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Im Rahmen des knapp zweistündigen Gespräches wurden verschiedene Aspekte der kommunalen Strukturpolitik diskutiert. Direkt zu Beginn lobte Schreiber das Kirchmaushausen-Projekt „Vitale Treffpunkte“ als starkes Konzept, das Beispielwirkung auch für andere Gemeinden haben könnte.

Im Anschluss wurde über neue Möglichkeiten der Vereinsförderung gesprochen. Einigkeit herrschte darüber, dass ohne die Mitarbeit der Vereine weder in den Dörfern des Spessarts, noch im Vogelsberg ein wirkungsvolles Gemeinleben möglich ist. Rainer Schreiber, der auch Bürgermeister der Gemeinde Jossgrund ist, zeigte auf, wie seine Kommune nun einen neuen Weg geht und versucht Vereine zu stärken, indem man Referenten zu sogenannten Vereinsmessen einlädt. Diese halten dort Vorträge über Themen, die möglichst viele Vereine interessieren. Bereits durchgeführt wurden beispielsweise Informationsveranstaltungen zur Datenschutzgrundverordnung oder zum sogenannten Fundraising (Investorensuche). Ziel ist der Aufbau von Strukturen, die die Vereine bei ihrer täglichen Arbeit unterstützen. In der Rathausverwaltung Jossgrund passiert dies zukünftig über eine neue Stabsstelle, in der Themen wie Modernisierung, Digitalisierung, Koordination, Einladungen und Zuschüsse gebündelt werden sollen. Weiterhin soll die Verwaltung bei der Suche nach neuen Mitgliedern oder nach Personen für die Vorstandsarbeit helfen und die Kommunikation der Vereine untereinander verbessern. „Durch diese Maßnahmen werden die Vereine deutlich entlastet“, zeigte sich Götz angetan von dieser Idee.

Beim Hausarztmangel, der ebenfalls beide Kommunen betrifft, lobt Schreiber den, in Birstein initiierten, „Runden Tisch“ und findet eine entsprechende Gesprächskultur sehr wichtig und förderlich. Grundsätzlich handelt es sich allerdings um ein sehr schwieriges Thema, das in der großen Lösung nur durch die Bundes- und Landespolitik behoben werden kann. Lediglich diese haben die Möglichkeit zum Beispiel die Anzahl der Studienplätze zu erhöhen oder bei der finanziellen Ausstattung die Hausärzte an die Fachärzte anzugleichen. Dort müssen auch die Möglichkeiten geschaffen werden, dass Ärztinnen oder Ärzte ihren Beruf mit geregelten Arbeitszeiten womöglich in einem Angestelltenverhältnis ausüben können.

Aus Sicht von Spessart Regional e.V., der sich auch als Wirtschaftsförderungsgesellschaft definiert, konnte Schreiber berichten, dass es selten so viele Fördermöglichkeiten gab wie derzeit. Das Problem für viele Kommunen besteht allerdings darin, dass eine Gesamtstrategie fehlt. Schreiber fasst zusammen: „Um bestmöglich zu helfen und zu unterstützen ist eine solche Strategie aber unumgänglich.“ Grundsätzlich gilt allerdings, wenn es ein gutes Projekt gibt, muss es möglich sein, die notwendigen Mittel dafür zu bekommen. Es gelte immer: „Zuerst das Projekt, dann die Fördermittel.“

Auch die aktuellen Umbauarbeiten des Kindergartens Oberndorf zum Familienzentrum wurden besprochen. Bücherei, Seniorentreff und Kindergarten können dadurch verzahnt werden. Weitere Konzepte für die Kommunen in der Region sind in der Entwicklung.

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