Naturschutzrechtlich nicht akzeptabel, wirtschaftlich sinnlos

Flörsbachtal
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Nach Einschätzung der Bürgerinitiative Windkraft im Spessart verstößt die am 27. Juni 2018 erteilte Genehmigung für sechs Windkraftanlagen am Roßkopf in Flörsbachtal gegen naturschutzrechtliche Vorgaben im Bundesnaturschutzgesetz.

Danach dürften Windkraftanlagen nur gebaut werden, wenn für streng geschützte Tiere wie Mopsfledermaus oder Rotmilan kein signifikant erhöhtes Tötungsrisiko bestehe.

Die BI hält zudem die jüngsten Beteuerungen aus den Kreiswerken Main-Kinzig, dass der geplante Windpark nur gebaut werden soll, wenn sich das Projekt auch finanziell lohnt, für Makulatur. Beim Kauf des Windparks Wächtersbach-Neudorf sei bereits ähnliches versprochen worden. Wie das Millionendefizit für diesen Windpark aber zeige, "sind die Kreiswerke ganz offensichtlich nicht in der Lage, die finanziellen Risiken eines Windparks richtig einzuschätzen", heißt es in einer Pressemitteilung.

"Zudem spricht für eine Vorfestlegung, dass bereits kräftig in den Bau der Kabeltrasse zur Eisernen Hand investiert wird. Gegen einen wirtschaftlichen Erfolg des Projekts spricht eine ganze Reihe von Faktoren. Zum einen sollen für den Roßkopf Windkraftanlagen des gleichen Typs verwendet werden wie in Wächtersbach-Neudorf, die nach Aussagen von Landrat Thorsten Stolz bei der letzten Kreistagssitzung, massive technische Probleme aufweisen. Im Vergleich zum Windpark Wächtersbach-Neudorf reduzieren sich durch das Ausschreibungsverfahren im neuen Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) die Erlöse pro Kilowattstunde. Es fallen auch sehr hohe Kosten für die Kabeltrasse zum Anschluss an die Eisernen Hand in Bad Orb an. Außerdem muss der Betreiber über einen Zeitraum von 60 Jahren (!!!) die Kosten für die Durchführung und Kontrolle der Ausgleichsmaßnahmen für die Mopsfledermaus tragen. Zu guter Letzt sind die Anlagen wie bereits aus der Pressemeldung des RP deutlich wurde, aufgrund der hohen naturschutzrechtlichen Problematik durch Rotmilan und Fledermäuse sehr häufig abzuschalten. Wir müssen deshalb leider davon ausgehen, dass die Zahlen bei den Kreiswerken – wie offensichtlich schon im Falle des hoch defizitären Windparks Wächtersbach-Neudorf - so lange hin- und hergeschoben werden, bis das ganze zumindest auf dem Papier passt und der Windpark aufgrund politischer Vorfestlegungen gebaut wird,“ bewertet BI Vorstand Berthold Andres die angekündigte Wirtschaftlichkeitsprüfung eines Windparks am Roßkopf durch die Kreiswerke Main-Kinzig.

Nach der für Mitte Juli angekündigten Veröffentlichung im Staatsanzeiger werde die BI den Genehmigungsbescheid mit rechtlicher Unterstützung intensiv prüfen und gegebenenfalls rechtliche Schritte gegen die Genehmigung der sechs Windkraftanlagen am Roßkopf in Flörsbachtal einleiten. Die BI geht davon aus, dass die vom Projektierer juwi vorgeschlagenen Ausgleichsmaßnahmen und Anlagenabschaltungen nicht ausreichen, um die im Bundesnaturschutzgesetz verankerten Vorgaben zum Tötungsverbot von streng geschützten Vögeln und Säugetieren zu genügen. „Wir werden alle erdenklichen Mittel ausschöpfen, um einen Windpark zu verhindern, der aus finanzieller Sicht ein ähnliches Fiasko wie in Wächtersbach-Neudorf erwarten lässt, der naturschutzrechtlich extrem bedenklich ist, der den Anfang einer massiven Industrialisierung des Naturparks Spessart bedeutet und damit auch das keimende Pflänzchen eines naturnahen Tourismus im Spessart wieder zerstört,“ fasst BI Vorstand Rolf Zimmermann die Bedenken der BI zum wiederholten Mal zusammen.

Die Bürgerinitiative Windkraft im Spessart – In Einklang mit Mensch und Natur e.V. ist ein im Jahre 2012 gegründeter gemeinnütziger Verein mit Sitz in Biebergemünd und verfügt über die Mitwirkungs- und Klagerechte einer anerkannten Umwelt- und Naturschutzvereinigung.

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