nun ein städtebaulicher Glücksfall und so nachhaltig, wie man es sich für die Stadtentwicklung nur wünschen könne.

Als Bürgermeister sei es ihm wichtig gewesen, dass die Stadt nicht länger als „Zaungast“ am Spielfeldrand stehe und dass das Gelände wieder in „Bad Soden-Salmünsterer Hand“ komme, macht Brasch deutlich. Mit der KIZ Unternehmensgruppe, die u.a. auch ein Büro in Berlin betreibt, habe nun ein überaus erfolgreicher und renommierter Partner übernommen, für den die Weiterentwicklung des Areals nicht nur ein Geschäft, sondern aufgrund der Verbundenheit zur Kurstadt eine besondere Verpflichtung sei. Mit dem Zuschlag für das heimische Unternehmen, das auch personell weiter expandiert, sei zudem sichergestellt, dass die Wertschöpfung innerhalb der Kurstadt verbleibe. „Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten“, sind sich Brasch, Kittler und Muth einig.

Bevor die Bagger richtig rollen können – momentan handelt es sich bei den Arbeiten um vorbereitende Maßnahmen - muss nun zunächst ein neuer Bebauungsplan aufgestellt werden. Die städtischen Gremien werden gemeinsam mit der KIZ GmbH über die finale Gestaltung beraten und entscheiden. Auch wenn dies noch eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen wird, so sind die notwendige Sensibilität und der Weitblick eine lohnende Investition.  Wie Dominik Brasch hervorhebt, ist es allen Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung wichtig, die bestmögliche Lösung herbeizuführen und sich nicht gemäß dem Motto „Hauptsache, es wird überhaupt irgendwas gemacht”, mit der zweitbesten Alternative zufrieden zu geben.

Brasch: „Nun können die Planungen endlich richtig beginnen, Gutachten und Bebauungspläne erstellt werden, um dann in die Vermarktung einzusteigen. Alle freuen sich, wenn es losgeht und ein Schandfleck nach so vielen Jahren endlich aus dem Stadtbild verschwindet.“

Foto (von links): André Muth, Bürgermeister Dominik Brasch und Norbert Kittler auf dem zukünftigen Baugelände am Huttenschloss / (Im Hintergrund die Klinik St. Marien). Bildquelle: Stadt Bad Soden-Salmünster

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