Kaufhaus JOH: Geschichten und Erinnerungsstücke gesucht

Gelnhausen
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Mit Wehmut denken viele Gelnhäuser an den Tag zurück, als sich zum letzten Mal die Türen des Kaufhauses JOH in Gelnhausen öffneten. Für viele war der 18. September 2013 ein trauriger Tag, denn „der JOH“ war in den vergangenen Jahrzehnten zu einem wichtigen Bestandteil des eigenen Lebens geworden. Die Geschichte des Kaufhauses ist untrennbar mit der Geschichte der Familie Joh verbunden.

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Die Spurensuche führt ins Stadtarchiv, wo ein Eintrag im Geschossbuch von 1760 belegt, dass Schneidermeister David Joh in der Pfarrgasse einen Betrieb gegründet hatte. Er legte den Samen für das 250 Jahre währende unternehmerische Wirken der Familie.

In den 1930er-Jahren handelte Heinrich Joh mit Sportartikeln aller Art. Zum Angebot seines Ladengeschäftes in der Langgasse 2 (heute Brentano-Buchhandlung) gehörten unter anderem Fußballschuhe, Trikots, Schiedsrichterpfeifen, Abzeichen und komplette Turnhalleneinrichtungen. Das zusätzliche Angebot von Herrenartikeln deutete bereits an, was in den kommenden Jahrzehnten zum noch heute im kollektiven Gedächtnis verankerten „JOH“ wurde. An der Stelle, wo einst die Gastwirtschaft Kalbfleisch stand (Im Ziegelhaus 13), ließen Peter und Helma Joh das erste Kaufhaus im Altkreis erbauen. Das heute JOH II genannte Gebäude wurde am 2. Mai 1967 eröffnet. Mit der Eröffnung des 1973 direkt an der Kinzig gebauten JOH I geschah die Umwandlung zum Einrichtungshaus. Heute ist es ein Wohn- und Geschäftshaus.

Joh expandierte. In Büdingen und Friedberg übernahm er bestehende Kaufhäuser, nach der Wende Kaufhaus-Standorte unter anderem in Gotha und Zwickau. Im Mai 2013 meldete die Kaufhausgruppe Joh Insolvenz an. Die letzten drei Filialen wurden im September 2013 geschlossen. Darunter auch „der JOH“ in Gelnhausen. Die Immobilie steht seitdem leer, Visionen über ihre Zukunft sorgten auf dem politischen Parkett für allerlei Wirbel. Aktuelle Planungen sehen einen kompletten Rückbau der ehemaligen Kaufhaus-Immobilie und einen Neubau mit Einzelhandels- und Gastronomieflächen, eine Zusammenführung von Verwaltungsbereichen des Main-Kinzig-Kreises sowie den Bau eines Medienzentrums vor. Nach diesen Plänen würde die Immobilie Joh in absehbarer Zeit endgültig aus dem Bild der Stadt verschwinden.

Damit die Geschichte des Kaufhauses JOH auch für die zukünftigen Generationen lebendig bleibt, lädt das Stadtarchiv dazu ein, Teil der lokalen Geschichtsschreibung zu werden. Fast jeder weiß eine Geschichte zu erzählen und hat vielleicht noch das ein oder andere Erinnerungsstück in der Schublade liegen. Gerne nimmt das Stadtarchiv Originale, Fotografien und aufgeschriebene Geschichten an. Soweit dies die aktuellen Coronaregelungen ermöglichen, ist eine Abgabe während der Öffnungszeiten der Grimmelshausen Stadtbücherei sowie am Empfang des Museums (Stadtschreiberei 3, ehemalige Augusta-Schule) möglich. Das Stadtarchiv ist unter der E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! erreichbar.

Foto: Personalkauf bei Joh, das war in früheren Jahren eine gute Möglichkeit, für Angestellte und deren Familien, Freunde und Bekannte Rabatte zu ergattern. Dann gab es die JOHcard, die einem erweiterten Kreis Rabatte bescherte.

Foto: „Pack’s doch in ne Joh-Dutte“: Im Laufe der Jahrzehnte wechselten natürlich auch das Tütendesign. Ganz alte hatten noch das blaue Kaufring-Muster. Fotos: Vinnen

Foto: Bevor die JOH-Immobilie für immer aus dem Stadtbild verschwindet, ruft das Stadtarchiv zur Abgabe von Erinnerungsstücken an das Kaufhaus auf. Foto: Rudolf

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