Gelnhausen: AfD-Politiker fliegt aus Eintracht-Kneipe

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Der AfD-Kreistagsabgeordnete Ulrich Langenbach aus Gründau ist am vergangenen Wochenende aus einem Lokal in Gelnhausen verwiesen worden. Langenbach war am Samstagabend mit Freunden nach einer Kneipentour durch die Barbarossastadt in der Röther Gasse eingekehrt. Der Wirt der Eintracht-Kneipe „Zum Kupfer“ verteidigt seine Entscheidung: „Er versucht zu polarisieren, solche Menschen möchte ich bei mir nicht haben“, erklärte Thomas Kupferschmidt.

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Die Kneipe des Gelnhäuser Urgesteins in der Röther Gasse hat sich als Fan-Lokal des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt etabliert. Schon die großen Wappen über der Eingangstür und am Fenster weisen darauf hin, für welchen Klub das Herz von „Kupfer“, jahrzehntelang selbst beim FC 03 Gelnhausen aktiv, schlägt. Und beim Thema AfD ist er ganz auf der Linie von Eintracht-Präsident Peter Fischer: „Er hat gesagt, dass die im Stadion nichts zu suchen haben und ich möchte die auch nicht in meiner Kneipe haben“, sei ihm die Gruppe um Langenbach schon mehrfach negativ aufgefallen.

Am Wochenende habe er dann durchgreifen müssen, auch, weil sich andere Gäste belästigt gefühlt hätten. „Es wurden Getränke verschüttet, laute Lieder gesungen und sogar meine Frau unfreundlich angesprochen“, habe er deshalb alle nach draußen gebeten. Der Rauswurf sei aber durchaus auch als politisches Statement zu verstehen: „Ich wähle die nicht und unterstütze auch nicht deren Ziele.“ Negative Auswirkungen auf seine Kneipe befürchtet Kupferschmidt nicht, „mein Lokal ist auch ohne die immer sehr gut besucht“. Ärgerlich findet er die negativen Bewertungen auf seiner Facebookseite seit dem Wochenende dennoch: „Aber das sind alles Leute, die noch nie bei mir waren. Da weiß man ja, woher das kommt.“

Von den negativen Bewertungen, zu denen Facebook-Freunde von ihm aufgerufen hatten, distanziert sich Langenbach („Nicht mein Stil“), der Rauswurf aus der Kneipe habe ihn eher nachdenklich gemacht: „Uns wird ja immer unterstellt, dass wir ausgrenzen würden, dabei kommt das von der anderen Seite.“ In dem Lokal sei er schon öfters mit Freunden gewesen, zumal er selbst auch Eintracht-Fan sei, auch wenn er sich dort aufgrund der Vereinspolitik und der Aussagen von Präsident Fischer nicht mehr so wohl fühle. „Wer mich kennt, weiß, dass ich abends gar nicht über Politik reden will. Aber inzwischen werde ich durch mein Mandat im Kreistag und die Kandidatur für den Landtag öfters mal erkannt und angesprochen“, betont er allerdings, dass er Politik nur ehrenamtlich betreibe.

Den Vorfall vom Wochenende schildert er so: „Ich war an den ersten Gesprächen mit dem Wirt gar nicht beteiligt, doch auf einmal kam er auf mich zu und hat gesagt, dass ich ihm schon länger ein Dorn im Auge sei und er die AfD in seinem Lokal nicht haben wolle.“ Ob er nun Hausverbot habe, wisse er nicht, allerdings steht für Langenbach fest: „Da gehe ich natürlich nie wieder hin.“

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