Gelnhäuser Benedikt Walbrecht beendet nach fünf Jahren die "Walz"

Gelnhausen
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Heute hier, morgen dort – und am Ende wieder in Gelnhausen: Nach fünf Jahren auf der Walz ist der Wandergeselle Benedikt Walbrecht (33) in seine Heimatstadt zurückgekehrt. Begleitet von zwölf weiteren reisenden Handwerksgesellinnen und -gesellen holte er sich den letzten Stempel für sein Wanderbuch am Rathaus in Gelnhausen ab.

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Weite Schlaghosen, kragenlose Hemden, große Hüte und verschiedenfarbige Kluft: Frauen und (häufiger) Männer, die ihre Lehre in einem Handwerksberuf abgeschlossen haben, sammeln in ganz Deutschland und der Welt – von der größten Stadt bis ins kleinste Nest - Berufserfahrung. Drei Jahre und einen Tag sind sie mindestens unterwegs, manche auch länger, so wie der gelernte Schlosser Benedikt Walbrecht, der 2015 zu seiner Wanderschaft aufgebrochen ist. Wenn sie starten, dann haben sie alle einen Gesellenbrief in der Tasche, sind unverheiratet, nicht vorbestraft, schuldenfrei und jünger als 30 Jahre alt – so fordern es die traditionellen Regeln der Walz. Einmal aufgebrochen, dürfen sie ihrem Heimatort nicht mehr näher als 50 Kilometer kommen. Essen und Unterkunft dürfen nur mit Arbeit, nicht mit Bargeld bezahlt werden, Handy und Laptop sind tabu und Transportmittel dürfen sie nur in Anspruch nehmen, wenn die Beförderung sie nichts kostet.

Bürgermeister Daniel Christian Glöckner begrüßte im Beisein von Klaus Zeller, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Gelnhausen-Schlüchtern, die jungen Frauen und Männer vor dem Rathaus und hieß Benedikt Walbrecht in seiner Heimatstadt willkommen. Einige der jungen Handwerkerinnen und Handwerker ließen sich auf ihren charakteristischen Bündeln, in denen sie ihr weniges Hab und Gut transportieren, nieder und genossen den Ausblick auf die Altstadt. Einige haben die Jahre auf der Walz ebenfalls bald abgeschlossen, andere stehen erst am Anfang. Unter den Dachdeckern, Steinmetzen und Schlossern, die aus Flensburg, Hamburg, Hannover, Stuttgart, Gotha und anderen Teilen Deutschlands kommen, sind auch drei Frauen: eine Konditorin, eine Goldschmiedin und eine Hutmacherin. „Wer jeden Tag seinen Dienst im Büro antritt, für den scheint die Walz eines der letzten großen Abenteuer zu sein. Und ich kann mir vorstellen, dass es in der Tat abenteuerlich ist, die Frage ‚Wo esse ich heute, wo schlafe ich?‘ täglich neu beantworten zu müssen“, so der Rathauschef, der sich lange mit den jungen Wandergesellen unterhielt. „Uns hilft auch der gute Zusammenhalt“, sagte Benedikt Walbrecht. Seine Kameraden bestätigten, dass auf der Walz und über die Gesellenvereinigungen ein Netzwerk geknüpft werde, das nicht selten ein Leben lang halte. Glöckner zahlte den jungen Leuten, die als Gegenleistung traditionelle Wandersprüche aufsagten, ein Wegegeld und versorgte sie mit Getränken. Benedikt Walbrecht überreichte er ein kleines Willkommensgeschenk. Für den Schlosser endet nun das Abenteuer Wanderschaft. Ob er in Gelnhausen oder an einem anderen schönen Ort der Welt sein Handwerk ausüben wird, darüber will er in den nächsten Wochen in aller Ruhe nachdenken.

Foto: Bürgermeister Daniel Christian Glöckner (links) mit „Rückkehrer“ Benedikt Wahlbrecht (Fünfter von links, vorne) und Klaus Zeller (rechts).

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