Hallenbad: "Main-Kinzig-Kreis lässt uns im Stich"

Freigericht
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Mit einem kalkulierten Überschuss von circa 380.000 Euro hat die Gemeindevertretung Freigericht den Haushalt für das Jahr 2020 verabschiedet. UWG, CDU, SPD und Liste freie Bürger/Die Unbestechlichen waren mit der Endversion des mehrfach veränderten Zahlenwerkes einverstanden, nur die Grünen stimmten dagegen. Die erwarteten Ein- und Ausgaben haben in Freigericht inzwischen ein Volumen von jeweils fast 30 Millionen Euro erreicht.

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Im Blickpunkt der Haushaltsberatungen stand wieder einmal das Hallenbad, das mit einem Minus von circa 700.000 Euro zu Buche steht. „Der Main-Kinzig-Kreis lässt uns im Stich, lässt alle Bäderbetreiber im Stich“, kritisiert Gerhard Pfahler (UWG). Angesichts eines Defizits von 3,5 Millionen Euro bei der Kitabetreuung wünschte er sich auch hier mehr Unterstützung von Bund und Land. Damit die Steuereinnahmen in Freigericht steigen, plädierte Pfahler für „phantasievolle Vergaberichtlinien“ bei zukünftigen Bauplätzen, zumal sich die Gemeinde auch im kommenden Jahr mit 6,8 Millionen Euro neu verschulden muss. Jeweils drei Millionen Euro davon werden für die neue Kita und das neue Feuerwehrhaus zwischen den Ortsteilen Bernbach und Altenmittlau verwendet.

Eine Reduzierung des kommunalen Anteils an der Kinderbetreuung forderte auch Florian Altmann (CDU), auch weil der Freigerichter Gemeindehaushalt trotz guter wirtschaftlicher Lage nur ein relativ kleines positives Ergebnis aufweise. Ein Lob gab’s von ihm für Rathauschef Dr. Albrecht Eitz (SPD): „Der Bürgermeister hat Wort gehalten und den Haushalt rechtzeitig eingebracht.“

„Hier in Freigericht sind die Schwimmer, die Nichtschwimmer sind woanders“, erklärte Joachim Heldt (SPD) hinsichtlich der Hallenbad-Diskussion, dass dies auch ein Aushängeschild für die Gemeinde sei. Während die Vergangenheit von einem Spardiktat geprägt gewesen sei, biete der jetzige Haushalt zumindest etwas Gestaltungsspielraum - und das trotz einem geringen Elternanteil von 6,7 Prozent an den Kitagebühren, den er allerdings verteidigt: „Das ist ok so und politisch gewollt.“ Noch zu viele Fragenzeichen sieht Ronald Kaufmann (Liste freier Bürger/Die Unbestechlichen) für ein größeres Engagement von Freigericht in Sachen Klimawandel. Was weh tue: Die zu geringe Unterstützung der Landesregierung bei Kitabetreuung und Hallenbad.  

Seine Kritik am Eigenbetrieb der Gemeinde wiederholte der Grünen-Fraktionsvorsitzende Achim Kreis: „Unrentabel und überflüssig.“ Für seine Fraktion geht die Planung beim neuen Feuerwehrhaus in die falsche Richtung, da beispielsweise die Zuständigkeit der zwei zukünftigen hauptamtlichen Kräfte im Brandschutzbereich für dann immer noch vier Stützpunkte in Freigericht ungeklärt sei. Außerdem werde bei energetischen Maßnahmen immer nur von „sollen und wollen“ gesprochen. Kreis: „Klimapolitisch ist der Haushalt eine absolute Nullnummer.“

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