Weltpfadfindertreffen mit 45.000 Scouts aus über 150 Ländern

Bad Soden-Salmünster
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Anfang August ging das 24. Weltpfadfindertreffen (World Scout Jamboree) mit 45.000 Pfadfinderinnen und Pfadfindern zwischen 14 und 17 Jahren aus mehr als 150 Ländern der Welt in Nordamerika zu Ende.

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Daran nahm als Mitglied des etwa 10.000 Pfadfinder starken International Service Teams (IST) auch Frank Seidl aus Bad Soden-Salmünster teil. 17 Tage verbrachte er im etwa 283 Quadratkilometer großen Naturpark Summit Bechtel Reserve mit dem einmaligen Abenteuer- und Zeltplatz der Boy Scouts of America (BSA), die mit Kanada und Mexiko gemeinsam das weltweite Pfadfindercamp 2019 ausrichteten. Insgesamt 1.300 Pfadfinderinnen und Pfadfinder waren aus Deutschland angereist.

Abenteuer pur
Mit vielfältigen Angeboten auf dem beeindruckenden Pfadfinderplatz rückten die Veranstalter bei diesem Weltpfadfindertreffen (Motto „Unlock a New World“) das Abenteuer in den Vordergrund: Highlights waren sicherlich die vier großen Ziplines (Seilbahnen, die mit fast 9 km Länge als längste Zipline der Welt gelten), aber auch mehrere Mountain-Bike-Trails (50 km) und BMX-Tracks (25.000 qm), Canopy – mehrere Hochseilgärten in den Bäumen, the Rocks (125 Kletterstationen) und die weltweit zweitgrößte Outdoor-Skateanlage. Darüber hinaus gab es noch viele Wasser-Abenteuer-Stationen wie Kanu, Wildwasserrafting, Standup-Paddling, Tauchen, Angeln und vieles mehr.

Aber auch Inhalt
Trotz des enormen Abenteuer-Angebotes kam der Inhalt nicht zu kurz: Im Global Development Village“ (GDV), in der „Faith and Beliefs Zone“ sowie im „World Scout Centre“ und vielen Aktionen setzten sich die Pfadfinderinnen und Pfadfinder in gemischten Gruppen mit Fragen der Globalisierung, des Glaubens, der Entwicklung, des Klima- und Umweltschutzes und mit Frieden und Gerechtigkeit auseinander. So waren die „Sustainable development goals“ (SDG), die 17 Ziele der Vereinten Nationen (United Nations) für eine nachhaltige Entwicklung („Agenda 2030“) ein durchgängiges Thema auf dem Camp und es gab auch eine „Fridays for Future“-Demonstration. Die UN-Jugendbeauftragte sowie der ehemalige UN-Generalsekretät Ban Ki-moon lobten bei der Abschlussveranstaltung nicht nur das Zusammenleben der Jugendlichen aus aller Welt als Beispiel für eine solidarische und friedliche Weltgemeinschaft. Ban Ki-moon unterstützte auch den Einsatz der Pfadfinder für die SDGs: „There is no Plan B, because there is no Planet B!“, sagte er unter großen Applaus von mehr als 50.000 Pfadfinderinnen und Pfadfindern bei der Closing Ceremony in West Virginia.

Abenteuer und Inhalt war Programm - Begegnung und Entwicklung das Ziel
Bei knapp zwei Wochen intensiven Erlebnissen und Begegnungen bleiben nicht nur Erinnerungen, sondern vieles wird nachhaltig wirken, Erkenntnisse und Überzeugungen sind entstanden, internationale Kontakte und Freundschaften wurden geknüpft. Bei der Verabschiedung flossen Tränen der Freude über die vielen tollen Begegnungen und Abenteuer und des Abschieds, weil auch dies einmal zu Ende gehen muss. Die Erkenntnisse und Freundschaften aber können bleiben und tausende Scouts kehren damit nach Hause und prägen ihr eigenes Umfeld. Auf Begegnungen sind die Weltpfadfindertreffen immer ausgelegt. Nicht nur die Aktivitäten sind international, sondern auch das normale Camp-Leben. Ein Trupp mit 36 Jugendlichen und 4 Leitern/innen aus einem Land kocht und lebt gemeinsam in den Zelten als Einheit. Im sogenannten Subcamp ist man umgeben von mehreren Nachbar-Trupps aus allen möglichen Ländern und beim Subcamp-Programm, bei Begegnungen mit der Nachbarschaft und bei gemeinsamen Aktivitäten lernten sich die Scouts kennen. In sechs Base-Camps (Alpha bis Foxtrott) mit insgesamt 22 Subcamps wurde das Lager unterteilt. Das Base-Camp Echo war Heimat des International Service Teams.

