Ärzte-Streik in Kenia: Gelnhäuser Verein hilft tausenden Kranken

Gelnhausen
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Endlich wieder gemeinsames Kinderlachen. Das schallt seit Anfang Januar wieder über die Höfe der vom Gelnhäuser Verein „Wir helfen in Afrika“ unterstützten Schulen in Kenia.

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Seitdem sind die Schulen, die fast zehn Monate geschlossen waren, wieder geöffnet. Dem Vorstand des Vereins geht das Herz auf, als Vereinsmitglied Peter Musomba kurze Videofilme nach Gelnhausen sendet. Ja, auch in Kenia grassiert die Corona-Pandemie weiter, die Infektionszahlen steigen wieder. Das Land ist längst noch nicht übern Berg. Aber trotz der berechtigten Sorgen überwiegt die Freude über die glücklichen Gesichter der Patenkinder. In der Zwischenzeit war „Wir helfen in Afrika“ nicht untätig. Die Schulen sind während des Lockdowns saniert worden. Und noch einiges mehr ist passiert.

Hochbetrieb herrschte etwa von Mitte Dezember bis Mitte Februar in der Krankenstation und dem Geburtshaus in Lunga Lunga. Grund dafür war ein Streik des Klinikpersonals in den staatlichen Krankenhäusern. Die Menschen waren gezwungen, sich in privaten Krankenstationen wie der in Lunga Lunga behandeln zu lassen. „Die Schwestern in schafften es, mit großer Ruhe und guter Organisation den Ansturm zu bewältigen“, erklärt Kornelia Schaad vom Vorstandsteam „Gesundheit“. So behandelten sie im Dezember und Januar doppelt so viele Patienten wie in „normalen“ Monaten. Im Geburtshaus kamen mehr als 100 Babys zur Welt. Das sind sogar dreimal so viele wie sonst. Viele jungen Mütter mussten sich sogar die Betten teilen. „Unser Verein unterstützte die Schwestern durch die Finanzierung von 2000 Lebensmittelpäckchen, so dass kein Patient mit leeren Händen nach Hause gehen musste“, sagt Kornelia Schaad. Die jungen Mütter bekamen darüber hinaus noch je ein Paket mit einer Erstlingsausstattung, auch das finanziert vom Gelnhäuser Verein. „Es ist großartig zu sehen, mit wie viel Engagement und Herzblut sich die Schwestern um die Versorgung der Patienten kümmern. Sie stellen gemeinsam mit uns die Gesundheitsversorgung in der gesamten Region sicher.“ Der Streik endete Mitte Februar. Dadurch hat sich die Situation in der Krankenstation und im Geburtshaus deutlich entspannt.

Das Brillenprojekt „Von Ort zu Ort unter dem Mangobaum“ läuft zwar trotz Corona weiter. Da die gespendeten Brillen aus der Region nicht nach Kenia transportiert werden können, müssen Brillen für die Menschen in Kenia aber zugekauft werden. „Nur so konnten wir die Sprechstunden ‚unter dem Mangobaum‘ aufrechterhalten“, so Schaad. Auch das Katarakt-Projekt läuft sehr gut. Die vom „Mangobaum“-Team überwiesenen Patienten werden in der Kwale-Augenklinik bei Ukunda am Grauen Star operiert. „Für nur 50 Euro, die die OP in der Klinik kostet, erhalten die Patienten eine deutlich bessere Lebensqualität“, berichtet Schaad.

Im Patenschaften-Projekt gab es in den vergangenen Monaten wegen der geschlossenen Schulen enorme Einschnitte. Peter Musomba und seine Teamkollegen vor Ort waren über die ganze Zeit in Mamba Village aktiv und hielt den Kontakt zu den Patenkindern. Durch die Schulöffnung sind die Besuche und die Abstimmung mit den Schülern nun aber regelmäßiger und einfacher möglich. So hat der Verein mittlerweile alle Schüler mit neuen Uniformen ausgestattet. Elf Patenkinder von „Wir helfen in Afrika“ – zehn Kinder der Renate-Schule und eine Schülerin der Blindenschule in Likoni am Stadtrand von Mombasa –bereiten sich gerade auf ihr Examen an der Grundschule vor. Danach bewerben sie sich auf einen Platz an einer weiterführenden Schule. Erst nach dem Abschluss der Secondary School beginnt die tatsächliche Berufsausbildung.

Auch das Projekt „Vom Mädchen zur Frau“ hat während Corona nicht pausiert.Gerade in der Zeit der Schulschließung war es für die jungen Frauen wichtiger denn je, sie weiterhin mit Hygieneartikeln wie etwa Binden zu unterstützen. Stephanie Musomba aus dem Vereins-Team vor Ort in Kenia übernimmt nicht nur die Versorgung der Mädchen, sie ist auch wichtige Ansprechpartnerin bei Fragen zur Aufklärung. Denn Sexualität, Menstruation und ähnliche Fragen sind in Kenia weitestgehend tabuisiert.

Das Team „Bildung & Projekte“ hat sich während der vergangenen Monate intensiv darum gekümmert, die geschlossenen Schulen zu renovieren. Klassenräume erhielten sowohl innen als auch außen einen neuen Anstrich, heimische Bauarbeiter installierten zusätzliche Drainagen, um auch in der Regenzeit trockene Unterrichtsräume zu gewährleisten. Sowohl an der Oasis-Academy als auch an der Renate-Schule überarbeitete das Team die gesamten Wassersammelsysteme und erneuerten sie dort, wo es nötig war. An der Oasis Academy entstanden zwei Klassenräume und zwei zusätzliche Toilettenanlagen.

In der von wechselnden Regenzeiten geprägten Region Kwale und besonders nun während der Pandemie ist es sehr wichtig, ausreichend Wasser zur Verfügung zu haben. Darum ließ der Verein vor ein paar Tagen alle neun Brunnen in der Mamba-Region überprüfen. Auch hier arbeiten die Gelnhäuser mit einem örtlichen Klempner zusammen. Der gesamte Vorstand hofft auf einen flachen Verlauf der gerade beginnenden dritten Corona-Welle in Kenia. Noch immer leidet die Wirtschaft im gesamten Land, ganz besonders aber im Projektgebiet des Vereins an der Küste des Indischen Ozeans. Nur die große Hilfsbereitschaft der Menschen im Main-Kinzig-Kreis sorgte dafür, dass die Projekte so umfassend weiter laufen konnten. Noch aber ist die Situation angespannt. „Wir sehen jeden Tag, welche große Erleichterung unsere Hilfe für die Menschen in Kenia bedeutet“, berichtet Stephan Kümmel aus dem Team Öffentlichkeitsarbeit. „Wir bringen den Menschen Hoffnung auf ein besseres Leben. Während Corona und darüber hinaus.“

Wer den Verein unterstützen möchte, kann das mit einer Spende auf das Konto mit der Iban DE59506616390007330073. Erstspender werden gebeten, ihre Post- oder E-Mailadresse mit anzugeben. Mehr im Internet: www.wirhelfeninafrika.de.

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