Randale in syrischem Lokal: Jetzt spricht der Wirt

Gelnhausen
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Am Schelmenmarktsonntag kam es im syrischen Restaurant "Al Jasmin" in der Hailerer Straße in Gelnhausen zu gewalttätigen Auseinandersetzungen (wir berichteten), bei denen ein Sachschaden in Höhe von circa 4.500 Euro entstand. Etwas mehr als ein Jahr liegt die Eröffnung des Restaurants, in dem arabische Spezialitäten angeboten werden, inzwischen zurück. Das Lokal hat in dieser Zeit viele Stammkunden aus Gelnhausen und Umgebung gewonnen.

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Am Schelmenmarktsonntag kamen allerdings ungebetene Gäste: 10 bis 12 Männer stürmten in das Lokal, gingen zu einem Tisch, an dem ein Mann mit seinem Kind saß, und schlugen nach einem Wortwechsel dem Gast ins Gesicht. Den Mitarbeitern gelang es, die Gruppe nach draußen zu drängen und die Tür zu verschließen. Daraufhin schlugen die Ausgesperrten die Scheibe der Eingangstür ein und drangen wieder in das Lokal ein. Es folgten erneute Handgemenge. In der Zwischenzeit hatten sich Schaulustige vor dem Lokal eingefunden, die teilweise die Auseinandersetzungen mit Smartphones filmten, andere riefen die Polizei. Schlichtungsversuche des Personals von "Al Jasmin" schlugen fehl.

Nachdem die Polizei eingetroffen war, stellte sich heraus, was die Ursache für die Streitigkeiten war. Pächter Kasem Abo Roumieh Alsaadi schildert die Gründe so: "Der Gast, der mit seiner Tochter im Lokal war, hatte im Internet etwas gepostet, was wohl die Widersacher auf den Plan gerufen hat. Drei Tage nach dieser Veröffentlichung verabredeten sich einige Personen mit dem Betroffenen, um über den Kauf seines Autos zu verhandeln. Der Treffpunkt sollte mein Lokal sein, der Autokauf beziehungsweise die Verhandlungen darüber waren lediglich ein Vorwand. Ganz offensichtlich fühlten sich die Aggressoren von dem Internetkommentar beleidigt, so dass sie dem Schreiber eine Lektion erteilen wollten. So kam es zu dem ‚Showdown‘ am Sonntag. Was genau der Betroffene geschrieben hat, war nicht herauszufinden, er äußerte sich dazu nicht. Die Angreifer waren ausländische Mitbürger, darunter auch einige Kurden.“

Nach diesen Vorkommnissen befürchtet der Pächter, dass einige Kunden nicht mehr in sein Lokal kommen, weil sie eventuell glauben, dass sich solch ein Vorfall wiederholen könnte. Dies sei umso bitterer für ihn, da er sich im vergangenen Jahr eine Stammkundschaft aufgebaut habe, die das Speiseangebot, den freundlichen Service  und die Räumlichkeiten zu schätzen wüssten. Einen Vorwurf könnten er und sein Team sich nicht machen: Alle Versuche, die Streitigkeiten zu schlichten, seien erfolglos gewesen.

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