Der Führerschein aus Gran Canaria

Bad Soden-Salmünster
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Sonne, Strand und Führerschein – so ungefähr dürften die Erinnerungen sein, wenn ein 40-jähriger Mann aus Bad Soden-Salmünster an die Urlaubsinsel Gran Canaria denkt.

Nach einem Unfall im Oktober des vergangenen Jahres legte er der Polizei jedenfalls einen Führerschein von dort vor, der sich bei genauerer Betrachtung als schlechte Kopie herausstellte. Und nicht nur das: Auch die englische Fahrerlaubnis, die er zusätzlich vorzeigte, war eine Fälschung. Im Amtsgericht Gelnhausen gab’s dafür jetzt die Quittung.

Mehrere Jahre habe er zunächst auf Mallorca und dann auf Gran Canaria gelebt, woher er das „Dokument“, das von Spezialisten der Polizei als Phantasie-Produkt bezeichnet wurde, tatsächlich hatte, sagte er dem Gericht nicht. Etwas mehr ins Detail ging er da schon bei seinem gefälschten Führerschein aus England: Eine halbe Woche sei er au der Insel gewesen, habe zweimal mit einem Auto fahren müssen, mindestens 300 Euro bezahlt und dann die Fahrerlaubnis erhalten. Auch den Namen seiner Kontaktperson in Deutschland nannte er. An seinen Sprachkenntnissen muss er allerdings arbeiten: Im Rahmen des Ermittlungsverfahrens reichte er nämlich selbst ein Dokument der Führerscheinbehörde aus Großbritannien ein, die im darauf auf Englisch mitteilte, dass er dort nicht zur Führerscheinprüfung zugelassen werde.

Der Grund: Im Jahr 2012 war ihm der „Lappen“ in Deutschland nach einer Trunkenheitsfahrt für neun Monate entzogen worden, für die anschließend geforderte medizinisch-psychologische Untersuchung fehlte ihm das Geld. Auch 2013 stand er vor Gericht, wurde wegen Steuerhinterziehung zu einer einjährigen Bewährungsstrafe verurteilt. 2016 gab’s dann wegen Betruges nochmal eine Geldstrafe. Dabei blieb es auch diesmal: 90 Tagessätze á 8 Euro und somit eine Geldstrafe in Höhe von 720 Euro lautete das Urteil.

Kurios war auch das Ende der Verhandlung: Der Angeklagte fragte nach, ob er seine Strafe bei der Polizeistation Bad Orb abarbeiten könne, „für die habe ich schon öfters was unter der Hand gemacht“, so seine wörtliche Aussage. Die Staatsanwaltschaft machte ihm allerdings deutlich, dass dies keine besonders gute Idee sei...

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