Internationales Service Team – die Helfer und Organisatoren des Jamborees
Damit so ein riesiges internationales Lager funktioniert, werden viele internationale Helfer benötigt. Rund 10.000 Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus den 150 Teilnehmer-Ländern arbeiteten bereits vor dem Lager intensiv im International Service Team (IST) daran, den Jugendlichen ein unvergessliches, einmaliges Erlebnis zu bescheren. In Workshops und bei den Aktivitäten, in Service- und Logistik-Einheiten etc. arbeiteten auch die rund 80 deutschen Staffs. Frank Seidl, Pfadfinder aus Bad Soden-Salmünster, arbeitete – als Rettungssanitäter im Team „Rescue EMS“ (Emergency Medical Service) – dem Rettungsdienst des World Scout Jamborees. Ärzte, Paramedics und Rettungssanitäter aus den USA, Kanada, Großbritannien, den Niederlanden, Spanien, Schweiz, Österreich, Schweden, Chile, Hongkong, Taiwan und anderen Ländern arbeiteten in diesem Team mit. In 24-Stunden-Schichten, Zusatzdiensten bei den großen Arena-Shows und Bereitschaften wurden die Base-Camps und die Aktivitäten rettungsdienstlich versorgt. Etwa 180 Stunden Dienst kamen da ohne die Bereitschaftszeiten zwischen den Diensten zusammen.

Die medizinische Versorgung auf dem Gelände war umfassend. Jedes Base-Camp hatte eine rund um die Uhr besetzte Medizinstation, eine Ambulanz mit Liege- und Ruheplätze bspw. bei Überhitzung und Dehydrierung. Zu den Aktionszeiten gab es noch temporäre Medizinstationen direkt vor Ort und ebenfalls rund um die Uhr stand ein großes Feldhospital auf dem Lagerplatz zur Verfügung. Für die rettungsdienstliche und notärztliche Versorgung sowie den Transport von Erkrankten und Verletzten standen mehrere Einheiten bereit: Das etwa 80-köpfige Team „Rescue EMS“ mit All-Terrain-Vehicles (ATV) und Medical Bikes, 30 Field Ambulances mit Sanitätern der US Army, 5 Ambulanz-Fahrzeuge (Rettungswagen), mehrere Einheiten der Feuerwehr Mount Hope, 2 Rettungshubschrauber und 2 große Sanitätshubschrauber der US Army (Black Hawk).

Die Zusammenarbeit aller Einheiten, der lokalen, nationalen und internationalen Rettungskräfte klappte hervorragend. Das wurde sicherlich auch durch eine mehrstündige gemeinsame Übung gefördert. Bei dem sogenannten „Drill“ wurde ein Busunglück mit 86 Verletzten, 50 davon schwer, bei 32 Grad Celsius und brennender Sonne angenommen.

Auch wenn die 24-Stunden-Dienste mit wenig Pausenzeiten anstrengend waren, so war auch für Frank Seidl das World Scout Jamboree wieder ein großes Erlebnis: „Es ist jedes Mal beeindruckend zu sehen, wie offen und kreativ die Jugendlichen aus aller Welt sich als Gemeinschaft begegnen und sich als verantwortungsbewusste Weltbürger von morgen begreifen. Wie nachhaltig, gerecht, friedlich und schön die Welt dann sein könnte …!“ Seidl ist 46, Pfadfinder beim Stamm Heilig Kreuz Ahl/Salmünster, Feuerwehrmann bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Soden-Salmünster und ausgebildeter Rettungssanitäter. Seit mittlerweile 20 Jahren hilft er mit, dass Jugendliche ein schönes Weltpfadfindertreffen erleben können. Das World Scout Jamboree 2019 in Nordamerika war für ihn bereits das sechste, nach Chile (1998/1999), Thailand (2002/2003), Großbritannien (2007), Schweden (2011) und Japan (2015). Das 25. World Scout Jamboree wird im Jahr 2023 in Südkorea stattfinden.

Hintergrund
Das erste World Scout Jamboree fand 1920, also vor knapp 100 Jahren, auf Initiative des Gründers der Weltpfadfinderbewegung, Lord Robert Baden-Powell, statt. Das weltweite Pfadfindertreffen wurde regelmäßig – bis auf meist kriegsbedingte Unterbrechungen – immer alle 4 Jahre an einem anderen Ort der Welt ausgerichtet. Baden-Powell hatte mit seiner Pfadfinderidee (Scouts) 1907 eine weltweite Bewegung gegründet, bei der es nicht nur darum ging, jungen Menschen bestimmte Fähigkeiten (Skills) in Natur und Gesellschaft zu vermitteln. Im internationalen Kontext hatte Baden-Powell tatsächlich eine Jugend-Friedensbewegung geschaffen: Wenn junge Menschen aus verschiedensten Ländern sich erstmal kennenlernen würden und Freundschaften rund um den Erdball schließen würden, hätten Regierungen es schwerer, Kriege zu beginnen, war Baden-Powell überzeugt. Ein noch heute modernes und wirksames Konzept, wie der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen (UN), Ban Ki-moon bei der Abschlussveranstaltung des Jamborees bestätigte: „Die Welt sollte so sein, wie ihr es in den vergangenen 14 Tagen vorgelebt habt.“

Mehr Infos und Fotos: www.worldscoutjamboree.de

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