Einfach abgemeldet: Freigerichterin kämpft um ihren Pkw

Somborn
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Alles begann scheinbar harmlos mit einem Schreiben des Hauptzollamtes Darmstadt, in dem der aktuelle Stand der Kfz-Steuer angegeben wurde. „Beim zweiten Durchlesen der Benachrichtigung stellte ich mit Entsetzen fest, dass mir in dem Schreiben vom 30. November 2019 die Abmeldung meines Pkw mitgeteilt wurde. Für mich nicht nachvollziehbar, zumal ich die Kfz-Steuer und Kfz-Versicherung bis Mitte 2020 gezahlt hatte und eine Abmeldung des Fahrzeuges für mich nicht in Frage käme, weil ich aufgrund meiner angeschlagenen Gesundheit auf das Auto angewiesen bin“, schildert Veronika K. aus Somborn den Beginn einer Odyssee, die sie in den vergangenen Wochen mit verschiedenen Behörden erlebt hat.

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Zunächst fragte sie beim Hauptzollamt Darmstadt nach, wer und vor allem warum ihr Fahrzeug abgemeldet wurde. Es kam eine typische Behördenantwort: „Wir haben von der Zulassungsstelle Hanau die Nachricht erhalten, dass ihr Fahrzeug abgemeldet wurde.“ Der nächste Anruf bei der Zulassungsstelle Hanau führte auch zu keiner Klärung, aber zu dem Hinweis, dass ein Hanauer Bürger inzwischen sein Fahrzeug mit ihrem Kennzeichen zugelassen habe.

Erstaunlicherweise ist Veronika K. noch im Besitz von Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief und an ihrem Pkw sind die Nummernschilder mit den erforderlichen Stempel angebracht. Also wie war eine Abmeldung ohne Entwertung der Nummernschilder und ohne die Fahrzeugpapiere möglich? Ein Anruf bei der Zulassungsstelle in Altenhaßlau konnte auch zu keiner Klärung führen („..Das kann nicht sein, so etwas gibt es nicht..“). Also folgten etwa sieben Anrufe bei der Polizeistation in Gelnhausen, wo Veronika K. die gleichen Antworten erhielt („Gibt es nicht“), aber auch die Information, dass eine andere Person ein Fahrzeug mit dem von ihr genannten Kennzeichen zugelassen habe. Der Name der Person wurde ihr aus datenschutzrechtlichen Gründen allerdings nicht genannt.

Die Kontakte mit der Polizei beschreibt Veronika K. als sehr unterschiedlich: Zum einen Beamte, die ihr Anliegen anhörten, dann aber auch Polizeibeamte, die kurz angebunden waren und darauf verwiesen, dass eine Abmeldung ohne ihr Wissen gar nicht möglich sei. Am 5. Dezember 2019 verfasste Veronika K. ein Schreiben an die Zulassungsstelle in Altenhaßlau, in dem sie um Aufklärung des Sachverhaltes bat - dieses Schreiben schickte sie als Einschreiben, der Eingang wurde ihr auch bei einer telefonischen Nachfrage bestätigt. Allerdings hat sich bis jetzt noch niemand von der Zulassungsstelle bei ihr gemeldet.

Ihre aktuelle Situation: Selbst wenn sie wollte, könnte sie nicht mit ihrem Auto fahren, da ihr aufgrund der Abmeldung die zu viel gezahlte Steuer rückerstattet wurde, sie würde deshalb illegal ihren Pkw nutzen. Der Ratschlag seitens der Polizei in Gelnhausen, doch mit dem Fahrrad zur Zulassungsstelle zu fahren, ist für sie nicht nachvollziehbar; selbst eine Taxifahrt kommt für sie nicht in Frage, weil sie nicht gewillt ist, auf den Kosten sitzen zu bleiben, die sie nicht zu verantworten hat. „Es geht nicht mehr darum, wer diesen ‘Bock’ geschossen“ hat, sondern nur darum, dass ich endlich wieder meinen Pkw nutzen kann“, hofft Veronika K. durch die Veröffentlichung ihrer Geschichte nun auf eine schnelle Aufklärung.

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