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Nachbargebäude geraten in Brand. Die auf dem Rathaus-Dachboden zum Trocknen gelagerten Tabakbestände fliegen wie brennende Fackeln über die Stadt. Angesichts der drohenden Vernichtung der Stadt beten die Menschen gemeinsam und dank des aufkommenden Regens und Hagels und des Einsatzes vieler Hilfskräfte wird die Stadt gerettet.

15. August 2020, 19.30 Uhr: Die Gelnhäuser gedenken des Hageltages mit einem ökumenischen Gottesdienst in der Marienkirche – aber die Corona-Krise beschert der Gedenkfeier 2020 besondere Umstände. So muss der sonst übliche Marsch gemeinsam mit den Hilfsorganisationen vom Obermarkt zum evangelischen Gotteshaus in diesem Jahr leider entfallen. Trotzdem wird es einen Einzug mit Fahnenträgern in die Marienkirche geben. Nach dem Gottesdienst gibt es leider keine Anschlussveranstaltung. 

Auch die Zahl der Personen, die in der Marienkirche am Gottesdienst teilnehmen können, ist aufgrund der aktuellen Abstands- und Hygieneregeln begrenzt. Es stehen 50 Doppel-Sitzmöglichkeiten für je eine Einzelperson zur Verfügung. Einzelpersonen, die eine zweite Person aus ihrer häuslichen Gemeinschaft mitbringen, können diesen Doppelsitz voll mit zwei Personen besetzen. Somit wird die zugelassene Zahl der Gottesdienstteilnehmer zwischen 50 (Einzelpersonen) und 100 (Einzelperson plus Person aus gemeinsamem Haushalt) liegen. Im Rahmen dieser Regeln muss eine Teilnehmerliste geführt werden. Die Daten werden ausschließlich zum Zwecke der Nachverfolgung aufbewahrt. Als „Zählwerk“ dienen die am Eingang ausgegebenen Programme.

Den ökumenischen Gottesdienst, der eine gute halbe Stunde dauern wird, gestalten der evangelische Pfarrer Uwe Steuber und sein katholischer Kollege Markus Günther. Aufgrund der Pandemie wird es keinen Chorgesang im üblichen Rahmen geben; ausschließlich Solisten werden den Gottesdienst musikalisch begleiten. Der Gottesdienst wird aufgezeichnet und kann ab der Kalenderwoche 34 auf der Homepage der Evangelischen Kirchengemeinde Marienkirche Gelnhausen www.marienkirchegelnhausen.de und der Homepage der Stadt Gelnhausen www.gelnhausen.de abgerufen werden. An einer Live-Schaltung wird gearbeitet. Nähere Informationen folgen.

Hintergrund der Gedenkfeier: Im Jahre 1736 schlug am 15. August – dem katholischen Feiertag Mariä Himmelfahrt - während eines Sommergewitters ein Blitz ins Rathaus am Obermarkt ein und vernichtete das gesamte Gebäude. Nachbargebäude gerieten ebenfalls in Brand. Die auf dem Rathaus-Dachboden zum Trocknen gelagerten Tabakbestände flogen wie brennende Fackeln über die Stadt und es grenzt an ein Wunder, dass Gelnhausen damals einer gewaltigen Feuersbrunst entging. Der Überlieferung nach haben die Menschen angesichts der drohenden Vernichtung ihrer Stadt gemeinsam gebetet und der daraufhin aufkommende Regen und der Hagel haben mit dazu beigetragen, dass das Feuer eingedämmt werden konnte. Aber es dürfte auch den freiwilligen Helfern, die sogar aus Meerholz, den Nachbarorten und aus dem damaligen Selbold kamen, zu verdanken sein, dass es am 15. August 1736 nicht zu einer größeren Katastrophe kam. 1738 wurde vom Rat der Stadt erstmals der 15. August als Feiertag bestimmt und als solcher auch streng überwacht. So war dieser Tag in den ersten Jahrzehnten ein Fast- und Bußtag, an dem in der ganzen Stadt kein Feuer gemacht werden durfte. Wer gegen diese Bestimmungen verstieß, musste mit einer harten Strafe rechnen. Nachdem viele Jahre nicht mehr an den „Hageltag“ erinnert wurde, hat die Stadt Gelnhausen - zusammen mit den beiden Kirchengemeinden, den Rettungsorganisationen und den Chören der Stadtmitte  - 1979 erstmals wieder einen gemeinsamen ökumenischen Gedenkgottesdienst eingeführt.

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